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Fußball: Jens Lehmann spricht erstmals über seine rassistische Nachricht an Dennis Aogo

Nach wochenlanger Funkstille

Jens Lehmann spricht erstmals über seine rassistische Nachricht an Dennis Aogo

 23. November 2017: Koeln, Rheinenergiestadion: Fussball UEFA Europa League: 1. FC Koeln - FC Arsenal London: Arsenals Teambetreuer Jens Lehmann. *** 23 November 2017 Koeln Rheinenergiestadion Soccer UEFA Europa League 1 FC Koeln FC Arsenal London Ar
Jens Lehmann bricht sein Schweigen
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Lehmann über seinen Fehler und die Folgen

Jens Lehmann bezeichnete Dennis Aogo vor wenigen Wochen in einer Textnachricht als „Quotenschwarzer“. Seitdem war der ehemalige Nationaltorhüter abgetaucht – bis jetzt! In einem Interview mit der „Zeit“ äußert sich Lehmann erstmals zum Rassismus-Eklat um ihn und Ex-Profi Dennis Aogo.

Der Torhüter hat sich mit seinem Verhalten auseinandergesetzt

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann hat sich nach dem Aufruhr um seine rassistische Whatsapp-Nachricht an Dennis Aogo in den letzten Wochen mit seinem Verhalten auseinandergesetzt und viel über Diskriminierung gelernt. Das sagte der frühere Fußball-Profi in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Ich muss zugeben, so tiefgreifend habe ich mich vorher nie mit dem Thema beschäftigt. Mit Diskriminierung. Mit systemischem Rassismus und Kolonialismus.“

Er habe sich hinterfragt, wie oft er Sachen gesagt haben könnte, mit denen er unabsichtlich andere Gruppen getroffen haben könnte? „In London, beim FC Arsenal, war ich manchmal der einzige weiße Spieler im Team. Wäre ich ein Rassist, hätte das nicht funktioniert“, sagte Lehmann. Als Fußballer lebe man Inklusion, Respekt und Toleranz.

Lehmann will Vertrauen zurückgewinnen

Er wolle sich durch das Interview "null rechtfertigen. Ich kann jeden verstehen, der das Wort als respektlos empfunden hat. Dafür habe ich mich entschuldigt. Und das tue ich hier noch mal: Ich habe einen Fehler gemacht, weil sich durch dieses Wort wahrscheinlich Leute angegriffen gefühlt haben. Auch Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, mir das mitzuteilen."

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Die Reaktionen auf den Vorfall waren unterschiedlich

„Es gab zweierlei Reaktionen. Im Internet ging es mit Beleidigungen los . Aber privat habe ich auch viele Nachrichten und Anrufe bekommen. Und der Großteil dieser Leute sagte: War zwar nicht gerade schlau von dir, aber wir sind alle total verun­sichert. Wir wissen nicht mehr, wie wir was sagen sollen, obwohl wir es gut meinen“, so Lehmann gegenüber der „Zeit“.

Die Folgen seines Verhaltens

Nach seiner Äußerung hätten sich „binnen Stunden“ viele seiner Geschäftspartner von ihm getrennt: „Die Laureus-Stiftung von Daimler. Charity-Veranstalter. Aber ich tue alles dafür, das Vertrauen der Partner zurückzugewinnen.“ Zehn Jahre hat Lehmann sich gegen Diskriminierung, Rassismus und für Toleranz und Respekt eingesetzt.

Die Nachricht, dass er nicht mehr Aufsichtsratsmitglied beim Bundesligisten Hertha BSC ist , habe Lehmann entgegen anders lautenden Berichten erst „in diesen Tagen“ erhalten, „also sieben Wochen später“. Er habe eine Liste erhalten, „auf der mein Name nicht mehr stand“, sagte Lehmann. (dpa/sid/fgo)