Herbstblues, Wirtz und Lewandowski-Flaute

Darum schlägt Bayer Leverkusen den FC Bayern

Florian Wirtz und Bayer Leverkusen lassen es in der bisherigen Bundesliga-Saison krachen
Florian Wirtz und Bayer Leverkusen lassen es in der bisherigen Bundesliga-Saison krachen
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14. Oktober 2021 - 17:56 Uhr

Vorschau auf das Topspiel des 8. Bundesliga-Spieltags

Wenn der FC Bayern am Bundesliga-Sonntag (15.30 Uhr im RTL-Liveticker) bei Bayer Leverkusen gastiert, ist der deutsche Fußball-Rekordmeister mal wieder Favorit. Aussichtslos geht die Werkself allerdings nicht ins Rennen. Diese 5 Punkte sprechen für einen Erfolg der Leverkusener.

1. Der Herbstblues des FC Bayern

Es ist ein ebenso unerklärliches wie wiederkehrendes Phänomen: Der ansonsten so souveräne Serienmeister aus München gerät mit überraschender Regelmäßigkeit im Herbst ins Wanken.

Carlo Ancelotti ließ 2016/17 seine ersten Punkte im Oktober liegen, Ende September 2017 kosteten schwache Auftritte den Italiener den Job. Niko Kovac erlebte 2018 ab Ende September seine erste Krise und unlängst kassierte auch Julian Nagelsmann seine erste Pleite als Trainer des FC Bayern. Lediglich der unantastbare Jupp Heynckes führte die Münchner in der jüngeren Vergangenheit unbeschadet durch den Herbst.

2. Ein Überflieger namens Florian Wirtz

Natürlich lässt sich der starke Saisonstart von Bayer Leverkusen nicht so einfach auf die Personalie Florian Wirtz herunterbrechen. Dass der 18-Jährige mit der beeindruckenden Quote von vier Toren und fünf Vorlagen in sechs Ligaspielen großen Anteil daran hat, dass die Werkself mit 16 Zählern punktgleich hinter den Bayern auf Rang zwei liegt, lässt sich allerdings schlicht nicht von der Hand weisen.

Bayern-Coach Julian Nagelsmann adelte Wirtz im Interview mit der "Abendzeitung" als "herausragenden Spieler". Ex-Bundestrainer Berti Vogts erklärte bei "t-online" sogar, der Youngster habe "noch mehr Potenzial" als die Münchener Top-Stars Leroy Sané und Serge Gnabry.

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3. Die BayArena

Okay, die Anhänger der Werkself sind nicht wirklich dafür bekannt, Angst und Schrecken bei den gegnerischen Teams zu verbreiten, dass sich Leverkusen gegen den FC Bayern in der eigenen Heimstätte allerdings erheblich besser als in der Fremde schlägt, ist ein glasklarer Fakt.

Von 42 Liga-Duellen beim FC Bayern gewann man gerade einmal überschaubare vier (6 Remis/32 Niederlagen), im eigenen Wohnzimmer feierte Bayer hingegen 14 Siege und verließ den Rasen lediglich 18 Mal als Verlierer (zehn Remis).

4. Leverkusens Form

Bei Bayer läuft es derzeit einfach rund! Zuletzt gelangen den Rheinländern fünf Siege in Serie, garniert mit einem Torverhältnis von 14:2. Insgesamt 20 Tore nach sieben Ligaspielen bedeuten sogar einen neuen Klub-Rekord.

"Zwar sind Siege gegen Bielefeld oder gegen Ferencvaros in der Europa League kein Maßstab für ein Duell mit Bayern, aber sie geben Selbstvertrauen, und daran hat es Bayer leider oft gemangelt bei Duellen mit den Münchnern", hob der ehemalige brasilianische Nationalspieler Zé Roberto, der in seiner Karriere auch für die Bayern und für Leverkusen spielte, im "kicker" hervor.

Dass Bayer nicht mit eingezogenen Köpfen und hängenden Schultern ehrergeben auf den FC Bayern wartet, lassen auch die Worte von Coach Gerardo Seoane erahnen: "Das ist ein Spiel, auf das man sich als Trainer freut. Zweiter gegen Erster. Beide punktgleich. Wir haben in den vergangenen Wochen viel investiert für diese Ausgangslage. Jetzt wollen wir den nächsten Schritt in unserer Entwicklung gehen", wird der Schweizer vom "kicker" zitiert.

5. Lewandowski halbwegs im Griff

ARCHIV - 29.09.2021, Bayern, München: Fußball: Champions League, Bayern München - Dynamo Kiew, Gruppenphase, Gruppe E, 2. Spieltag in der Allianz Arena. Münchens Robert Lewandowski bereitet such auf einen Elfmeter vor. (zu dpa "Nagelsmann und Hainer
4 Pflichtspiele ohne Tor sind für Lewandowski-Verhältnisse schon eine veritable Flaute
© dpa, Sven Hoppe, cvi jai

Ein Robert Lewandowski lässt sich nicht gänzlich ausschalten - soviel ist klar. Bayer Leverkusen gelingt es aber relativ gut, den polnischen Goalgetter in den Griff zu bekommen.

In 21 Partien gegen die Werkself traf der 33-Jährige "nur" zehnmal. Klar, das macht immer noch starke 0,47 Tore pro Spiel, seltener traf Lewandowski von allen aktuellen Bundesligisten allerdings nur gegen Borussia Mönchengladbach (19 Spiele/9 Tore).

Zum Vergleich: Dem BVB sowie dem VfL Wolfsburg schenkte der Topstürmer in 24 Vergleichen 24 Buden ein, der FC Augsburg wurde in 17 Spielen sogar 21 Mal "Opfer" des Torjägers.

Apropos Lewandowski: Der zweitbeste Torschütze der Bundesliga-Historie wartet seit vier Pflichtspielen auf einen eigenen Treffer (zwei Bundesligaspiele/ zwei Länderspiele). Für Lewandowski eine bereits auffällige Flaute. (sport.de)