Gesundheitslexikon: Symphyse

29. November 2018 - 15:45 Uhr

Die Symphyse – empfindliches Verbindungsglied zwischen den beiden Beckenknochen

Wenn Sie stechende Schmerzen bei bestimmten Bewegungen oder sogar beim Laufen in der Schambeinregion verspüren, dann wissen Sie: Probleme in diesem Bereich können mehr als unangenehm werden. Eine große Rolle spielt hierbei die sogenannte "Symphyse". Sie ist das vordere, faserknorpelige Verbindungsglied zwischen den beiden Beckenknochen. Es gibt unterschiedliche Faktoren, die dazu beitragen, dass es zu Problemen an der Symphyse kommen kann. Wir erklären, was genau die Symphyse ist und gehen auf Risikofaktoren, Verletzungen sowie deren Symptome und Behandlung ein.

Was genau ist die Symphyse?

Die Symphyse als solche hat mehrere Bedeutungen. Zunächst bezeichnet der Begriff entweder die Verwachsung von Knochen oder die Verbindung zweier Knochen durch einen Knorpelanteil. Im weitesten Sinne wird der Begriff aber vor allem für Vorgänge innerhalb der Schambeinregion gebraucht. Umgangssprachlich nennt man die Symphyse auch "Schambeinfuge". Die Symphyse ist die vordere Verbindung zwischen den beiden Beckenknochen und im Alltag – etwa beim Gehen – großen Belastungen ausgesetzt. Wenn es in diesem Bereich zu Problemen kommt, können teils starke Schmerzen auftreten.

Was sind die Ursachen und Symptome von Problemen an der Symphyse?

Die Probleme an der Symphyse können nicht pauschal zusammengefasst werden, wenngleich es Personen gibt, die besonders gefährdet sind, Probleme an der Schambeinfuge zu entwickeln. Zählen Sie zum Beispiel zu den Sportlern, kann die dauerhafte Belastung – oder aber auch Überlastung – zu Problemen an der Symphyse führen. Infolgedessen können sich etwa lästige Entzündungen entwickeln, die nicht nur sehr schmerzhaft, sondern mitunter auch langwierig sind. Man spricht in einem solchen Fall von einer Schambeinentzündung, welche nicht nur die Symphyse selbst, sondern auch umliegendes Gewebe betreffen kann. Neben der Überlastung können auch Faktoren wie muskuläre Dysbalancen eine Rolle spielen.

Schwangere Frauen zählen ebenfalls zu den Personen, die im Laufe der Zeit Probleme an der Symphyse entwickeln können. Die Ursache dafür ist ein Zusammenspiel aus zwei Faktoren: Durch das Wachsen des Kindes im Bauch wird mehr und mehr Druck auf Becken und Symphyse ausgeübt. Die hormonelle Komponente tut ihr Übriges, da hierdurch das Gewebe elastischer und flexibler wird, um den Austritt des Kindes zu erleichtern. Zwar ist dies gewollt, jedoch können Frauen durch die Lockerung der Symphyse unter starken Schmerzen leiden, die auch in andere Bereiche – zum Beispiel in das Kreuzbein – ausstrahlen können.

Wie sieht die Therapie bei Problemen mit der Symphyse aus?

Sind sportliche Überlastungen der Auslöser für Schmerzen, dann gilt eine entsprechende Sportpause als wirksame Maßnahme. Unterstützend können Sie entzündungshemmende Medikamente einnehmen. Eine schmerzstillende und entzündungshemmende Injektion direkt in die Schambeinfuge ist ebenfalls eine Option. Der letzte Ausweg ist eine Operation, die sogenannte "Kürettage". Dabei wird das entzündete Gewebe entfernt. Schwangere Frauen benötigen im Normalfall keine spezielle Therapie, da sich die Lockerung der Symphyse nach mehreren Wochen oder Monaten meist von selbst zurückbildet. Bei größeren Schmerzen können entweder spezielle Stützkleidung oder aber auch Medikamente oder Injektionen helfen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.