Endoskopische Methode

Gesundheitslexikon: ERCP (Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie)

9. August 2019 - 9:02 Uhr

Mittels ERCP lassen sich Galle und Bauchspeicheldrüse untersuchen

Bei einigen Untersuchungen im Bereich der Galle oder Bauchspeicheldrüse wird zumeist die sogenannte ERCP angewandt. Die Abkürzung steht hierbei für Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie und beschreibt, wie der Name erkennen lässt, ein Untersuchungs- und Behandlungsverfahren mittels Endoskop. Mit vergleichsweise wenig Risiken verbunden ist das Verfahren ein eher schmerzarmes Vorgehen mit der Möglichkeit von Eingriffen während der Untersuchung.

Was ist ERCP?

Bei der ERCP handelt es sich um eine radiologische Untersuchung. Diese wird zumeist für die Hohlräume von Gallengängen, Gallenblase sowie Zugängen der Bauchspeicheldrüse angewandt. Hierzu werden die zu untersuchenden Stellen mit Röntgenkonstrastmittel gefüllt und endoskopisch untersucht. Gleichzeitig steht das Endoskop für die Möglichkeit geringer Eingriffe durch Einführung weiterer Instrumente zur Verfügung. Da die Einführung entgegen der Fließrichtung im Körper erfolgt, spricht man von einem retrograden Eingriff. Mögliche Krankheitsbilder zur Anwendung der ERCP sind Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase. Ebenfalls kommen Gallensteine, Cholangitis oder eine Pankreasinsuffizienz in Frage. Darüber hinaus kann das Verfahren bei der Diagnose von Tumoren angewandt werden.

Wer wird mittels ERCP untersucht?

Diese Art der endoskopischen Untersuchung ermöglicht das Feststellen von Veränderungen der Gallenwege und Bauchspeicheldrüsengänge. Eine Untersuchung ist nötig zur Abklärung eines Verschlusses im Zusammenhang mit einer Gelbsucht, Entzündungen der Gallenblase sowie Verengungen der Gallenwege. Des Weiteren kommen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und Zysten bzw. Tumore als Untersuchungsgrund in Frage. Symptome, bei denen eine Untersuchung nötig sein könnte, sind zum Beispiel Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Gallenkolik. Auch Gewichtsabnahme und Aszites können Gründe sein. Sie stellen allerdings nur Indizien dar und begründen alleinstehend keine ERCP. Vorteilhaft an dieser Eingriffsart ist die zumeist kurze Verweildauer nach dem Eingriff im Krankenhaus beziehungsweise beim Arzt.

Wie funktioniert die ERCP?

Die ERCP stellt lediglich einen ambulanten Eingriff dar. Aufgrund der Kurznarkose ist im Normalfall eine Entlassung nach dem Aufwachen beziehungsweise wenige Stunden nach dem Eingriff möglich. Nach ärztlicher Abklärung über Gerinnungsstörungen oder die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente werden vorliegende Entzündungen vor dem Eingriff oft mittels Antibiotikum behandelt. Während der ERCP wird nach Einleitung der Kurznarkose ein spezielles Endoskop über Mund, Speiseröhre und Magen bis zum Zwölffingerdarm eingeführt. Dort wird der zu untersuchende Bereich mit Röntgenkontrastmittel gefüllt. Dieser Teil wird in der Folge geröntgt. Das Endoskop verfügt zusätzlich über eine Lichtquelle sowie Kamera. Bedarfsorientiert können zusätzliche Geräte über das Endoskop eingeführt werden.

Warum wird die ERCP angewandt?

Das bei der ERCP erstellte Röntgenbild lässt eine erste Einschätzung von Veränderungen im untersuchten Bereich zu. Liegt der Verdacht auf einen Tumor vor, kann im selben Eingriff/ Verfahren eine Gewebeprobe entnommen werden. Ebenfalls ist es möglich, beim Erkennen von Verengungen diese unmittelbar mittels Stents zu behandeln. Auch Gallensteine lassen sich bei der Untersuchung entfernen. Die ERCP sollte während einer Schwangerschaft grundsätzlich vermieden werden. Der große Vorteil bei diesem Verfahren ist die Möglichkeit, während der Untersuchung und Diagnose im selben Schritt bereits Maßnahmen zur Behandlung zu treffen. Die ERCP stellt einen vergleichsweise schmerzarmen Eingriff dar.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.