Alle informationsverarbeitenden Prozesse höherer LebewesenGesundheitslexikon: Kognition

Wer sich bereits mit psychologischen Themen beschäftigt hat, ist bestimmt schon auf den Begriff Kognition gestoßen. Die sogenannte Kognition beschreibt alle Prozesse von höheren Lebewesen mit dem Ziel der Informationsverarbeitung. Diese Prozesse können in den Lebewesen sowohl in bewusster als auch in unbewusster Form ablaufen.
Was versteht man unter der Kognition?
Die Kognition als psychologischer Begriff beinhaltet unter anderem das Wahrnehmen, das Denken sowie das Erkennen. Durch kognitive Fähigkeiten können wir eine Situation erkennen, sie einschätzen und adäquat darauf reagieren. Mit der Kognition wird es den Lebewesen ermöglicht, sich in der Welt zu orientieren und sich an die Umwelt anpassen zu können. Die Kognition kann nur auf der Grundlage der Leistungsfähigkeit des Gehirns stattfinden. Die kognitive Leistungsfähigkeit hat einen großen Einfluss auf die Konzentration, Aufmerksamkeit und Motivation eines Menschen. Diese werden unter anderem durch Ablenkung, Müdigkeit und Lustlosigkeit beeinträchtigt.
Wer hat den Begriff Kognition erstmalig verwendet?
Die sogenannte Kognition wurde im Bereich der Psychologie erstmalig in den 60er Jahren analysiert. Die ersten Ansätze zur Forschung kamen von berühmten Wissenschaftlern, wie zum Beispiel Miller, Galanter, Pribram und Neisser. Um kognitive Prozesse erklären und verstehen zu können, arbeiten unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen zusammen. Der Zweig, der sich fächerübergreifend mit der sogenannten Kognition beschäftigt, wird als Kognitionswissenschaft bezeichnet und besteht aus den Bereichen der Psychologie, Biologie, Philosophie und den Neurowissenschaften. Die Kognitionspsychologie legt ihren Fokus auf die internen Prozesse der Verarbeitung von Stimuli. Mit internen Prozessen wie dem Erinnern oder dem Erkennen kann der Mensch Informationen aus der Umgebung aufnehmen und diese verarbeiten. Auch bereits intern gespeicherte Informationen können so weiterverarbeitet werden.
Wie wird die Kognition wissenschaftlich analysiert?
Um die kognitiven Prozesse der höheren Lebewesen untersuchen zu können, werden experimentelle Analysen im Labor durchgeführt. Neben den Experimenten im Labor werden Computerprogramme entwickelt, um kognitive Prozesse und Strukturen simulieren zu können. Die Basis dieser Entwicklung stellen theoretische Überlegungen und experimentelle Befunde dar. Das Leistungsvermögen des Computerprogramms kann mit den menschlichen Leistungen verglichen werden. Kommt es zu Störungen der Kognition, so wirkt sich dies oftmals als Merkfähigkeitsstörung oder als Gedächtnisstörung aus. Auch im Zuge von organischen Erkrankungen des Nervensystems, wie zum Beispiel bei Multipler Sklerose, Alzheimer oder Demenz, kann es zu Kognitionsstörungen kommen.
Warum ist die Kognition für die Lebewesen so wichtig?
Da die Merkfähigkeit und Lernfähigkeit zu der Kognition eines Menschen zählt, ist diese unabdingbar für die Ausbildung eines Menschen. Erst mit der Kognition kann sich der Mensch eine eigene Meinung zu bestimmten Themen bilden und Wünsche und Absichten formulieren. Erst durch Kognition können bereits gelernte Inhalte aufgerufen und angewendet werden. Die Kognition wird von Menschen ständig eingesetzt - mal bewusst, mal unbewusst - und kann als die Schnittstelle zwischen dem Gehirn und der Umwelt gesehen werden. Wie ein Mensch Informationen wahrnimmt, diese verarbeitet und auffasst, hat einen großen Einfluss auf seine Denkweise und macht somit den menschlichen Charakter aus.