Besonders in den Golfstaaten ist die Nachfrage riesig

Geparden als Statussymbol: Der Trend der Superreichen rottet die Tiere aus

31. August 2019 - 15:34 Uhr

Verschleppt, gequält, als Statussymbol missbraucht

Sie sitzen auf Luxusschlitten, werden mit Eis und Lutschern zwangsernährt, zur Bespaßung in den Pool geschubst  - die Rede ist von Geparden, den schnellsten Raubkatzen der Welt. Als Statussymbol der Superreichen werden die Tiere zur Schau gestellt und in Social-Media-Posts vorgeführt. Besonders beliebt ist die lebendige Schmuggelware in den Golfstaaten. Dort enden die Jungtiere, die ihren Eltern in der freien Wildbahn entrissen werden, als exotische Haustiere in den Wohnzimmern wohlhabender Privatpersonen. 

​Wie die Gier nach einem ausgefallenen Statussymbol eine ganze Tierart ausrottet und wie die Geparden leiden, sehen Sie im Video.

Weltweit gibt es nur noch 7500 freilebende Geparden

Weltweit leben nur noch rund 7500 Geparden in Freiheit. Und der Bestand geht weiter rapide zurück. Dabei ist besonders der illegale Handel mit Geparden eine der größten Gefahren für die Raubkatze. Hunderte werden via Facebook, Instagram und YouTube verkauft.

​Der Cheetah Conservation Fund (CCF), einer Umweltschutzorganisation, die sich dem Schutz des Geparden verschrieben hat, versucht bereits seit Jahren, den illegalen Handel mit Gepardenbabys zu bekämpfen. Nach Angaben der Organisation werden jedes Jahr bis zu 300 Jungtiere allein über Somaliland verschleppt, eine autonome Region Somalias. In kleinen Boxen oder Pappkartons werden sie über das Arabische Meer in die Golfstaaten geschmuggelt. Viele überleben die harte Überfahrt nicht. Für jeden Gepard, der illegal auf den Markt gelangt, sterben fünf oder mehr der jungen Katzen beim Fang und Schmuggel, so die erschreckenden Zahlen von CCF.

"Die Gefangenschaft bedeutet für Geparden den Tod"

Gepardenbabys
In kleinen Boxen oder Pappkartons werden die Gepardenbabys über das Arabische Meer in die Golfstaaten geschmuggelt
© @Cheetah Conversation Fund

Als schnellstes Landsäugetier der Welt brauchen Geparden Platz zum Laufen und eine spezielle Ernährung. Die meisten Besitzer wissen nicht, wie sie sich um die Katzen kümmern sollen. Die Mehrheit der in Gefangenschaft gehaltenen Geparden stirbt innerhalb von ein oder zwei Jahren, sagten Experten dem amerikanischen Nachrichtensender CNN.

Tierärzte in den Golfstaaten bestätigen dieses düstere Bild: "Die Gefangenschaft bedeutet für Geparden den Tod", so ein Tierarzt, der in den letzten fünf Jahren Dutzende von Geparden behandelt hat. Viele von denen, die er betreute, überlebten nicht. Er habe Geparden gesehen, die an Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen litten, weil die Leute nicht wussten, was sie füttern sollten. Andere leiden unter stressbedingten Krankheiten und Übergewicht.

Aufklärungsarbeit ist wichtig

Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate hat zwar im Jahr 2017 ein Gesetz verabschiedet, welches die private Haltung von Geparden und anderen Wildtieren unter Strafe stellt. Geahndet wird es aber offensichtlich selten. 

Mit dramatischen Folgen: in den letzten 100 Jahren ist die weltweite Geparden-Population um fast 90% gesunken, von etwa 100.000 auf nur noch geschätzte 7.100 Tiere in freier Wildbahn. Waren sie einst über beinahe ganz Afrika sowie in Vorderasien, auf der indischen Halbinsel und in Teilen Zentralasiens verbreitet, so ist der Restbestand fast nur noch in Afrika, südlich der Sahara anzutreffen.

Der Cheetah Conservation Fund (CCF) drängt deshalb auf ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den illegalen Handel mit Wildtieren: "Wenn man nur ein bisschen rechnen kann, weiß man, dass es nur noch wenige Jahre dauern wird, bis wir keine Geparden mehr haben."

Letzte Zuflucht für exotische Tiere

Leider kommt es auch in Deutschland immer wieder vor, dass sich Menschen Tiere anschaffen, die zwar hübsch anzusehen sind, aber extrem großen Aufwand in der Haltung verursachen. Die Besitzer wissen nicht mit den Tieren umzugehen, geben sie ab oder setzen sie sogar aus. Eine Auffangstation kümmert sich um die Tiere.