Meist durch Bakterien, seltener durch Viren oder Pilze verursacht

Gesundheitslexikon: Gehörgangsentzündung (Otitis externa)

Eine Gehörgangsentzündung ist eine der häufigsten Ursachen für Ohrenschmerzen
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14. August 2019 - 11:25 Uhr

Ohrenschmerzen? Vielleicht steckt eine Gehörgangsentzündung dahinter

Das Ohr kann man grob in drei Teile gliedern: Innen-, Mittel- und Außenohr. Zwischen Mittel- und Außenohr liegt das Trommelfell. Zum Außenohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang. Entzündet sich die Haut dieses Ganges, nennt man dies Gehörgangsentzündung oder Otitis externa.

Was ist eine Gehörgangsentzündung?

Bei einer Gehörgangsentzündung sind in den meisten Fällen sowohl die Haut als auch die darunterliegende Unterhaut betroffen. Eine Otitis externa kommt relativ häufig vor; vor allem Kinder und Menschen, die häufig schwimmen oder tauchen, erkranken daran. Auch bei Diabetikern und bei Menschen, die ein Hörgerät benutzen, kann sich die Haut des Gehörgangs schnell entzünden. Die Otitis externa tritt sowohl einseitig als auch beidseitig auf. Das Trommelfell kann ebenfalls betroffen sein. Man unterscheidet je nach Auslöser und Symptomen zwischen verschiedenen Formen der Gehörgangsentzündung.

Ursachen einer Ohrenentzündung

Meist wird die Entzündung durch Keime wie beispielsweise Streptokokken und Staphylokokken oder auch durch Pilze ausgelöst. Wurde die Haut des Gehörgangs etwa durch unsachgemäßes Reinigen verletzt, können die Erreger dort eindringen und eine Entzündung der Haut verursachen. Besteht bereits eine Mittelohrentzündung, kann sich die Infektion über das Trommelfell bis in den äußeren Gehörgang ausbreiten. Auch durch eine allergische Reaktion kann die Otitis externa ausgelöst werden, zum Beispiel durch Seifen oder Shampoos. In manchen Fällen ist eine Haarfollikelentzündung im Ohr die Ursache.

Symptome einer Otitis externa

Anfangs verspürt man einen Juckreiz im Ohr, der sich langsam zu einem brennenden Schmerz entwickelt. Kaubewegungen verschlimmern den Schmerz. Zusätzlich kann sich ein Sekret im Ohr bilden. Die Haut im Gehörgang rötet sich und schwillt an, was zu Schwerhörigkeit führen kann. Ist die Entzündung stark ausgeprägt, können Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl entstehen. Auch die Lymphknoten am Hals können geschwollen sein. In schweren Fällen kann es vorkommen, dass sich die Entzündung bis auf den Knochen ausbreitet oder dass sich Eiter bildet.

Diagnose einer Otitis externa

Wenn Ziehen an der Ohrmuschel und Druck auf den Knorpel vor dem Gehörgang Schmerzen verursachen, handelt es sich um typische Anzeichen für eine Otitis externa. Dies wird bei einer Untersuchung zuerst getestet. Beim Blick ins Ohr mit einem Othoskop können Rötungen und Schwellungen erkannt werden. Ist die Ursache eine Haarfollikelentzündung, kann man den entzündeten Haarbalg sehen. Sondert das Ohr ein Sekret ab, wird davon ein Abstrich genommen, um den Erreger zu bestimmen. Eventuell kann ein Allergietest oder eine Blutuntersuchung weitere Informationen liefern.

Behandlung und Vorbeugung einer Gehörgangsentzündung

Als erste Maßnahme wird der Gehörgang mit einer Spülung gereinigt. Um die Schwellung zu reduzieren, können mit Alkohol getränkte Streifen ins Ohr gelegt werden. Gegen die Schmerzen helfen schmerzlindernde Medikamente. Je nachdem, ob Pilze oder Bakterien die Verursacher der Entzündung waren, wird der Gehörgang mit einer antimykotischen oder antibiotischen Salbe behandelt. Wichtig ist, dass das Ohr während der Therapie trocken bleibt. Ist die Entzündung stark fortgeschritten, wird ein Antibiotikum verabreicht. Bei Eiteransammlungen ist ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig. Um keine Otitis externa zu verursachen, sollte man bei der Ohrreinigung unbedingt auf Wattestäbchen oder spitze Gegenstände verzichten. Nach dem Baden oder Schwimmen sollte das Ohr immer trockengeföhnt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.