Klare Botschaft gegen Hass und Hetze

Mit Herz und Fuß - Goretzka hat die passende Antwort

24. Juni 2021 - 11:37 Uhr

"Verbreitet Liebe" - Goretzkas Botschaft von München

Leon Goretzka hatte beim nervenaufreibenden 2:2 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn die passende Antwort. Sportlich, indem er den Ball mit Gewalt zum erlösenden Ausgleich ins Tor bolzte. Und menschlich, indem er einen Teil der ungarischen Fans, der zuvor im Münchner Stadion gehetzt hatte, mit einer herzlichen Geste grüßte. Auch nach dem Spiel sandte Goretzka eine klare Botschaft gegen Hass.

Widerliche Parolen aus dem "schwarzen Block"

Goretzka, so schien es, wurde es in der 84. Minute zu bunt. Einen Abpraller prügelte der 26-jährige Bayern-Star derart gewaltig zum 2:2 in die Maschen, dass der 1954er "Boss" Helmut Rahn im Fußball-Himmel bei einem Pilsken anerkennend genickt haben wird. Danach lief der Bayern-Star zum "schwarzen" Ungarn-Block und formte seine Hände zu einem Herz. Die Botschaft: Liebe schlägt Hass.

Ein Teil der Ungarn-Fans war zuvor mit ekelhaften Gesängen, Parolen und Plakaten aufgefallen – vor allem gegen Homosexuelle. "Deutschland, Deutschland, homosexuell", sangen sie vor dem Spiel, manche hielten widerliche, schwulenfeindliche Plakate in Höhe.

Vor dem Spiel hatte die UEFA den Wunsch des Münchner Stadtrats abgelehnt, die Arena in den Regenbogenfarben zu erleuchten, um ein Zeichen gegen die Anti-LGBTQ-Politik des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zu setzen.

Goretzka auch bei Twitter mit klarer Botschaft

Goretzka hatte die passende Antwort. Auch nach Abpfiff bei Twitter. "Spread love", verbreitet Liebe, schrieb der Bayern-Star neben eine Regenbogenfahne: "Yes!!!!!!!! Wembley calling!"

Nur dank seines Treffers schaffte die Elf von Bundestrainer Joachim Löw den Sprung in die K.o.-Runde, darf nächsten Dienstag im Fußball-Tempel der Engländer gegen die "Three Lions" ran.

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Goretzka zeigt immer wieder klare Kante – für Toleranz und Offenheit, gegen Rassismus und Antisemitismus. Im Januar traf der Bayern-Star die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, schilderte danach, wie sehr ihn das Gespräch mit der 95-Jährigen bewegt habe.

Es war ein Zeichen gegen das Vergessen, von einem der bekanntesten Fußballer des Landes. Und Goretzka, das machte dieser EM-Krimi von München deutlich, wird auch in Zukunft da sein. (mar)

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