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Galopprennen in Hamburg: Pferd mit Peitsche ins Ziel getrieben - PETA erstattet Anzeige

Galopprennen in Hamburg

Pferd mit Peitsche ins Ziel getrieben - PETA erstattet Anzeige

Sammarco (links) wurde von seinem Jockey  Bauyrzhan Murzabayev ins Ziel geschlagen, obwohl das inzwischen verboten ist!
Sammarco (links) wurde von seinem Jockey Bauyrzhan Murzabayev ins Ziel geschlagen, obwohl das inzwischen verboten ist!
www.imago-images.de, IMAGO/Galoppfoto, IMAGO/Foto: Frank Sorge

Diese Pferde können einem nur leidtun! Beim Deutschen Derby in Hamburg hat „Sammaranco“ den Sieg geholt. Doch davor musste der Hengst so einiges ertragen… Sein Jockey Bauyrzhan Murzabayev (29) trieb das edle Tier nämlich mit Schlägen zum Sieg! Das ist eigentlich verboten. Doch der Sieg bleibt – und die Gewinnsumme von 390.000 Euro auch. Einzig eine Geldstrafe und Reitverbot wird dem gebürtigen Kasachen auferlegt. Die Tierrechtsorganisation PETA hat Anzeige erstattet.

Derby in Hamburg: Jockeys verstoßen gegen Nicht-Schlagen-Regel

Hinzu kommt: Das Gewinner-Pferd war nicht das einzige Tier, das mit der Gerte malträtiert wurde. Auch das zweitplatzierte Pferd „Schwarzer Peter“ wurde von seinem Jockey Andreas Helfenbein nicht regelkonform zu Höchstleistungen getrieben, wie die „Hamburger Morgenpost“ berichtet.

Der Clou: Dass die beiden Jockeys Murzabayev und Helfenbein gegen die Regeln des Galopp-Sports verstoßen haben, ist unstrittig! Die Rennleitung des „IDEE 153. Deutschen Derbys“ verhängte gegen beide Jockeys eine Geldstrafe und Reitverbote, wie die „Hamburger Morgenpost“ weiter berichtet. Murzabayev darf 17 Tage nicht teilnehmen, Helfenbein 14 Tage. Disqualifiziert wurden die Jockeys aber nicht. Die hohen Gewinnsummen dürfen sie also behalten. Was haben die Regeln zum Schutz der Tiere dann überhaupt für einen Sinn?

Tierquälerei bei Derby in Hamburg: PETA erstattet Anzeige

Die Strafen der Rennleitung gegen die Jockeys wirken wie eine Farce. Das sieht wohl auch die Tierrechtsorganisation PETA so und hat Anzeige erstattet. „Diese massive Tierquälerei ist unakzeptabel“, sagt Jana Hoger von PETA zur „Hamburger Morgenpost“. Und weiter: „Verbandsinterne Strafen werden von den Verantwortlichen belächelt – daher haben wir Strafanzeige erstattet. Würde jemand einen Hund so misshandeln, wäre der Aufschrei in der Öffentlichkeit groß. Bei Pferden wird diese Tierquälerei jedoch selbst von vermeintlichen Pferdefreunden stillschweigend gebilligt.“

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Peitscheneinsatz im Galopprennsport

Laut der Galoppsport-Rennordnung ist der Peitscheneinsatz wie folgt geregelt:

  • Eingesetzt werden dürfen nur sogenannte „Shock absorbing“ ummantelte Peitschen, die nicht schmaler als 8 mm sein dürfen.
  • Die Peitsche darf nicht öfter als fünfmal im gesamten Rennen eingesetzt werden.
  • Das reine „Draufschlagen“ ist verboten.

Tatsächlich ist es aber so, dass die Strafen für eine Zuwiderhandlung dieser Verbote nur eine Geldstrafe und Reitverbot vorsehen. Von einer möglichen Disqualifikation ist hier nicht die Rede. Ob das mit dem Tierschutz zu vereinbaren ist, muss am Ende jeder Fan dieses „Sports“ für sich entscheiden.

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