Rückfall bei einer bereits als ausgeheilt vermuteten Erkrankung

Gesundheitslexikon: Rezidiv

© dpa, Friso Gentsch

21. November 2019 - 17:10 Uhr

Rezidiv - wenn eine vermeintlich verheilte Krankheit wiederkehrt

Der Begriff Rezidiv beschreibt einen Rückfall bei einer bereits als ausgeheilt vermuteten Erkrankung physischer oder psychischer Art. Häufig wird diese Bezeichnung bei einer erneut aufgeflammten Krebserkrankung verwendet. Das Karzinom kann an Ort und Stelle seines Ursprungs wiederkehren oder es können sich Tochtergeschwülste in anderen Organen bilden. Es handelt sich dann um einen Rückfall nach einem vermeintlich erfolgreichen Kampf gegen einen Tumor. Auch bei anderen Krankheitsbildern ist ein Rezidiv eine Wiederholung eines Krankheitsbildes oder eine Wiederkehr von Symptomen im Zusammenhang mit einer bereits diagnostizierten Krankheit. Bei einem Schnupfen spricht der Mediziner beispielsweise von einer "rezidivierenden Sinusitis", wenn er in bestimmten Zeitabständen im Zusammenhang mit einer Infektion der oberen Luftwege immer wieder auftritt.

Rezidiv bei einer Krebserkrankung

Bei einer Krebsdiagnose wird ein Rezidiv als das erneute Auftreten oder Fortschreiten eines Tumors nach dessen kompletter oder teilweisen Abheilung festgestellt. Es kann sich sogar um einen Zeitraum von mehreren Jahren handeln, bis sich erneut Tumorgewebe gebildet hat. Bei Organkrebserkrankungen wie Brustkrebs, Darmkrebs, Eierstockkrebs und anderen sogenannten soliden Tumoren unterscheidet man zwischen einem Wiederauftreten am Organ selbst oder Töchtergeschwülsten, die an anderen Stellen auftreten. Handelt es sich um einen Rückfall bei Blutkrebserkrankungen wie einer Leukämie oder einem Lymphom, werden erneut Krebszellen im Blut oder Knochenmark nachgewiesen. Eine Therapie kann Erfolg versprechend sein, wenn das Rezidiv früh festgestellt wird.

Rückfall bei einer physischen oder psychischen Krankheit

Auch bei einer vermeintlich überwundenen Sucht und psychischen Störungen kann es zu einem Rezidiv kommen. Als Beispiele seien hier Depressionen oder eine Schizophrenie genannt. Diese Erkrankungen treten häufig schubweise auf. Weiterhin können Infektionskrankheiten mit Rückfällen verbunden sein. Sie sind meist die Folge einer erneuten Infektion mit dem gleichen Krankheitserreger. Es kann aber auch die Reaktivierung eines ruhenden Infektionsherdes vorliegen. Bei chronischen Nervenerkrankungen wie der Multiplen Sklerose oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa kann es zu rezidiven Schüben kommen, die in ihrem akuten Verlauf mit hoch dosierten Medikamentengaben therapiert werden müssen.

Wann kann ein Rezidiv auftreten?

Ob ein Rückfall nach Wochen oder wenigen Monaten auftritt oder sich erst nach einer sehr langen Zeitspanne entwickelt, ist individuell unterschiedlich. Unterschieden wird zwischen einem Frührezidiv, das nach kurzer Zeitspanne vorkommt, und einem Spätrezidiv, bei dem ein Rückfall erst nach Jahren auftritt. Allerdings gehören Rezidive gerade bei chronischen Erkrankungen mit schubweisem und progredientem Verlauf zum Krankheitsbild. Hexenschüsse und Bandscheibenvorfälle sind häufig rezidiv. Selbst wenn operiert wurde, kann es zum Rückfall kommen. Ist bei einem bösartigen Tumor die Krebstherapie erfolgreich verlaufen und nach fünf Jahren kein Rezidiv aufgetreten, gilt er als überwunden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Rückfall kommt. Zur sicheren Diagnose nach einer abgeschlossenen Tumorbehandlung sollten Nachsorgeuntersuchungen in engmaschigen Zeitabständen vorgenommen werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.