9. Januar 2019 - 15:34 Uhr

Tausende Patienten konnten nicht gegen Grippe geimpft werden

Die Grippe-Saison hat noch gar nicht richtig begonnen – und es gibt bereits den ersten Alarm: Der Grippe-Impfstoff ist ausgegangen. In Schleswig-Holstein konnten bereits tausende Patienten nicht geimpft werden. Auch in den restlichen Bundesländern gibt es in den Apotheken kaum noch Vorräte.

Grippewelle geht normalerweise bis Ende März

Bundesweit wurden 15,7 Millionen Dosen Grippe-Impfstoff freigegeben, das sind eine Million mehr als im Vorjahr – und die sind offenbar aufgebraucht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt, sich im Oktober oder November gegen Grippe zu impfen. Und daran haben sich offenbar viele Patienten in Deutschland gehalten. Bereits Ende November gab es Meldungen, dass die Vorräte knapp werden. Zwar konnten aus dem Ausland weitere Impf-Dosen nachbestellt werden, aber auch die sind inzwischen aufgebraucht.

Für die Betroffenen könnte das fatale Auswirkungen haben. Denn die Grippewelle kommt laut dem RKI erst zur Jahreswende richtig ins Rollen und dauert bis Ende März. In der Saison 2016/2017 gab es laut RKI-Schätzungen 22.900 Todesfälle durch Influenza. Eine verspätete Impfung, zum Beispiel zu Beginn einer Grippewelle, halten die Impf-Experten daher für sinnvoll und auf jeden Fall besser, als auf den Grippeschutz ganz zu verzichten.

Vor allem Menschen mit besonderem Risiko sollten sich auch derzeit noch impfen lassen - falls in der Region noch Impfstoff vorhanden sei, sagte die Sprecherin der Robert Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher. Dazu zählen unter anderem chronisch Kranke und Menschen über 60.

"Personen, die sich noch gegen die Grippe impfen lassen möchten, sollten am besten direkt bei ihren Ärzten und in der Apotheke vor Ort nachfragen", erklärt Martha-Henriette Binder von der bayerischen Landesapothekerkammer RTL.de auf Nachfrage.

Ministerin spricht von "fataler Versorgungssituation"

Doch genau das könnte schwierig werden: In Schleswig-Holstein haben sich nach Einschätzung der Apothekerkammer tausende nicht gegen Grippe impfen lassen können. Auch seien viele gar nicht mehr zum Arzt gegangen, weil kein Impfstoff mehr da war.

In Rheinland-Pfalz spricht Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler von einer "fatalen Versorgungssituation". Die Vorräte sind trotz Importen aus dem Ausland bereits aufgebraucht.

Im Saarland ist nach Einschätzung der Apothekerkammer ebenfalls kein Grippe-Impfstoff mehr verfügbar.

In Hessen war den Apothekern aufgrund der hohen Nachfrage bereits im November der Influenza-Impfstoff ausgegangen. Laut dem hessischen Apothekerverband konnten knapp 30.000 Impfdosen aus Polen und Schweden nachbestellt werden, allerdings seien auch diese ausgeliefert worden.

Besser rechtzeitig gegen Grippe impfen lassen

Wer für die nächste Saison sicher gehen möchte, der sollte bereits jetzt einen Impf-Termin für Oktober bei seinem Hausarzt ausmachen.