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Gasversorgung in Deutschland: Wie ernst ist die Lage und wie voll sind unsere Speicher?

Pipeline liefert kein Gas mehr Nordstream 1 ist dicht
01:23 min
Nordstream 1 ist dicht
Pipeline liefert kein Gas mehr

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Seit Monaten ächzen viele Teile der Welt unter den Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Die Inflation, getrieben durch die steigenden Preise für Lebensmittel und vor allem Energie, belastet die Haushalte immer stärker. Dazu die Ungewissheit, wie es in Energiefragen in Deutschland weitergeht. Gerade mit Blick auf den Winter ist die Sorge vor Gasknappheiten und möglichen Priorisierungen groß.

Doch wie genau ist es eigentlich um unser Gas in Deutschland, aber auch in Europa bestellt? Wie voll sind unsere Speicher und wie entwickelt sich gerade der Preis für den raren Rohstoff hierzulande? Alles, was Sie dazu wissen müssen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Wie viel Erdgas wird aktuell in Deutschland verbraucht?

Sparen, sparen, sparen an Energie, wo es nur geht – so die Mahnung der Bundesregierung in diesen Tagen. Vor allem beim Gas sollen Wirtschaft und private Haushalte schnellstmöglich den Verbrauch reduzieren. Aber auch in und an öffentlichen Gebäuden oder auch an Volksfesten steht der Gasverbrauch und vor allem das Einsparen jetzt zur Debatte. Das Problem: Laut einer „Thermondo“-Umfrage im Februar 2022 heizt knapp jeder zweite Haushalt in Deutschland mit einer Gasheizung. Bei rund jedem vierten Haushalt werden die vier Wände durch Öl beheizt. Umso größer also noch die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Gerade in den Sommermonaten wird im Allgemeinen weniger Gas und Öl verbraucht, aber wie steht es um den Erdgasverbrauch in Deutschland insgesamt? Die Übersicht liefert aktuelle Entwicklungen rund um den Erdgasverbrauch.

Wie entwickelt sich der Gaspreis aktuell?

Seit Wochen und Monaten überschlagen sich die Meldungen rund um den Gaspreis. Klar ist: In wenigen Tagen wird sich herausstellen, ob Russland wieder Erdgas durch die Pipeline Nord Stream liefert oder nicht – mit erheblichem Einfluss auf den Gaspreis. Nun gibt es immerhin Anzeichen dafür, dass die Preise nicht weiter steigen.

Die Bundesnetzagentur hält es für möglich, dass sich die Gaspreise auf hohem Niveau erst einmal stabilisieren. „Es hat in dieser Woche keinen signifikanten Preissprung mehr gegeben, obwohl Nord Stream 1 abgeschaltet wurde“, sagt der Präsident der Behörde, Klaus Müller, der „Bild am Sonntag“. „Das könnte bedeuten, dass die Märkte den Ausfall russischer Gas-Lieferungen bereits eingepreist und wir ein Gaspreis-Plateau erreicht haben.“ Wie sich der Gaspreis weiter entwickelt – dazu finden Sie mehr in der Übersicht.

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Wie gefüllt sind Deutschlands Gasspeicher?

Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland verändert sich nach dem Stopp der russischen Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 kaum noch. „Derzeit wird annähernd gleich viel Gas ein- und ausgespeichert“, berichtet die Bundesnetzagentur in ihrem Lagebericht. Nach Informationen von Europas Gasinfrastruktur-Betreiber (GIE) stieg der Füllstand der deutschen Speicher am Donnerstag um 0,01 Prozent. Am Vortag war er noch um 0,06 Prozent gesunken.

Der Energiekonzern Uniper teilt mit, dass er wegen der fehlenden Lieferungen aus Russland Anfang der Woche begonnen habe, wieder Gas aus Speichern zu entnehmen. Die Netzagentur hatte am Donnerstag gewarnt, die Entnahme von Gas erschwere es, die für den Winter notwendigen Speicherfüllstände zu erreichen und verringerten die Reserven für eine Mangellage.

Um einen Mangel im Winter zu vermeiden will Deutschland die Speicher so schnell wie möglich füllen. Laut Gesetz sollen sie bis zum 1. Oktober zu 80 Prozent und bis zum 1. November zu 90 Prozent gefüllt sein. Zurzeit ist Deutschland weit davon entfernt: Die Speicher sind zu 64,5 Prozent gefüllt.

Wie steht es um die Gas-Füllstände in Europa?

Ähnlich sehen die Füllstände auch auf europäischer Ebene aus.

Demnach waren die Speicher der europäischen Union Mitte Juli noch zu rund 63 Prozent gefüllt. (dpa/lwe)

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