Gesundheitsrisiken durch Kälte: So leiden Herz, Haut und Kreislauf im Winter

Im Winter ist unsere Körper besonders anfällig für bestimmte Krankheiten.
Im Winter ist unsere Körper besonders anfällig für bestimmte Krankheiten.
© Valentin Casarsa, iStock

02. März 2018 - 23:01 Uhr

Die Kälte ist besonders für Ältere, Kinder und chronisch Kranke gefährlich

Eiskalte Nächte, schneidender Wind und Schnee ohne Ende – noch hat der Winter Europa fest im Griff. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass die Kälte besondere Gesundheitsgefahren mit sich bringt. Gerade Herzpatienten müssen im Moment besonders aufpassen.

"Selbst dort, wo die Temperaturen nicht besonders niedrig sind, kann Kälte in vielerlei Hinsicht gesundheitsschädlich sein", sagte Zsuzsanna Jakab, die WHO-Regionaldirektorin für Europa. Wenn es draußen immer kälter wird, kann das bestimmte Erkrankungen verschlimmern und das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfälle vergrößern. Zu den am stärksten gefährdeten Personen gehören ältere Menschen, Kinder, Obdachlose und Menschen mit chronischen Krankheiten.

Kälte führt zu Atemwegsproblemen

Bei frostigen Temperaturen produziert der Körper mehr Schleim, sodass das Atmen schwerer fällt. Husten und Kurzatmigkeit sind die Folge. Durch die Kälte sind die Schleimhäute und die Atemwege auch anfälliger für Infektionen. Gerade Asthma-Patienten oder Menschen, die unter anderen chronischen Lungenkrankheiten leiden, macht die kalte Jahreszeit zu schaffen.

Kälte wirkt sich auf Durchblutung und Muskeln aus

Wenn man friert, verengen sich außerdem die Blutgefäße. Finger und Zehen werden schlechter durchblutet. Im schlimmsten Fall kommt es zu Taubheitsgefühl und Erfrierungen. Auch die Muskeln versteifen sich bei Kälte, sodass Bewegungen langsamer und weniger koordiniert ausgeführt werden. Gerade für ältere Menschen entsteht so ein größeres Risiko, zu stürzen und sich zu verletzen.

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Hautprobleme durch frostige Temperaturen

Auch die Haut leidet im Winter: Die Kälte trocknet die Zellen aus, sodass Juckreiz oder Rötungen entstehen. Vielen Menschen bekommen auch Ausschlag und schon vorhandene Hautkrankheiten können sich verschlimmern. Denn durch die Kälte wird die Haut spröde und kann sich schlechter gegen äußere Einflüsse wehren.

Herzpatienten sollten bei Kälte besonders aufpassen

Besonders gefährlich wird es aber, wenn die Kälte Herz-Kreislauf-Probleme verursacht. Eine schwedische Langzeitstudie hat ergeben, dass die Zahl der Herzinfarkte an kalten Tagen höher ist. "Brustschmerzen oder Atemnot sollten daher insbesondere im Winter nicht auf die leichte Schulter genommen werden", warnt der Herzspezialist Thomas Voigtländer vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Bei Minusgraden sollten sich Herzpatienten zum Schutz am besten einen Schal um Mund und Nase wickeln, damit die Luft bereits vorgewärmt in die Atemwege gelange. Herzpatienten sollten außerdem bei Temperaturen unter null Grad Anstrengungen wie Schneeschippen am besten ganz vermeiden.