Gesundheitslexikon: Prellung (Kontusion)

29. November 2018 - 15:55 Uhr

Prellungen sind die häufigsten Sportverletzungen

Es geht so schnell – einmal nicht aufgepasst und schon hat man sich den Zeh kräftig angestoßen. Wenn es tief im Knochen pocht und die Haut rot wird, könnte sich eine Prellung an der Stelle der Kollision ereignet haben. Was Sie nach einer stumpfen Verletzung tun können, haben wir für Sie zusammengestellt.

Was ist eine Prellung?

Unter einer Prellung, auch Kontusion genannt, versteht man eine stumpfe Verletzung, welche durch eine starken Schlag, Stoß, Aufprall oder Kollision entstanden ist. Die Verletzung zeigt sich dabei im Bereich der Weichteile – Haut und Knochen bleiben also intakt. So kann die Prellung die Unterhaut, die Muskeln, Kapseln und Sehnen, die Faszien oder das Fettgewebe betreffen. Auch Organe können geprellt sein. Je nachdem, wo die Prellung auftritt, spricht man beispielsweise von einer Oberschenkelprellung, Gehirnprellung, Lungenprellung, Muskelprellung, Rippenprellung oder Knieprellung. Dabei wird eine Prellung auch als Kontusion bezeichnet.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer Prellung sind Zusammenstöße. Oft ging ein Sturz voraus oder der Betroffene geriet ins Straucheln und ist mit den Gliedmaßen irgendwo angestoßen. So zeigen sich viele Prellungen nach Unfällen im Straßenverkehr. Typisch sind dann sogenannte "Gurtmarken", wenn sich der Anschnallgurt regelrecht als Prellung am Oberkörper abzeichnet. Doch auch Sportarten mit direktem Körperkontakt (Eishockey, Football, Rugby, Kampfsportarten) bringen beständig diverse Prellungen mit sich. Bei älteren Menschen treten zudem häufiger Prellungen auf, da sie sturzgefährdeter sind und sich durch eine langsamere Reaktionszeit weniger schnell stützen können.

Symptome

Da die Haut unmittelbar nach der Prellung keine sichtbaren Verletzungsspuren aufweist, werden viele Betroffene zunächst als Simulanten abgetan. Die Symptome zeigen sich oft erst nach einigen Stunden. So sammelt sich häufig Gewebewasser im verletzten Bereich und das Areal wird dick. Auch kann es zu vielfachen, winzig kleinen Einblutungen kommen, die zu einem Hämatom führen. In fast jedem Fall aber reagiert die betroffene Körperzone mit einer Zunahme der Durchblutung und wird intensiv rot. Werden Knochen oder Gelenke geprellt, berichten Betroffene oft auch von einem pochenden Druckgefühl.

Mögliche Komplikationen

Leichte Prellungen entwickeln wenig Schmerz und weisen selten Komplikationen auf. Schwere Prellungen hingegen entwickeln eine Eigendynamik, die unter Umständen problematisch sein kann. So zeigen sich nach einer intensiven Prellung häufig Muskelkompressionssyndrome, die zu einer verminderten Durchblutung des umliegenden Gewebes führen können. Diese müssen umgehend chirurgisch entfernt werden. Organprellungen können zu einem Riss des Organs führen, was ebenfalls operativ behandelt werden muss. Wenn der Brustkorb stark geprellt wurde (Verkehrsunfall), kann es zu Atemproblemen kommen und der Patient könnte eine manuelle Atemunterstützung benötigen.

Diagnose und Behandlung

Schwere Prellungen müssen in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden: Nur mit Hilfe von bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Röntgen, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie) können ernstzunehmende Komplikationen ausgeschlossen werden. Bei leichten Prellungen hingegen reicht es meist schon aus, das Areal nach der sogenannten PECH-Regel zu behandeln. Dazu zählen die Ruhigstellung, das Kühlen mit Eis, die Kompression, also das Abbinden mithilfe eines Druckverbandes, des betroffenen Bereichs und das Hochlagern. Helfen können auch schmerzlindernde Salben oder die Gabe eines klassischen Schmerzmittels. Nach einer Kontusion benötigt der betroffene Bereich einige Tage Ruhe.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.