Gesundheitslexikon: Pulmonalklappe

29. November 2018 - 15:54 Uhr

Die Pulmonalklappe reguliert den Blutzufluss aus der Lunge

Die Pulmonalklappe besteht aus drei kleinen Taschenklappen, die sich mit unserem Herzrhythmus öffnen und schließen. Sie reguliert den Fluss sauerstoffarmen Blutes in die Lunge. Was scheinbar automatisch passiert, basiert in Wirklichkeit auf den verschiedenen Druckverhältnissen in den einzelnen Bereichen des Herzens. Wir erklären, wie die Pulmonalklappe aufgebaut ist und wie sie funktioniert.

Was ist die Pulmonalklappe?

Die Pulmonalklappe gehört zu den vier Herzklappen und ist für die Regulierung des Blutzuflusses aus der Lunge zuständig. Sie sitzt genau zwischen der rechten Herzkammer und der Lungenschlagader. Die "Valva trunci pulmonalis", wie die Pulmonalklappe in der Medizin genannt wird, besteht aus drei verschiedenen Taschenklappen. Diese verhindern einen Rückfluss des Blutes in das Herz. Beim Embryo wird diese Klappe bereits in den ersten fünf bis sieben Wochen gebildet. Da sie unter einem geringeren Druck steht als die anderen Herzklappen, ist sie weniger anfällig für Abnutzung als etwa die Aortenklappe.

Anatomie

Die drei Taschenklappen, "Valvula semilunaris dextra", "Valvula semilunaris sinistra" und "Valvula semilunaris anterior", aus denen sich die Pulmonalklappe zusammensetzt, sind halbförmig angeordnet. Die Namen verraten, dass es eine linke, eine rechte sowie eine vordere Klappe gibt. Beim Schließen berühren sie sich und können so ein Zurückströmen des Blutes verhindern. Sie öffnen sich jeweils nur in Blutstromrichtung. Dieser Vorgang funktioniert ohne Muskelkraft lediglich durch die Druckverhältnisse und den Blutfluss. Die Pulmonalklappe ist dünner als die Aortenklappe, wird aber ebenso durch ein starkes Bindegewebe gestützt.

Funktionen

Die wichtigste Funktion der Pulmonalklappe liegt darin, den Fluss des sauerstoffarmen Blutes, das aus der rechten Herzkammer auf dem Weg zur Lunge über die Lungenarterie fließt, zu regulieren. Somit kann es nur in eine Richtung und nicht zurückfließen. Dies geschieht in zwei Phasen: Diastole und Systole. Bei entspannter Herzmuskulatur sind die Klappen geschlossen. Wenn nun Blut aus dem Kreislauf in die rechte Herzkammer strömt, entsteht ein größerer Druck. Durch das Druckgefälle öffnet sich die Pulmonalklappe, und so fließt das Blut aus der Lungenarterie in Richtung Lunge. Nach dem Druckausgleich schließen sich die Klappen wieder, und der Zyklus beginnt von Neuem.

Wichtigste Erkrankungen

Es kann zu Erkrankungen der Pulmonalklappe aufgrund einer Verengung der Öffnung kommen (Stenose) oder zu einer Insuffizienz, die vorliegt, wenn die Taschenklappen nicht mehr richtig schließen. Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein: Häufigste Ursache ist hoher Blutdruck, aber auch Lungenerkrankungen, Veränderungen des Gewebes an den Klappen und eine angeborene Verengung sind mögliche Auslöser. Sobald Blut zurückfließt, wird das Herz mehr Muskelkraft benötigen, um den Vorgang auszugleichen. Wenn das nicht mehr funktioniert, spricht man von Rechtsherzinsuffizienz. Falls das Blut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, kann es zu Atemnot kommen, die Haut verfärbt sich blau, oder es bilden sich Blutgerinnsel an der Klappe, die zu einer Lungenembolie führen können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.