Gesundheitslexikon: Systole

29. November 2018 - 15:51 Uhr

Die Systole ist Teil des Herzzyklus

Das Herz ist der wichtigste Muskel im Körper eines Menschen. Im Laufe des Lebens schlägt es rund drei Milliarden Mal. Sagenhafte 250 Millionen Liter Blut werden dabei über die Jahrzehnte durch den Körper gepumpt – und das alles von einem etwa faustgroßen Muskel. Dieser Muskel ist ein wahres Wunderwerk der Natur und filigran gebaut. Auffälligstes Merkmal ist der stetige Takt, der vom Herzen ausgeht. Die Pumpleistung sorgt dafür, dass alle Gliedmaßen mit frischem Blut versorgt werden. Dafür verantwortlich ist das fein kalibrierte Regelwerk der Systole.

Was ist eine Systole?

Als Systole wird der angespannte Zustand des Herzmuskels beschrieben. Sie ist also Teil des Herzzyklus. In dem Moment der Systole spannt sich der Herzmuskel an, was zum Abpressen des Blutes aus dem Herzen führt. Das Gegenteil der Systole ist die Diastole. Sie beschreibt den entspannten Zustand des Herzens, wenn sich das Organ mit Blut füllt. Die Systole gibt daher den Puls sowie die Pulsamplitude vor. Ärzte unterscheiden zwei Arten der Systole. Die Vorhofsystole bildet die Kontraktion der Vorhöfe des Herzens ab. Beide Vorhöfe ziehen sich gemeinsam stark zusammen. Davon abzugrenzen ist die Kammersystole. Sie beschreibt die Kontraktion der Herzkammern.

Wie wird eine Systole untersucht?

Im Rahmen einer internistischen Untersuchung wird das Herz mittelst Stethoskop abgehört. Nimmt der Arzt Unregelmäßigkeiten wahr oder klagt der Patient über Probleme, kann ein EKG (Elektrokardiogramm) veranlasst werden. In dieser Messung der Herzstromkurve wird die Erregung des Herzmuskels dargestellt, weil die muskuläre Kontraktion von elektrischen Impulsen veranlasst wird. So lässt sich sehr exakt darstellen, wie sich Systole und Diastole abwechseln und ob hier Abweichungen zu beobachten sind. Sinnvoll ist auch eine Echokardiographie. Sie zeigt an, wie der Herzmuskel die Systole ausbildet. Möchte der Arzt sich die Systole im Inneren des Herzens anschauen, kann eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden.

Gibt es Krankheiten, bei denen die Systole eine Rolle spielt?

Eine Abweichung der üblichen Systole wird vom Patienten zumeist als sehr beängstigend wahrgenommen. Dann nämlich scheint das Herz aus dem Takt geraten zu sein. Wenn das Herz nach dem absolvierten Pumpvorgang unmittelbar eine weitere Systole ausführt, spricht man von einer Extrasystole. Sie gehört in den Bereich der Herzrhythmusstörungen. In der Wachstumsphase der Organe, also bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, kommen diese Extrasystolen immer wieder vor. Bei Erwachsenen hingegen können doppelt ausgeführte Systolen (Herzstolpern) auf eine Herzerkrankung hindeuten und müssen abgeklärt werden.

Wie lässt sich eine falsche Systole behandeln?

Weist das Herz eine krankhafte Veränderung auf, muss dies in der Regel medikamentös behandelt werden. Erfolgt die Systole nicht gleichmäßig und animiert die Diastole dazu, ebenfalls ungleichmäßig zu verlaufen, könnte dies mit Antiarrhythmika kuriert werden. Ausgeschlossen werden muss, ob eine weitere Erkrankung des Herzens vorliegt, beispielsweise eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis). Doch auch eine Hyperthyreose der Schilddrüse oder eine Störung der Elektrolyte können sich negativ auf den Gleichklang der Systole auswirken. Weisen die Herzkammern organische Defekte auf, werden häufig Stents eingesetzt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.