Verstopfung eines Blutgefäßes

Gesundheitslexikon: Embolie

15. Juli 2019 - 10:00 Uhr

Embolie – ein gefährlicher Verschluss

Bei einer Embolie verstopft eingeschwemmtes Material aus dem Blut ein bestimmtes Gefäß. Bei den eingeschwemmten Substanzen kann es sich um körpereigene Substanzen wie Fette, aber auch Fremdsubstanzen wie abgebrochene Katheterteile handeln. Das Gefäß ist durch diesen sogenannten Embolus entweder teilweise oder vollständig verschlossen.

Welche Arten von Embolien gibt es?

Embolien können nach Ursache und Lokalisation unterschiedene werden. Die offizielle Klassifizierung sieht eine Ursachenunterscheidung von mindestens acht verschiedenen Arten des Embolus vor.

  • Von einer Thrombembolie ist bei eingeschwemmten Blutgerinnseln die Rede.
  • Eine Fettembolie bildet sich bei eingeschwemmten Fetten.
  • Eine Knochenmarkembolie kann mit der Verschleppung von Knochenmark ins Blutsystem vorliegen.
  • Bei einer Fruchtwasserembolie entspricht die eingeschwemmte Substanz Anteilen des Fruchtwassers.
  • Zu einer Gasembolie kommt es, wenn Luftblasen oder Gase die Blutbahnen verstopfen.
  • Die Tumorembolie kann durch Tumoranteile oder Metastasen entstehen.
  • Septischen Embolien liegen bakteriell infizierte Partikel zugrunde.
  • Die Fremdkörperembolie wird durch Anteile von Gegenständen im Gefäßsystem verursacht und ist somit von den vorherigen Embolien durch körpereigene Materialien zu unterscheiden.

Die genannten sind nur die wichtigsten Arten. Die Unterscheidung nach Lokalisation hat Kategorien wie die Lungenembolie zur Folge, bei der der Embolus aus den Venen des Körpers stammt und die Lungenarterien verstopft. Arteriellen Embolien liegt ein Embolus aus dem Herzen oder den Arterien zugrunde. Ein Embolus an der Lokalisation oberhalb einer Gefäßaufzweigung heißt reitender Embolus.

Welche Ursachen liegen einer Embolie zugrunde?

Thrombembolien können auf Ursachen wie Gerinnungsstörungen zurückgehen, die Thrombosen begünstigen. Der Fettembolie geht meist ein Trauma voraus, so zum Beispiel im Rahmen von fettfreisetzenden Operationen. Knochenmarksembolien ergeben sich meist durch Frakturen der langen Röhrenknochen. Gasembolien sind im Rahmen der Taucherkrankheit verbreitet und septischen Embolien geht in der Regel eine bakterielle Endokarditis voraus. Die Fruchtwasserembolie entspricht dagegen einer Geburtskomplikation.

Von allen Embolien sind Thrombembolien infolge einer Thrombose tiefer Beinvenen die häufigsten. Außerdem sind Thrombembolien der Hirnarterien verbreitet und entsprechen im Wesentlichen dem Schlaganfall. Die Embolie ist eine häufige Todesursache. Deutschlandweit betrifft sie jährlich bis zu 25.000 Menschen.

Wie werden Embolien behandelt?

Die Behandlung eines Embolus richtet sich nach der Embolie-Art. Bei einer Thrombembolie kommen oft Medikamente zur Auflösung des Thrombus zum Einsatz. Grundsätzlich kommt bei allen schweren Lungenembolien mit Schocksymptomen eine Sauerstoffgabe zur Anwendung, die gegebenenfalls mit der Gabe von Heparin kombiniert wird.

Die Auflösung des Embolus findet in besonders schweren Fällen durch eine chirurgische Embolektomie statt. Die Sicherung von lebenswichtigen Funktionen wie der Nierenfunktion und den Kreislauffunktionen steht bei allen Arten der Embolie im Mittelpunkt der Therapie.

Wie lässt sich embolischen Gefäßverschlüssen vorbeugen?

Zur Vorbeugung verschiedener Embolie-Arten stehen unterschiedliche Präventivmaßnahmen zur Verfügung. Bei Gerinnungsstörungen kann gegebenenfalls die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten der Bildung von Thromben und damit Thrombembolien vorbeugen. Fettembolien beugen Ärzte im Rahmen von Operationen mitunter durch das Auswaschen des Markraums, durch Entlastungsbohrungen oder Blutsperren vor, die den Eintritt von Fett in die Blutbahnen verhindern sollen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.