Lebenskraft der Natur

Gesundheitslexikon: Qi

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30. Oktober 2019 - 16:01 Uhr

Das Qi - universelle Lebenskraft und Grundlage allen Lebens

Qi ist ein chinesischer Begriff und hat die Bedeutung von Energie oder Atem. Der Begriff Qi kommt unter anderem in der chinesischen Medizin vor und prägt das Weltverständnis vieler Menschen im asiatischen Raum, aber auch in westlichen Regionen. Seit dem 19. Jahrhundert findet das Qi auch Eingang in die westliche Welt, besonders im Rahmen esoterischer Lehren.

Was versteht man unter Qi?

Die chinesische Medizin geht davon aus, dass der gesamte Körper von Energie-Leitbahnen, den sogenannten Meridianen, durchzogen ist. Die Lebenskraft Qi fließt in diesen Meridianen und bringt die Energie und die Nährstoffe zu den unterschiedlichen Organen. Die Chinesen betrachten das Qi als die Lebenskraft der Natur, die ständig in Bewegung bzw. im Fluss ist. Wenn das Qi einmal nicht oder nur verlangsamt fließen kann, bedeutet dies eine Störung der Vorgänge im Leben - egal ob eine Störung des Körpers oder der Psyche.

Wer verwendet das Konzept der Qi-Energie?

Das Konzept des Qis ist in vielen alten Kulturen bekannt und heutzutage weitverbreitet. Das Qi wird bei den Indern als "Prana", bei den Japanern als "Ki" und in Tibet als "Lung" bezeichnet. Auch im hebräischen Raum ist es unter dem Namen "Ruach" und in der islamischen Welt als "Barraka" bekannt. Seit einiger Zeit kommt es auch im westlichen Kulturkreis vermehrt zur Beschäftigung mit der traditionellen chinesischen Lehre. Im Bereich der Esoterik wird das Qi oft mit der feinstofflichen Energie gleichgesetzt.

Welche Funktionen erfüllt das Qi im Körper?

Das Qi kann als die Quelle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungsvorgänge im Körper gesehen werden und ist auch für die Erzeugung von Wärme im Körper zuständig. An der Wärme des Körpers kann man leicht diverse Störungen ablesen. Mit dem Qi ist die Verdauung im Körper sowie die Umwandlung von Nahrung möglich. Das Qi sorgt außerdem dafür, dass die giftigen Abfallprodukte aus dem Körper ausgeschieden werden und wichtige Nährstoffe wiederum gespeichert werden. Ebenso beeinflusst das Qi nach modernen Ansichten den Hormonhaushalt.

Als Vorbeugung vor diversen Krankheiten kommt das "Schutz-Qi" zum Einsatz, das den Körper vor schädlichen äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel belastenden Wetterveränderungen, schützen soll. Das Qi wird durch unsere Aktivitäten laufend verbraucht und muss daher immer wieder neu gebildet werden. Vor allem bei Erkrankungen hat der Körper einen erhöhten Qi-Bedarf, da viel Energie für die Behebung von Störungen aufgewendet wird. Auch die Psyche, die Vitalität, das Bewusstsein, die Aufmerksamkeit sowie das Denken können als ein Ausdruck des Qis angesehen werden.

Warum ist ein frei fließendes Qi so wichtig?

Wenn das Qi nicht mehr frei fließt und über einen längeren Zeitraum gestört ist, können im Menschen unterschiedliche Krankheiten entstehen. Ist in einem Organ zu wenig Lebensenergie vorhanden, so bezeichnet man diese Störung als "Qi-Mangel". Ein blockiertes Qi hindert die Lebensenergie dabei, frei durch den Körper zu fließen. Diese Störung trägt den Namen "Qi-Depression" oder "Qi-Stagnation". Eine weitere Möglichkeit der Störung ist das Fließen des Qis in die falsche Richtung. So könnte zum Beispiel bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft die Diagnose "gegenläufiges Magen-Qi" gestellt werden.