Gefährdet die Mundgesundheit

Gesundheitslexikon: Zähneknirschen

27. November 2019 - 14:11 Uhr

Was ist Zähneknirschen?

Unter dem in der Fachsprache als Bruxismus bezeichneten Zähneknirschen soll nach neueren Erkenntnissen fast ein Drittel aller Erwachsenen leiden, davon insbesondere Frauen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren. Das Knirschen tritt meist im Schlaf auf und kann zu Folgeschäden an Zähnen, Kiefergelenken und Halswirbeln führen.

Warum knirscht jemand mit den Zähnen?

Nächtliches Zähneknirschen kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auftreten. Kleine Kinder schleifen darüber in der Regel ihr Milchgebiss ein, was bis zu einem Alter von etwa drei Jahren im Allgemeinen als ein natürlicher Vorgang betrachtet wird. Bei älteren Kindern liegen mögliche Ursachen in Fehlstellungen der Kiefergelenke oder der Zähne. Daneben können Ursachen im Bereich der Wirbelsäule liegen. Als einer der Hauptauslöser für die nächtliche Kraftanstrengung wird bei Jugendlichen und Erwachsenen chronischer Stress vermutet. Während im Schlaf das Bewusstsein ruht, sollen durch das Knirschen oder Pressen der Zähne belastende Erfahrungen verarbeitet werden.

Welche Symptome treten beim Zähneknirschen auf?

Durch die chronische Überbelastung kann die Muskulatur im Wangenbereich verspannen. Das kann in der Folge Schmerzen verursachen, die sich insbesondere nach dem Aufwachen bemerkbar machen. Auch Schmerzen in den Kiefergelenken sind möglich. Ein Knacken beim Öffnen und Schließen des Mundes kann ein weiteres Symptom darstellen. Durch einen stärkeren Abrieb können auch die Zähne selbst schmerzempfindlicher werden. Symptome im Bereich der Wirbelsäule wie Verspannungen und Schmerzen können nicht nur eine mögliche Ursache, sondern auch die Folge von nächtlichem Knirschen sein. Die durch das Knirschen verursachten Geräusche sind ein weiteres Symptom, das z. B. ein Partner nachts wahrnehmen kann.

So kann Zähneknirschen identifiziert werden

Ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde kann durch das Befühlen der Kaumuskeln im Mundraum mögliche Verhärtungen erkennen. An den Zähnen können Schleifspuren und feine Risse im Zahnschmelz weitere Hinweise auf nächtliches Knirschen geben. Daneben wird der Arzt in der Regel die Muskulatur und die Gelenke des Kiefers abtasten. Röntgenaufnahmen können ergänzende Hinweise auf Schäden an den Kieferknochen liefern. Darüber hinaus sind für eine Diagnose dahinterliegender Auslöser möglicherweise weitere Untersuchungen erforderlich. Ein Orthopäde kann z. B. den Bereich der Halswirbelsäule überprüfen.

Wie kann Zähneknirschen behandelt werden?

Um kurzfristig für eine Entlastung der beanspruchten Zähne, Gelenke und der Muskulatur zu sorgen, kann der Zahnarzt eine Schutzschiene anfertigen lassen. Diese wird auch Aufbissschiene genannt. Beim nächtlichen Zähneknirschen können die Zähne so nicht mehr direkt in Kontakt kommen. Bei starken Verspannungen und Schmerzen im Bereich der Kau- und Kiefermuskulatur können ergänzend physiotherapeutische Maßnahmen wie Massagen und Wärmeanwendungen eine Linderung bewirken. Begleitend sollte eine Behandlung der Ursachen stattfinden, da die Schienentherapie in der Regel nur die Symptome lindern kann. Dies kann eine Korrektur von Fehlstellungen an den Zähnen sein. Abhängig von den auslösenden Faktoren können Therapien auch über einen längeren Zeitraum erforderlich sein.

Kann Zähneknirschen vorgebeugt werden?

Um einem Zähneknirschen aufgrund organischer Ursachen vorzubeugen, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt empfehlenswert. So können Zahnfehlstellungen oder schlecht sitzender Zahnersatz zeitnah erkannt und behandelt werden. Um dauerhaftem Stress vorzubeugen, kann das Erlernen und Anwenden von Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenem Training hilfreich sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.