Entsteht bei Entzündungsreaktionen

Gesundheitslexikon: Eiter (Pus)

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16. Juli 2019 - 13:19 Uhr

Eiter hilft bei der Wundheilung

Eiter bezeichnet eine Absonderung gelblicher Färbung, die meist durch bakterielle Entzündungen im Körper verursacht wird. Der lateinische Name hierfür lautet "Pus". In der Geschichte wurde die Bildung von Eiter in oder auf Wunden häufig als "löblich" bezeichnet, lateinisch "pus bonum et laudabile". Tatsächlich trägt Eiter bei infizierten Wunden oftmals zur Wundheilung bei. Dieser Umstand war besonders zu Zeiten, als Antibiotika noch nicht zum medizinischen Repertoire gehörten, von großer Bedeutung.

Was ist Eiter?

Eiter setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Die wichtigsten Bestandteile bilden weiße Blutkörperchen sowie zerfallenes Gewebe. Wenn Blut gerinnt, kommt noch eine klare Flüssigkeit hinzu. Besonders die weißen Blutkörperchen dienen der Abwehr von Krankheitserregern und sind die Gesundheitspolizei des Körpers. Sie besitzen die Fähigkeit, infektiöse Erreger wie etwa Bakterien zu umschließen und abzutöten. Dabei werden die weißen Blutkörperchen selbst auch vernichtet. Gemeinsam mit den kranken, zerstörten Körperzellen werden sie dann als Eiter abgesondert. Dieser Prozess wird auch Eiterung genannt. Medizinisch unterscheidet man Eiter je nach Ort und Form seiner Ansammlung. Ein Abzess ist eine eiterhaltige Abkapselung im Gewebe. Von einem Empyem spricht man, wenn sich Eiter in einer Körperhöhle gebildet hat.

Ursachen und Symptome

Eiter ist nichts anderes als eine Abwehrreaktion des Körpers auf eindringende Krankheitserreger, vor allem Bakterien. Theoretisch kann sich im gesamten Körper Eiter bilden. Je nach Stadium der Entzündung ist die Konsistenz des Eiters dünn- bis dickflüssig. Die Farbe reicht über blassgelb oder grün bis hin zu blaugrün oder gelbbräunlich. Von Eiter betroffene Hautstellen sind gerötet und geschwollen, sie fühlen sich zudem oft heiß an. Größere Eiteransammlungen haben häufig heftige Schmerzen zur Folge. Darüber hinaus können Schüttelfrost und Fieber auftreten.

Diagnose und Behandlung

Hat die Eiteransammlung eine Entzündung verursacht, wird der Arzt zunächst eine Blutentnahme veranlassen. Die Probe wird dazu verwendet, die Leukozytenanzahl festzustellen. Anhand dieser kann eine Einschätzung darüber getroffen werden, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist. Hierfür können außerdem bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt werden. Um die Bakterienart genauer zu bestimmen, ist manchmal auch ein Abstrich vom betroffenen Hautareal hilfreich. In schwierigen Fällen wird Eiter zum Abfluss gebracht. Das kann entweder dadurch geschehen, dass die Eiteransammlung aufgeschnitten oder aber eine Drainage gelegt wird. Kleinere Abszesse werden aber auch mit Zugsalbe behandelt, die den Eiter herauszieht.

Vorbeugung

Obwohl Eiter Wunden im Körper auf natürliche Weise reinigt, enthält er doch Krankheitserreger. Diese können, wenn sie in der Wunde verbleiben, die bestehende Infektion fortsetzen oder sogar eine neue bilden. Kritisch kann es werden, wenn größere Mengen Eiter in den Körper oder in den Blutkreislauf gelangen. Dann besteht die Gefahr einer Blutvergiftung oder eines toxischen Schocks. Im Extremfall können sogar mehrere Organe versagen. Die beste Maßnahme zur Vorbeugung besteht darin, bereits gereinigte Wunden sauber zu halten. Somit kann die Bildung neuer Keime meist zuverlässig verhindert werden. Eiternde Wunden, die sich vergrößern, sollten immer zu einem Arztbesuch führen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.