Teilgebiet der Biologie

Gesundheitslexikon: Biotechnologie (rote Biotechnologie)

© picture-alliance / dpa, Frank Rumpenhorst

15. April 2019 - 14:09 Uhr

Die rote Biotechnologie als wichtiger Teil der medizinischen Wissenschaft

Die Biotechnologie, auch Biotechnik genannt, bezeichnet eine Wissenschaft, die das Ziel hat, neue Verfahren für die Herstellung chemischer Verbindungen und für effizientere Diagnosemethoden zu entwickeln. Die Verfahren der Biotechnik werden in unterschiedlichen Bereichen angewendet, zum Beispiel in der Landwirtschaft, Industrie oder Medizin. Die biotechnischen Verfahren der Medizin werden als "rote Biotechnologie" bezeichnet. Die Farbe Rot steht dabei als Zeichen für das Blut stellvertretend für den gesamten menschlichen Organismus.

Was verbirgt sich hinter der roten Biotechnologie?

Die rote Biotechnologie wird auch als die medizinische Biotechnologie bezeichnet und beschäftigt sich mit der Erforschung von Verfahren, die in der Diagnostik und Therapie hilfreich sein können - angefangen von Biochips zur Diagnostik über die Herstellung von Arzneimitteln bis hin zur Gentherapie. Äußerst wichtig für die rote Biotechnologie war die Erklärung der DNA-Doppelhelix im Jahr 1953. Dank der Entdeckung der Desoxyribonucleinsäure (kurz DNA oder DNS) konnten zahlreiche molekularbiologische und gentechnische Labormethoden entwickelt werden, die heute zum Standardrepertoire der Medizin gehören.

Wer hat erstmals Biotechnologie angewendet?

Biotechnische Anwendungen durch den Menschen gibt es schon seit vielen Jahrtausenden. Zu den ältesten zählt dabei die Herstellung beziehungsweise Konservierung von Nahrungsmitteln. Dazu gehören zum Beispiel Brot, das mit Sauerteig hergestellt wird sowie Essig oder Wein und Bier im Zuge der alkoholischen Gärung. Im Zuge des Fortschritts kam es auch zur Weiterentwicklung der Biotechnik und somit zur Entstehung der wissenschaftlichen Disziplin der roten Biotechnologie. Ihre Geschichte geht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als die Welt der Mikroben und somit vieler Krankheitserreger entdeckt wurde. Ein weiterer Meilenstein der roten Biotechnologie war die Entdeckung des Penicillins im Jahr 1928 durch Alexander Fleming.

Wie wird die rote Biotechnologie benutzt?

Die rote Biotechnologie wird heute vor allem mit dem Zweck der medizinischen Diagnostik erforscht und angewendet. Dank der biotechnologischen Verfahren können bestimmte Krankheiten und genetische Defekte rasch und zuverlässig erkannt werden. Die biotechnologischen Verfahren vereinfachen und beschleunigen die Herstellung von Arzneimitteln, die oftmals äußerst aufwändig und langwierig ist. Außerdem kann durch die Biotechnologie die Prüfung der Wirksamkeit von Medikamenten und Therapien verbessert und die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen verringert werden. Die gentechnisch produzierten Wirkstoffe, wie zum Beispiel Insulin, Impfstoffe und Wachstumshormone, zählen heute zum medizinischen Standard.

Warum ist die medizinische Biotechnologie so wichtig?

Die rote Biotechnologie hat vor allem bei den Krankheiten eine große Bedeutung, bei denen klassische Arzneimittel und Verfahren bislang nicht viel ausrichten konnten. In der Behandlung von Krebserkrankungen wird darauf hingearbeitet, gezielte Eingriffe vollziehen zu können, bei denen die Wirkstoffe nur im erkrankten Gewebe wirken und nicht den gesamten Körper belasten. Neben dem Einsatz von Medikamenten arbeitet die rote Biotechnologie daran, im Zuge der Gentherapie genetische Defekte mit körpereigenen Genen oder Zellen zu behandeln. Ein weiteres Anwendungsgebiet der Biotechnologie ist die sogenannte Regenerationsmedizin. Diese soll erkrankte oder zerstörte Gewebe und Organe heilen. Bei der sogenannten Stammzelltherapie werden Stammzellen gezielt programmiert und für Transplantationen eingesetzt.