Muskuläre Dysfunktion des Herzens

Gesundheitslexikon: Kardiomyopathie

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25. Oktober 2019 - 16:42 Uhr

Kardiomyopathie - die verschiedenen Arten der Herzmuskelerkrankung

Unter dem Begriff Kardiomyopathie werden verschiedene krankhafte Veränderungen des Herzmuskels zusammengefasst, die in der Regel mit einer Vergrößerung des Herzens einhergehen.

Was ist eine Kardiomyopathie?

Das Herz ist ein kräftiger Muskel, der durch regelmäßige Bewegungen Blut durch den Körper pumpt. Dadurch werden die Organe mit Sauerstoff versorgt und die Körperfunktionen aufrechterhalten. Bei einer Kardiomyopathie ist diese Pumpleistung aufgrund einer Schwäche des Herzmuskels eingeschränkt, was sich durch eine verminderte Leistungsfähigkeit, Brustschmerzen und Atemnot bemerkbar machen kann. Eine Erkrankung des Herzmuskels kann von diesem ausgehen (primäre Kardiomyopathie) oder in der Folge einer anderen Krankheit auftreten (sekundäre Kardiomyopathie). Je nach Art der Veränderung des Herzmuskels werden Kardiomyopathien in verschiedene Typen eingeteilt.

Ursachen

Die häufigste Form der Erkrankung ist die dilatative Kardiomyopathie, bei der sich vorwiegend die linke Herzkammer stark erweitert und die Pumpleistung des Herzens nachlässt. Die dilatative Kardiomyopathie kann genetisch bedingt sein, oft tritt sie aber nach langjährigem Alkoholmissbrauch oder in der Folge anderer Herzerkrankungen auf. In manchen Fällen bleibt die Ursache unklar. Auf einem Gendefekt beruht die hypertrophe Kardiomyopathie, bei der eine ungleichmäßige Verdickung der Herzwand für die verminderte Pumpleistung des Herzens verantwortlich ist. Daneben existieren weitere seltenere Kardiomyopathien, bei deren Entstehung sowohl erbliche Einflüsse als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

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Symptome

Durch die eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens wird der Organismus mangelhaft mit Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind ein Nachlassen der Leistungsfähigkeit, Atemnot und schnelle Ermüdbarkeit. Eine fortgeschrittene Herzschwäche ist an einer Blaufärbung von Haut und Schleimhäuten (Zyanose) erkennbar. In der Lunge und in den Venen kann sich Blut stauen, dadurch bilden sich im Gewebe Wasseransammlungen (Ödeme). Um die verminderte Pumpleistung auszugleichen, schlägt das Herz häufig schneller (Tachykardie), strukturelle Umbildungen in der Herzmuskulatur können Herzrhythmusstörungen auslösen. Auch Schwindel, Brustschmerzen und kurze Ohnmachtsanfälle (Synkopen) können auf das Vorliegen einer Kardiomyopathie hindeuten.

Diagnose

Beim Verdacht auf eine Kardiomyopathie wird der Arzt in einem ausführlichen Gespräch das genaue Beschwerdebild, Vorerkrankungen und eine familiäre Vorbelastung erfragen. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) kann er die Dicke des Herzmuskels sowie dessen Beweglichkeit und Pumpleistung messen. Ein Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet Rhythmusstörungen auf. Es kann auch unter Belastung (Ergometrie) oder über einen längeren Zeitraum (24-Stunden-EKG) durchgeführt werden. Weitere Aufschlüsse liefern ein Röntgenbild von Herz und Lunge, Blutuntersuchungen und eine Computertomografie (CT). Auskunft über Art und Schwere der Kardiomyopathie gibt eine Herzkatheteruntersuchung mit Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie).

Behandlung & Vorbeugung

Im Vordergrund der Behandlung einer sekundären Kardiomyopathie steht die Therapie der Grunderkrankung. Steht diese nicht fest oder ist die Herzschwäche angeboren, wird das Herz durch Medikamente in seiner Funktion unterstützt. Herzrhythmusstörungen können ebenfalls medikamentös behandelt werden. Oft ist die Gabe eines Gerinnungshemmers nötig, um Blutgerinnsel im Herzen zu vermeiden. In manchen Fällen führt das Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Defibrillators zur Besserung des Beschwerdebildes, als letzte Möglichkeit bleibt die Herztransplantation. Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und dem Verzicht auf übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum hilft, einer krankhaften Herzmuskelschwäche vorzubeugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.