Harmlose Neubildung aus Fettgewebe

Gesundheitslexikon: Lipom

Lipom: gutartige Entartung der Fettzellen
Lipom: gutartige Entartung der Fettzellen
© Getty Images/iStockphoto, Dr_Microbe

09. September 2019 - 13:25 Uhr

Was sind Lipome und wie behandelt man sie?

Ein Lipom ist eine gutartige Geschwulst aus Fettzellen, die von einer Hülle aus Bindegewebe umschlossen wird. Lipome entstehen häufig nach dem 30. Lebensjahr und sind harmlos. Meistens treten sie an Oberkörper, Kopf, Hals oder Oberschenkeln auf, in seltenen Fällen können sie in Muskeln einwachsen.

Ursachen

Die Ursachen für die gutartige Entartung der Fettzellen sind noch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise liegt eine genetische Veranlagung vor – dafür spricht, dass bei der erblich bedingten Neurofibromatose auch vermehrt Lipome ausgebildet werden. Diskutiert werden als Auslöser auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder erhöhte Blutfettwerte. Normalgewichtige Menschen bekommen ebenso oft Lipome wie Übergewichtige, Fettleibigkeit als Ursache kann daher ausgeschlossen werden.

Symptome

Lipome machen sich als kleine Knubbel unter der Haut bemerkbar, die sich je nach Fett- und Bindegewebsanteil weicher oder härter anfühlen. Sie sind gegenüber dem gesunden Gewebe gut abgrenzbar und können unter der Haut verschoben werden. Lipome sind in der Regel nicht schmerzhaft, es sei denn, sie drücken auf Sehnen oder Nervenbahnen. Eine Ausnahme ist das Angiolipom: Diese mit vielen Blutgefäßen durchzogene Sonderform des Lipoms kann bei Berührung stark schmerzen. Gutartige Fettgeschwülste wachsen langsam und werden meistens nicht sehr groß: Riesenlipome mit einer Größe von mehr als zehn Zentimetern sind selten. Auch in der weiblichen Brust können sich harmlose Knoten aus Fettgewebe bilden. Eine schnelle Abklärung ist hier besonders wichtig, um einen bösartigen Tumor rasch ausschließen zu können.

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Diagnose

Jeder Knoten unter der Haut sollte von einem Arzt untersucht werden. Dieser wird die Geschwulst zuerst abtasten und dabei darauf achten, ob sie gut abgrenzbar ist und verschoben werden kann. Manchmal kann die Diagnose schon aufgrund des Tastbefundes gestellt werden. Meist schließen sich jedoch eine Ultraschalluntersuchung und ein Röntgen an, um sicher auszuschließen, dass es sich bei der Geschwulst um eine Zyste, eine Wucherung des Bindegewebes (Fibrom) oder einen bösartigen Tumor (Liposarkom) handelt. Im Zweifelsfall entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe aus dem Knoten, die anschließend feingeweblich untersucht wird.

Behandlung

Da sich Lipome in den seltensten Fällen zu bösartigen Tumoren entwickeln, müssen sie nicht zwingend entfernt werden. Stören sie optisch oder reizen Sehnen oder Nervenbahnen, kann ein Chirurg die Fettgeschwulst mitsamt der Bindegewebskapsel unter örtlicher Betäubung herausschneiden. Die Wunde wird anschließend vernäht, meist bleibt nach dem Abheilen eine Narbe zurück.

Eine neuere Methode ist das Absaugen des Tumors (Liposuktion), diese Behandlung kann ebenfalls unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Die Narbenbildung ist bei dieser Therapieform geringer, allerdings bleiben Reste der Geschwulst oft unter der Haut zurück. Das Risiko, erneut ein Lipom zu entwickeln, ist dadurch deutlich größer als bei der vollständigen chirurgischen Entfernung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.