Teil des Skeletts

Gesundheitslexikon: Becken

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18. April 2019 - 12:16 Uhr

Das Becken verbindet Wirbelsäule und Oberschenkel

Das Becken stellt eine überaus wichtige anatomische Struktur im Körper dar, welche eine stabile Verbindung zwischen Bauchraum und Oberschenkelknochen sowie deren Beweglichkeit gewährleistet. Um diese Funktionen erfüllen zu können, ist ein spezieller Aufbau notwendig. Aufgrund der komplizierten Struktur des Beckens sind vielfältige Störungen möglich, die bisweilen auch zu erheblichen Bewegungseinschränkungen führen können. Wir erklären, was das Becken darstellt, wie es anatomisch aufgebaut ist, welche Bedeutung es für den Körper hat und welche Erkrankungen dort auftreten können.

Was ist das Becken?

Beim Becken handelt es sich um den Körperabschnitt, der sich unterhalb des Bauchraums und oberhalb der Beine befindet. Im engeren Sinne ist unter Becken der knöcherne Aufbau dieses Abschnitts gemeint. Die Beckenknochen bilden also die knöcherne Grundlage im Bereich des Gesäßes. Sie sind nach oben mit der Wirbelsäule und nach unten über das Hüftgelenk mit den Oberschenkelknochen verbunden. Das Becken stellt eine uralte anatomische Struktur dar, die bei allen Landwirbeltieren vorhanden ist. Die Beckenstruktur hat sich jedoch beim Menschen so angepasst, dass auch der aufrechte Gang möglich wird. Des Weiteren unterscheidet sich der anatomische Aufbau von weiblichen und männlichen Becken.

Anatomischer Aufbau des Beckens

Die knöcherne Grundlage des Beckens stellen die beiden Hüftbeine dar, die zusammen mit dem Kreuzbein den Beckenring bilden. Das Kreuzbein ist der unterste Abschnitt der Wirbelsäule, der über das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk mit den Hüftbeinen verbunden ist. Dabei handelt es sich um ein straffes Gelenk, welches kaum Bewegung zulässt und für die Federung der Wirbelsäule sorgt. Die Hüftbeine bestehen aus den drei Knochen Darmbein, Sitzbein und Schambein, die erst im Alter von ca. 15 Jahren zu den eigentlichen Hüftbeinen verschmelzen. Beide Hüftbeine sind an der Vorderseite knorpelig über die sogenannte Schambeinfuge miteinander verbunden. Über eine knochenförmige Leiste werden das große und kleine Becken voneinander abgetrennt.

Funktionen des Beckens

Die Hauptfunktion des Beckens besteht darin, eine knöcherne Verbindung zwischen Wirbelsäule und Oberschenkelknochen herzustellen. Es trägt die Hauptlast des Körpergewichtes, ermöglicht so den aufrechten Gang und ist für die Stabilität des Körpers verantwortlich. Im Übergangsbereich von der relativ starren Wirbelsäule zu den Hüftgelenken sorgt das knöcherne Becken außerdem für die Beweglichkeit der unteren Extremitäten. Dafür werden im Beckenbereich eine Reihe von Muskeln ausgebildet. Schließlich schützt das Becken auch wichtige Organe wie Harnblase, innere Geschlechtsorgane oder Mastdarm, die sich in diesem Bereich befinden. Bei Frauen ist das Becken deutlich breiter als bei Männern, um viel Platz für den Geburtskanal zu gewährleisten.

Wichtigste Erkrankungen des Beckens

Im Bereich des Beckens kommen eine Reihe von Erkrankungen vor, die durch Verletzungen, Degenerationserscheinungen, entzündliche Prozesse oder auch durch erbliche Vorbelastung entstehen können. Bei schweren Unfällen kommt es oft zu komplizierten Beckenbrüchen, die sowohl den Beckenring als auch die Hüftgelenkspfanne betreffen. Beckenbrüche sind aber auch schon bei leichteren Verletzungen im Rahmen einer Osteoporose möglich. Besonders ältere Menschen erleiden häufig einen sogenannten Schenkelhalsbruch, der zu schweren Komplikationen führen kann. Häufige Erkrankungen stellen außerdem Arthrosen oder Hüftgelenksarthrosen dar, die oft mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden sind. Des Weiteren treten zuweilen auch sehr schmerzhafte Entzündungen des Hüftgelenks auf.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.