Was die Diagnose "Kälteurtikaria" bedeutet

Für sie ist Eisessen lebensgefährlich! Zuzanna (20) ist allergisch gegen Kälte

Zuzanna Dmitruk reagiert auf Kälte mit schweren allergischen Reaktionen.
Zuzanna Dmitruk reagiert auf Kälte mit schweren allergischen Reaktionen.
© Kennedy News and Media

21. September 2021 - 14:55 Uhr

Angeschwollene Finger durch Schnee

Als die Britin Zuzanna Dmitruk aus Manchester als 10-Jährige draußen im Schnee spielt, schwellen ihre Finger plötzlich an und beginnen zu jucken. Über die nächsten Jahre bemerkt sie immer wieder, dass ihre Haut auf Kälte besonders empfindlich reagiert - und die Symptome werden immer schlimmer. Mit 15 Jahren erhält sie schließlich die Diagnose Kälteurtikaria - auch Kälteallergie genannt.

Kalte Getränke und Lebensmittel sind tabu!

Die heute 20-jährige Studentin sagt, sie habe gelernt, mit der Krankheit zu leben. Doch das bedeutet einige Einschränkungen für Zuzanna: Bei Kälte muss sie draußen stets Handschuhe tragen, auf kalte Speisen und Getränke verzichtet sie komplett. Wenn Zuzanna in einem Café ein Getränk mit Eis serviert bekommt, muss sie es zurückgehen lassen - sonst kann es lebensgefährlich für die junge Frau werden. "Alle meine Getränke müssen Zimmertemperatur haben", erzählt sie im Interview mit "Kennedy News and Media". "In extremen Fällen können kalte Lebensmittel zum Ersticken führen." Als sie vor der Diagnose noch Eis gegessen habe, sei ihre Kehle davon angeschwollen. "Ich rief meine beste Freundin an und sagte: 'Wenn ich dich nicht in drei Minuten wieder angerufen habe, ruf bitte den Notruf an, weil ich Angst habe, zu ersticken.'", so Zuzanna. "Das war das erschreckendste, was ich je erlebt habe."

Auch ihr Müsli isst sie daher lieber mit warmer statt kalter Milch. Was sie jedoch viel schlechter umgehen kann: das Wetter. Schon ab Temperaturen unter 20 Grad sowie bei Regen treten bei Zuzanna die ersten Symptome auf. "Im Alltag schwellen vor allem meine Fingerspitzen stark an. Aber in extremen Fällen - beim Schwimmen zum Beispiel - werden meine Hände riesig. Ungefähr doppelt so groß wie normalerweise", beschreibt die junge Britin ihr schweres Los. "Dann tut jede Berührung weh und ich muss mich mit erhobenen Händen hinsetzen und abwarten."

Steiniger Weg zur Diagnose

Auch der Weg zur richtigen Diagnose war kein leichter. Über die Jahre habe sie viele Fachärzte wegen ihrer ständigen Hautausschläge aufgesucht. Nur durch Zufall sei dabei ein Arzt auf die Idee gekommen, dass die Nesselsucht im Zusammenhang mit Kälte stehen könnte. "Meine Mutter unterhielt sich mit einem Arzt in der Klinik, die sie leitet, und sagte als Scherz zu ihm: 'Oh, meine Tochter ist gegen Kälte allergisch'", erinnert sich Zuzanna. Der Arzt habe daraufhin vorgeschlagen, einen Eiswürfel-Test zu machen. "Dabei legt man sich einen Eiswürfel auf den Arm", erklärt Zuzanna. "Das tat ich, wartete ein paar Minuten und sah dann, dass die Stelle geschwollen war und die Form eines Eiswürfels hatte. So kam es zur Diagnose."

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TikTok-Nutzer vergleichen Zuzanna mit Elsa aus "Die Eiskönigin"

Um auf ihre Erkrankung aufmerksam zu machen, veröffentlicht Zuzanna seit einiger Zeit Videos auf TikTok - und hat dafür mittlerweile sogar über 500.000 Likes erhalten. Auch die Reaktionen der anderen TikTok-Nutzer geben Zuzanna Kraft. "Eine Mutter schrieb mir und sagte: 'Ich habe dein Video meinem kleinen Jungen gezeigt, weil er dasselbe hat wie du und dachte, dass er damit alleine sei. Jetzt weiß er, dass er es nicht ist und auch andere diese Erkrankung haben.' Das hat mich so glücklich gemacht", schwärmt die junge Frau. "Mein liebster Kommentar im Internet war, dass ich 'eine Energie versprühe wie Elsa aus 'Die Eiskönigin''". (dhe)