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Gehaltsatlas 2021: In diesen Branchen verdienen Arbeitnehmer am besten

Viel Gehalt trotz Pandemie

Gehaltsatlas 2021: Wo Sie im Krisenjahr am meisten verdienen

Laut Gehaltsatlas 2021 verdienen die systemrelevanten Berufe am wenigsten.
Gehaltsatlas 2021: Nicht nur die Branche ist entscheidend für das Gehalt, sondern auch der Wohnort.
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Veränderte Arbeitswelt in der Corona-Pandemie

Kurzarbeit, Homeoffice oder Jobverlust – Die Corona-Krise hat vieles am Arbeitsmarkt verändert. Wie sich das Gehalt entwickelt hat, das zeigt der aktuelle Gehaltsatlas. Für den Verdienst ist es demnach nicht nur wichtig, welchem Job Arbeitnehmer nachgehen, sondern auch wo sie wohnen. Besonders auffallend: Systemrelevante Berufe in Deutschland sind nach wie vor am schlechtesten bezahlt.

Systemrelevante Berufe bringen die geringsten Löhne

Kassierer, Ärzte oder Pflegekräfte- Sie gehören zu den sogenannten systemrelevanten Berufen. In der Corona-Pandemie kochte dieser verschlafene Begriff wieder hoch. Oft war die Rede von „den wahren Helden der Krise“, auf deren Arbeit gerade jetzt nicht verzichtet werden könne. Es geht also um jene Tätigkeiten, die auch in der Krise dringend gebrauch wurden und Leben retten.

Im Gehalt spiegelt sich dies allerdings nicht wieder. Das zeigt der „Gehaltsatlas 2021“ der Vergleichsplattform Gehalt.de. Demnach sind systemrelevante Berufe in Deutschland nach wie vor am schlechtesten bezahlt. Die Daten zeigen, dass etwa Beschäftigte in sozialen Einrichtungen im Mittel 35.000 Euro pro Jahr verdienen und im Lebensmittel-Einzelhandel 31.200 Euro. Das liegt deutlich unter dem Durchschnittsverdienst in Deutschland. Der liegt laut Auswertung bei rund 43.200 Euro im Jahr.

Hotels und Gaststätten (29.000 Euro) sowie die Touristik (34.600 Euro) befinden sich ebenfalls unter den Branchen mit niedrigem Einkommen.

Gehaltsatlas 2021: Großes Gefälle zwischen Süd- und Ostdeutschland

Ganz anders sieht es bei denen aus, die in der Corona-Pandemie bei Unternehmen arbeiten, die etwa an Corona-Medikamenten oder Impfstoffen tüfteln. Denn die Unternehmen aus der Biotechnologie zahlen derzeit sehr lukrative Gehälter. Fachkräfte verdienen hier rund 67.500 Euro im Jahr. Ansonsten zeigt die aktuelle Analyse: Wie viel Gehalt am Monatsende auf dem Konto landet, hängt stark vom eigenen Arbeitgeber und dessen Standort ab. Von Bundesland zu Bundesland variieren die Gehälter für ein- und dieselbe Tätigkeit weiterhin stark.

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Welche Berufsgruppe verdient am meisten?

Studierte Mediziner mit längerer Berufserfahrung gehören zu den Spitzenverdienern in Deutschland. So liegen die Gehälter von Chef- sowie Oberärzten laut Gehaltsatlas zwischen 121.700 und 196.300 Euro im Jahr.

Aber nicht nur medizinisches Führungspersonal profitiert von höheren Gehältern. Auch die Einkommen von Führungskräften anderer Branchen können sich sehen lassen. Der Berufsvergleich zeigt, dass sich eine leitende Position auszahlt: Die Gehälter in der Vertriebssteuerung (94.800 Euro) oder in der Regionalverkaufsleitung für Investitionsgüter (90.800 Euro) sind ebenfalls hoch und in den letzten Jahren gestiegen.

Studieren zahlt sich aus

Ausbildung oder Studium? Vor dieser Frage stehen viele Schulabgänger Jahr für Jahr. Sicher, eine solide Ausbildung beispielsweise im Handwerk kann in Zeiten von Fachkräftemangel eine sichere Bank sein. Doch der Gehaltsatlas zeigt: Wer studiert, der verdient langfristig meistens mehr. Mit Hochschulabschluss liegt der Verdienst im Schnitt bei rund 57.000 Euro, Fachkräfte verdienen hingegen nur rund 41.500 Euro jährlich. Trotzdem ist ein Studium nicht automatisch die Garantie für ein hohes Gehalt. Denn zu beachten gilt es hierbei vor allem, in welchem Fach ein Abschluss gemacht wurde und mit welcher Note ein Studium abgeschlossen wurde. Da die Zahl der Studierenden in den letzten Jahren immer weiter steigt, gilt auch hier: Wer viel verdienen will, muss ein stückweit aus der Masse herausstechen.

Baden-Württemberg hat die besten Gehälter

Neben dem Berufsabschluss und der Branche, gibt es einen wesentlichen Faktor, der das Gehalt zusätzlich bestimmt, nämlich der Wohnort. Wie der Gehaltsatlas zeigt, sind die Gehälter im Schnitt in Deutschlands Südwesten am Besten. Mit dem errechneten durchschnittlichen Einkommen von 46.600 Euro im Jahr rangiert Baden-Württemberg fast acht Prozent über dem Bundesschnitt. Wer in Mecklenburg-Vorpommern lebt, verdient im Mittel 33.700 Euro — knapp 13.000 Euro weniger als in Baden-Württemberg (46.600 Euro), Hessen (46.300 Euro) oder Hamburg (45.600 Euro).

Aber: "Vor einem berufsbedingten Umzug sollten Beschäftigte auch immer die Lebenshaltungskosten einkalkulieren. In Stuttgart sind die Gehälter zwar am lukrativsten, aber auch die Mieten deutlich höher als im Bundesdurchschnitt", erklärt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

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