Große Sorge um Iranerin Elnaz Rekabi

Klettermeisterin nimmt Kopftuch ab - kommt sie jetzt im Gefängnis?

Große Sorgen um Elnaz Rekabi Ohne Kopftuch - jetzt verschwunden
03:02 min
Ohne Kopftuch - jetzt verschwunden
Große Sorgen um Elnaz Rekabi

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Sie bewies großen Mut und widersetzte sich den Regeln der herrschenden Mullahs – jetzt bangt sie um ihr Leben! Die iranische Kletterin Elnaz Rekabi setzte ein Statement, als sie bei der Asienmeisterschaft ohne das eigentlich vorgeschriebene Kopftuch antrat. Doch nun hat ihre Aktion womöglich schwerwiegende Konsequenzen: Die Sportlerin ist offenbar verhaftet worden.

Auf dem Weg ins berüchtigte Evin-Gefängnis?

Wie die „Bild“ berichtet, wurde Rekabi vom iranischen Geheimdienst in Seoul verhaftet. Nun sei sie auf dem Weg in das für seine katastrophalen Haftbedingungen berüchtigte Evin-Gefängnis. Die „Bild“ bezieht sich dabei auf die Website „Iran Wire“.

Auch die Sportlerin selbst meldete sich inzwischen am Dienstagvormittag auf Instagram. Dort entschuldigt sie sich und gibt an, sie habe versehentlich das Kopftuch nicht getragen beim Wettkampf. „Solche Statements haben Methode“, schreibt dazu ARD-Iran-Korrespondentin Katharina Willinger auf Twitter. Rekabis Bruder soll festgenommen worden sein, wie sie ergänzt.

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Wo steckte Elnaz Rekabi?

Die Aktion im südkoreanischen Seoul habe schlimme Folgen für die Weltklasse-Kletterin und Landesmeisterin, wie die „BBC“ berichtete. Zwei Tage nach dem Boulder-Wettkampf, bei dem sie Platz 4 belegte, wurde Rekabi sogar vermisst. Der persische Dienst der „BBC“ berichtete, Freunde der Athletin hätten sie seit Sonntag nicht mehr erreichen können. Der Dienst zitierte auch gut informierte Quellen mit der Aussage, dass ihr Pass und ihr Mobiltelefon beschlagnahmt worden seien.

Lese-Tipp: Iranerin klettert bei Asien-Finale - ohne Kopftuch

„Kein Kontakt zu Elnaz Rekabi", twitterte auch die gut informierte Journalistin Natalie Amiri mit Verweis auf die BBC-Meldung. In der persisch-sprachigen Originalmeldung hieß es weiter, ein Versuch der Kontaktaufnahme über das Hotel der Mannschaft sei erfolglos geblieben. Von dort sei nur die Auskunft erteilt worden, „dass die Teammitglieder das Hotel am Montagmorgen“ verlassen hätten, die Mannschaft wird am Mittwoch im Iran zurück erwartet.

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Weltklasse-Kletterin drohen schlimme Konsequenzen

Rekabi musste mindestens mit einem Ausschluss aus Irans Nationalteam rechnen, hieß es am Montag. Angesichts der Willkür-Justiz in dem Land drohte ihr jedoch bereits die Festnahme, sollte sie in den Iran zurückkehren. In den sozialen Medien wurde die Sportlerin indes von den Iranern gefeiert. „Wir sind stolz auf dich“, hieß es in einer der zahlreichen Reaktionen auf Twitter.

Lese-Tipp: EU will Sanktionen gegen Irans Sittenwächter

Auslöser der seit Wochen andauernden Proteste gegen die iranischen Machthaber, zu der auch die Aktion der Kletterin zählt, war der immer noch unaufgeklärte Tod der 22-jährigen Mahsa Amini im Polizeigewahrsam. Die junge Frau war im vergangenen Monat von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil ihr Kopftuch leicht verrutscht war und ein paar Haarsträhnen zu sehen waren. Die Regierung und die iranische Sittenpolizei gehen gewaltsam gegen die Proteste vor. (jlu)