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Gesundheitslexikon: Abhyanga (ayurvedische Massage)

Abhyanga (ayurvedische Massage) – mit warmem Öl zum Glück

Fließende Massagegriffe und warmes Öl wirken auf den Körper ein, während der Patient ruhig daliegt und die ihm gewährte Aufmerksamkeit genießt. Abhyanga soll nicht nur glücklich machen, sondern auch der Gesunderhaltung von Körper und Geist dienlich sein.

Was ist eine Abhyanga (ayurvedische Massage)?

Die ayurvedische Massageform Abhyanga heißt frei übersetzt ‚Große Einölung‘. Sie ist praktischer Teil von Ayurveda und kann als medizinische Behandlung gesehen werden. Ursprünglich kommt sie aus Indien und Sri Lanka. In Europa hat sich allerdings eher eine wohltuende Variante in Form einer Wellnessanwendung etabliert. Ziel der Abhyanga ist es, die ayurvedischen Doshas, also die drei möglichen Konstitutionen des Menschen, auszugleichen. Der eher unruhige Vata-Typ erhält daher eine beruhigende Massage. Der leicht erregbare Pitta-Typ soll durch Abhyanga geerdet werden. Der phlegmatische Kapha-Typ genießt eine stärkende Massage.

Wie funktioniert eine ayurvedische Massage?

Eine traditionelle Abhyanga wird von zwei Masseuren synchron am Patienten ausgeführt. Mittlerweile werden aber auch solche Massagen angeboten, die nur von einem Therapeuten durchgeführt werden.

Schon im Vorfeld der Massage sorgt der Therapeut dafür, dass genügend Öl ausgekocht wird und dabei eine Temperatur von über 100 Grad erreicht wird. Durch diesen Vorgang soll die feinstoffliche Zusammensetzung des Öls optimiert werden, um besser in die Haut eindringen zu können. Das Öl kühlt danach ab und wird mit einer Temperatur von rund 45 Grad Celsius im Rahmen der Behandlung genutzt.

Für das eigentliche Ritual legt sich der Patient unbekleidet auf eine Liege. Der Masseur beginnt zumeist am Kopf und führt im Bereich der Ohren und der Stirn sanfte, ausstreichende Bewegungen aus. Dabei werden bevorzugt kreisende Handgriffe angewendet, die mit viel Zugabe von Öl wiederholt werden. Auch der Bauch, die Gliedmaßen, die Beine und die Füße werden so abwechselnd behandelt. Insgesamt bemüht sich der Masseur, möglichst viel Öl in die Haut des Patienten einzuarbeiten. Weil eine Abhyanga sehr aufwändig ist, dauert eine solche Behandlung selten unter 60 Minuten. Nach der Massage wird das überschüssige Öl vorsichtig von der Haut abgerieben. Die traditionelle Variante, überschüssiges Öl mit Kichererbsenmehl oder Kalmuspulver auf der Haut zu binden, kommt bei der im Westen ausgeführten Variante selten vor.

Bei welchen Problemen soll die Abhyanga helfen?

Die Abhyanga versteht sich als ganzheitliche Behandlung, welche den Geist ausgleicht und den Körper sanft mobilisiert. Nach der ayurvedischen Lehre soll der Mensch durch eine regelmäßige Behandlung nicht erkranken. Im Westen wird die Abhyanga auch gerne als Babymassage eingesetzt. Das warme Öl und die kreisenden Bewegungen beruhigen das Kind und fördern eine enge Bindung zu den Eltern. Die Abhyanga kann aber auch gezielt gegen Verdauungsstörungen praktiziert werden, indem insbesondere der Bauchraum rotierend bearbeitet wird.

Was sollte man bei der ayurvedischen Massage beachten?

Bei der Abhyanga kommen natürliche Öle zum Einsatz. Diese können bei empfindlichen Personen zu Unverträglichkeiten oder Allergien führen. Da mit den Ölen auch im Gesichtsbereich gearbeitet wird, sollten Kontaktlinsenträger die Linsen vorher entfernen.

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Abhyanga (ayurvedische Massage) – warmes Öl streichelt die Seele. Wie die Massage wirkt, lesen Sie bei Frauenzimmer.

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