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Hamburg: 370 Gefangene vollständig gegen Corona geimpft

Impfkampagne hinter Gittern

370 Gefangene in Hamburg vollständig gegen Corona geimpft

Ein Gefängnisinsasse sitzt am 04.03.2015 in der Justizvollzugsanstalt in Heilbronn (Baden-Württemberg) vor einem vergitterten Fenster. Muslimische Gefängnisseelsorger sollen unter anderem verhindern, dass sich Gefangene radikalisieren lassen. Foto: D
Die Impfkampagne läuft auch hinter Gittern. (Symbolbild)
dpa, Daniel Naupold

Mobile Impfteams im Einsatz

370 Gefangene sind in Hamburg bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Weitere Insassen der sechs Hamburger Haftanstalten hätten sich schon vor ihrem Haftantritt impfen lassen, sagte ein Sprecher der Justizbehörde. An der Impfkampagne beteiligen sich neben den Anstaltsambulanzen auch externe mobile Impfteams.

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Impfquote ist nicht bekannt

Die Behörde erwartet, dass die Impfquote durch den Einsatz des Mittels von Johnson & Johnson recht kurzfristig steigt. Bei diesem Impfstoff genügt eine Spritze. Wie hoch die Impfquote derzeit ist, konnte der Sprecher nicht sagen. Das sei wegen der hohen Fluktuationen der Gefängnisinsassen nicht möglich.

Ca. 75 Prozent der Bediensteten immunisiert

Die Zahl der geimpften Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten darf aus Datenschutzgründen nicht erfasst werden. Die Behörde geht aber aufgrund von freiwilligen Rückmeldungen davon aus, dass 75 bis 80 Prozent der Bediensteten immunisiert sind.

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Hamburger Gefängnisse coronafrei

Seit mehr als einem Monat sind die Hamburger Gefängnisse coronafrei. Der letzte Covid-19-Fall bei einem Gefangenen sei am 21. Mai aufgetreten, die letzte Infektion bei einem Bediensteten am 11. Mai bekannt geworden. Ende April hatten 50 Insassen und 16 Mitarbeiter der Untersuchungshaftanstalt unter Quarantäne gestanden. 11 Gefangene und 20 Mitarbeiter waren in jenem Monat nach Angaben des Senats positiv getestet worden.

Quarantäne bedeutet: Einschluss in der Zelle

Für die Untersuchungsgefangenen bedeutet Quarantäne den Einschluss in der Zelle, keinen Besuch, auch nicht von Anwälten, sowie keine Teilnahme an Veranstaltungen und Freistunden. Nach der aktuellen Corona-Verordnung müssen Gefangene bei ihrer Aufnahme nach wie vor zunächst 14 Tage isoliert werden. Besuche dürfen nur mit Trennscheibe stattfinden.

Vollständige Impfung kaum möglich

Die Zahl der Hamburger Gefangenen schwankt stark. Mitte Juni saßen 1839 Menschen hinter Gittern. Auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hatte der Senat erklärt: "Eine vollständige Impfung aller impfbereiten Gefangenen und Untergebrachten ist schon aufgrund der hohen Fluktuation bei den Gefangenen unwahrscheinlich." (dpa/nid)