Lebensbedrohliche virale Infektionskrankheit

Gesundheitslexikon: Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch Stechmücken übertragen wird
© dpa, Patrick Pleul, bra wst lof

13. August 2019 - 12:03 Uhr

Gefahr in den Tropen: Gelbfieber

Gelbfieber ist in den tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas verbreitet. Das auslösende Virus wird durch Stechmücken übertragen und verursacht eine Infektion, die unterschiedliche Schweregrade annehmen kann.

Was ist Gelbfieber?

Im 19. Jahrhundert zählte das Gelbfieber zu den am meisten gefürchteten Infektionskrankheiten und forderte auch in Europa mehrere Tausend Todesopfer. Bereits im Jahr 1881 zog der kubanische Arzt Carlos Finley eine Übertragung durch Stechmücken in Erwägung - diese konnte aber erst Jahrzehnte später bewiesen werden. In den 1930er-Jahren entwickelte der südafrikanische Mikrobiologe Max Theiler einen wirksamen Impfstoff. Gelbfieber gehört zu den hämorrhagischen Fiebern und kann zu lebensbedrohlichen Organschäden und Blutgerinnungsstörungen führen. Aufgrund dieser Symptomatik wurde es früher auch als Schwarzes Erbrechen" bezeichnet.

Wie wird das Virus übertragen?

Gelbfieber wird durch ein Virus aus der Familie der Flaviviren verursacht und von Stechmücken – überwiegend denen der Gattung "Aedes aegypti" - übertragen. Die weiblichen Stechmücken nehmen mit dem Blut eines infizierten Lebewesens das Virus auf und geben es bei der nächsten Mahlzeit an die folgende Nahrungsquelle weiter. Menschen erkranken überwiegend am urbanen Gelbfieber (Stadtgelbfieber), bei dem die Mücken das Virus von Mensch zu Mensch weitergeben. Das Dschungelgelbfieber befällt vorwiegend Affen und nur selten Menschen. In einigen Savannenregionen Afrikas überschneiden sich beide Übertragungswege (intermediärer Infektionsweg).

Welche Symptome zeigen sich bei Gelbfieber?

Eine Gelbfieber-Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Charakteristisch für die Anfangsphase ist hohes Fieber verbunden mit Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Nasenbluten, Übelkeit und Erbrechen. Nach drei bis vier Tagen sinkt das Fieber und die Beschwerden klingen ab - in leichten Fällen ist die Erkrankung damit überstanden. Bei etwa 15 Prozent der Betroffenen geht das Gelbfieber danach in eine toxische Phase über, die durch erneutes Fieber und eine erhöhte Blutungsneigung gekennzeichnet ist. Dazu gesellen sich häufig Leberentzündungen mit Gelbsucht, neurologische Auffälligkeiten und schwere Nierenschäden. Im schlimmsten Fall tritt innerhalb von zwei Wochen der Tod ein.

Wie wird Gelbfieber diagnostiziert?

Treten nach einem Aufenthalt in den Tropen unspezifische Beschwerden und hohes Fieber auf, liegt der Verdacht auf Gelbfieber oder eine andere Tropenkrankheit nahe. Nach einem ausführlichen Gespräch wird der Arzt eine eingehende körperliche Untersuchung vornehmen, um Blutungsquellen oder eine Leber- und Milzvergrößerung zu entdecken. Eine Blutuntersuchung liefert weitere Aufschlüsse wie etwa erhöhte Leberwerte oder eine Veränderung des Blutbilds. Sicherheit gibt ein Bluttest, bei dem das Virus entweder direkt oder indirekt durch die vom Körper gebildeten Antikörper nachgewiesen werden kann. Dieser ist bereits in der Anfangsphase der Erkrankung aussagekräftig.

Behandlung und Vorbeugung gegen Gelbfieber

Eine Behandlung des Gelbfiebers ist nicht möglich, lediglich die Symptome können gemildert werden. Infusionen gleichen den Flüssigkeitsverlust aus, Schmerzmittel senken das Fieber und lindern Kopf- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen ist eine intensivmedizinische Überwachung der Organfunktionen notwendig. Nach einer überstandenen Erkrankung besteht lebenslange Immunität gegen das Virus. Eine wirksame Vorbeugung stellt neben der Vermeidung von Mückenstichen die Gelbfieber-Impfung dar - für die Einreise in gewisse Länder ist diese gesetzlich vorgeschrieben. Der Impfschutz setzt etwa zehn Tage nach der Impfung ein und hält lebenslang an.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.