Ekel-Video zeigt Angriff

Giraffe mit Flasche und Steinen beworfen - "Idiotische" Tierquäler kommen mit unfassbar milder Strafe davon

Nathan D. und Bradley G. wurden verurteilt, weil sie in eine Zoo einbrachen und dort randalierten.
Nathan D. und Bradley G. wurden verurteilt, weil sie in einen Zoo einbrachen und dort randalierten. (Fotomontage)
picture alliance

von Denise Kylla

Dieser Fall sorgte für Aufregung: Nathan D. (21) und Bradley G. (24) aus dem englischen Hampshire warfen 2021 eine Flasche auf Giraffen im Marwell Zoo. Einen Tiger bewarfen sie mit Steinen, Pinguine wurden aufgescheucht. Die Tierquäler waren in den wegen Corona geschlossenen Tierpark eingestiegen und trieben dort ihr Unwesen. Eine Kamera zeichnete die asoziale Aktion auf. Am Donnerstag wurden die Männer verurteilt.

Tierquäler gestehen vor Gericht und bekommen Unfassbar-Urteil

Der Richter fand klare Worte für die Männer: Er bezeichnete sie als „idiotisch und bedauernswert“, berichtet die britische Zeitung „Daily Mail“. Demnach soll Nathan D. zugegeben haben, dass er den Stacheldrahtzaun des Geländes durchschnitt und das Pinguingehege beschädigte. Sein Kompagnon Bradley gestand, Schäden am Giraffengehege verursacht zu haben, als er die Flasche hineinschleuderte. Grausam: Laut Medienberichten ging nicht nur das Gehege kaputt. Eine arme Giraffe namens Isurla soll zwei tiefe Wunden an einem Bein erlitten haben. Außerdem zeigen die Videos, dass die Eindringlinge einen Tiger an den Rand des Geheges locken und ihn später treten. Am darauffolgenden Morgen sollen Pfleger Steine im Käfig gefunden haben.

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Am Donnerstag verdonnerte ein Richter die Männer zu 120 Sozialstunden und einer Strafe von 750 Pfund (umgerechnet circa 854 Euro). „Sie haben sich absolut bedauernswert verhalten und müssen natürlich bestraft werden“, so der Richter. Die Tierquälern wandern aber nicht in den Knast! Zur Anklage konnte es übrigens nur kommen, weil aufmerksame Bekannte der Männer Anzeige erstatteten, berichtet die Zeitung. Sie sollen Snapchat-Videos der Männer gesehen haben, die die Randale im Zoo zeigten und verständigten die Behörden.

Giraffen: Sensible Tiere, die schwer zu halten sind

Dass Bradley G. und Nathan D. ausgerechnet Giraffen angegriffen haben, ist tragisch. Die Haltung der Tiere ist ohnehin umstritten. Gerade erst starb ein Jungtier im Zoo in Basel, weil es wegen einer Bauchfellentzündung eingeschläfert werden musste. „Tufani wurde unmittelbar nach dem Auftreten der ersten Symptome (plötzliche Koliken) am Abend des 9. Januars von unserem Tierärzte-Team mit Antibiotika behandelt“, sagte Corinne Moser, Sprecherin des Zoo Basel, im RTL-Interview. Doch die kleine Giraffe verlor den Kampf. Genau wie einer ihrer Artgenossen im Jahr 2020. Das Tier stolperte nach einer Operation, erlitt Brüche und musste ebenfalls eingeschläfert werden.

Giraffenmädchen Tufani starb an einer Bauchfellentzündung im Zoo Basel.
Giraffenmädchen Tufani starb an einer Bauchfellentzündung im Zoo Basel.
zoo basel

Tierschützer sehen die Haltung von Giraffen in Zoos kritisch. Peter Höffken, Sprecher der Tierschutzorganisation Peta zu RTL: „Ihre einzigartige Anatomie wird ihnen in der künstlichen Umgebung zum Verhängnis. Mit ihren langen Beinen rutschen sie in den Zoos meist auf den harten, teils glatten Böden (insbesondere im Innenbereich) oder beim Transport aus und verunglücken dabei tödlich, oder sie kommen in der Narkose um.“ Die Todesrate sei bei Giraffen außergewöhnlich hoch. „Wie bei kaum einer anderen Tierart erleben wir in Zoos eine unfassbare Todesserie bei Giraffen.“ Mindestens 40 Giraffen seien demnach zwischen 2007 und 2022 allein in deutschen Zoos verfrüht gestorben.