Gesundheitslexikon: Sternum (Brustbein)

29. November 2018 - 15:53 Uhr

Das Brustbein schützt Herz und Lunge

Die Knochen des menschlichen Skeletts haben je nach Aufgabe verschiedene Formen: So gibt es beispielsweise kurze, lange, platte und luftgefüllte Knochen. Insgesamt sind im menschlichen Körper über 200 Stück vorhanden. Das Sternum (Brustbein) gehört zu den platten oder auch breiten Knochen, die vor allem dem Schutz von inneren Organen dienen und deshalb auch als Schutzknochen bezeichnet werden.

Was ist das Brustbein?

Die knöchernen Anteile des menschlichen Brustkorbs (Thorax) bestehen aus den Brustwirbeln, den Rippen und dem Brustbein. Sie werden durch verschiedene Muskeln, Bänder und Knorpel zusammengehalten. Durch die Haut sind sie leicht zu ertasten. Der Brustkorb schützt die Organe, die in der Brusthöhle liegen. Vorne in der Mitte des Oberkörpers befindet sich das Brustbein. Über die Schlüsselbeine, mit denen es am oberen Ende die zwei "Sternoclaviculargelenke" bildet, ist es mit der rechten und linken Schulter verbunden. Seitlich setzen die ersten sieben Rippen über eine knorpelige Verbindung direkt und die restlichen Rippen indirekt an das Brustbein an.

Die Anatomie des Sternums

Das Sternum ist ein platter Knochen, der länglich geformt ist. Im Inneren enthält er eine schwammartige Knochensubstanz, in der sich Räume mit rotem Knochenmark befinden. Die äußere Schicht besteht aus kompaktem Knochen, der von Knochenhaut eingehüllt wird. Das Brustbein setzt sich aus drei Teilen zusammen: Oben liegt der breiteste Abschnitt, der Handgriff. Es folgt nach einer Verdickung der mittlere und längste Teil. Dieser wird als Brustbeinkörper bezeichnet. Der Schwertfortsatz ist schließlich der unterste und kürzeste Abschnitt. Er besteht aus Knochen und Knorpeln und kann bei jedem Menschen anders aussehen.

Die Funktionen des Brustbeins

Das Brustbein hat mehrere Aufgaben: Es stabilisiert den Brustkorb von vorne, während die Wirbelsäule ihn von hinten aufrecht hält. Gleichzeitig wird der Thorax durch die knorpelige Verbindung des Sternums mit den Rippen flexibel gehalten. Dies ist vor allem für die Atmung wichtig. Wenn sich die Lungen beim Einatmen mit Luft füllen, benötigen sie mehr Platz. Diesem Druck muss der Brustkorb nachgeben. Außerdem hat das Sternum eine Schutzfunktion. Es wirkt mit seiner breiten Form wie ein Schild, das vor allem das direkt dahinterliegende Herz, aber auch die Lunge und große Blutgefäße schützt. Eine weitere Aufgabe ist die Blutbildung, die bei Erwachsenen in den flachen Knochen stattfindet.

Erkrankungen und Verletzungen

Bei übermäßiger Belastung der Brustmuskeln kann es zu Verspannungen oder Entzündungen von Muskelsehnen kommen, die sich als Schmerzen im Sternum bemerkbar machen. Auch eine Herzerkrankung und ein Herzinfarkt können Schmerzen verursachen, die am Sternum zu spüren sind. Eher selten, aber dennoch möglich ist eine Fraktur. Einer extremen Krafteinwirkung, beispielsweise durch einen Autounfall oder beim Kampfsport, kann der Knochen nicht standhalten – er bricht. Dabei ist das Risiko hoch, dass auch das Herz und die Lunge verletzt werden. Häufig kommen zudem Fehlbildungen am Brustbein vor, zum Beispiel Trichterbrust, Kielbrust oder die Harrenstein-Deformität.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.