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Geht so Klimaschutz? Von der Leyen nimmt für 50 Kilometer lieber den Privatjet als die Bahn

Geht so Klimaschutz?

Von der Leyen nimmt für 50 Kilometer lieber den Privatjet als die Bahn

06.02.2019, Berlin: Ursula von der Leyen (CDU), Verteidigungsministerin, steigt auf dem militärischen Teil des Flughafen Tegel in ein Flugzeug der belgischen Luftwaffe, um nach Paris zu fliegen. Dort wird sie gemeinsam mit der Verteidigungsministerin
Ursula von der Leyen steigt in ein Flugzeug der belgischen Luftwaffe (Archivfoto, 6.2.2019)
Bernd von Jutrczenka, picture alliance/dpa, dpa

1.130 Kilogramm CO2 erzeugt - statt fast null mit der Bahn

Wasser predigen, Wein trinken – das wird Politikern oft vorgeworfen und manchmal wohl auch zurecht. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen muss sich nun vorhalten lassen, dass ihre Worte in Sachen Klimaschutz und ihr Handeln nicht recht zusammenpassen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, benutzte die CDU-Politikerin im Sommer für 50 Kilometer von Wien nach Bratislava lieber einen Privatjet, als die klimafreundlichere Variante Bahn zu wählen.

"Telegraph": Bei 34 Reisen nahm sie 18 Mal den Privatjet

Der Vorfall habe sich am 21. Juni ereignet, auch von der Leyens Mitarbeiter flogen mit. Die Flughäfen der österreichischen und der slowakischen Hauptstadt liegen gerade mal 47 Kilometer auseinander -das ist nur unwesentlich weiter als die Entfernung zwischen Köln und Düsseldorf.

Die Ökobilanz eines solchen Kurztrips ist verheerend, rechnet das Blatt vor: 1.130 Kilogramm CO2 – im Vergleich zu fast Null bei der Bahn. Von den höheren Kosten ganz zu schweigen.

Was sagt die Politikerin dazu? Persönlich bisher nichts. Ein Sprecher der Kommission erklärte dem Zeitungsbericht zufolge, dass die Präsidentin seinerzeit sieben Länder in zwei Tagen besucht habe. "Alternativen wurden geprüft, doch es gab logistisch keine andere Möglichkeit", behauptet er. Von der Leyen habe noch am Abend mit demselben Flugzeug von Bratislava nach Riga fliegen müssen.

  • „Wir brauchen die Bahn als nachhaltigen Verkehrsträger, mehr denn je zuvor, um unsere Ziele des Europäischen Green Deal zu erreichen.“ (Ursula von der Leyen beim „Schienengipfel 2021“ am 17. Mai)

Ein Einzelfall scheint dieser Flug – den Michael Jäger vom Europäischen Steuerzahlerbund laut "Bild" als "ökologische Sünde" bezeichnet – nicht zu sein. Laut der britischen Zeitung "Telegraph" habe von der Leyen bei ihren bislang 34 Dienstreisen 18 Mal einen Privatjet benutzt. (uvo)