Allergische Reaktion auf Kälte

Wenn es Winter wird, bekommt Tommy (7) Atemnot und Hautausschlag

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18. Oktober 2019 - 13:27 Uhr

Sowohl große Kälte als auch Hitze können für ihn lebensbedrohlich sein

Der siebenjährige Tommy Leitch aus Großbritannien wurde im vergangenen Jahr immer wieder mit Atemnot und Ausschlag ins Krankenhaus eingeliefert. Die Symptome zeigten sich wiederholt, vor allem im Winter – denn der kleine Junge reagiert sozusagen allergisch auf Kälte.

Tommy leidet unter Nesselsucht und einem Angioödem

Wenn Tommy eine allergische Reaktion hat, muss er sich übergeben, bekommt kaum Luft und sein ganzer Körper ist von Kopf bis Fuß mit Pusteln übersät, er leidet an schwerer Nesselsucht und einem Angioödem, das Schwellungen unter der Haut verursachen kann. Tommys Nesselsucht, die Rötungen, Quaddeln und Juckreiz auf seiner Haut auslöst, kann in einzelnen Fällen auch zum anaphylaktischen Schock führen. Durch ein Angioödem kann die Zunge anschwellen und so die Atemwege blockieren.

Doch seine Mutter Abigail McDonald (26) steht vor einem Problem: Wenn Tommy friert, kann sie ihn nicht einfach dick einpacken, um ihn warm zu halten, denn: Der Hautausschlag wird auch durch zu starke Wärme ausgelöst. Die junge Mutter ist darum in ständiger Sorge, verriet sie im Interview mit der britischen Zeitung "Daily Mail".

"Im vergangenen Winter wurde er jeden Monat ins Krankenhaus eingeliefert, da seine allergische Reaktion zu heftigem Erbrechen, Atembeschwerden und Wahnsinn führte", erinnert sich seine Mutter. Ihr Sohn brauche deswegen konstante 20 Grad, um keine Symptome zu bekommen.

Tommys Krankheit belastet die Familie

Der Gesundheitszustand von Tommy belastet die Familie: "Es ist herzzerreißend, meinen kleinen Jungen mit einer Sauerstoffmaske und Drähten im Krankenhaus zu sehen", sagt seine Mutter, "aber er ist so mutig."

Abigail McDonald und Tommys Vater, Ben Leitch (32), mussten sogar ihre Traumhochzeit im Ausland verschieben, weil sie befürchteten, dass Tommys Zustand sich verschlimmern könnte.

"Er hat viele Spieltermine mit seinen Freunden verpasst", verrät seine Mutter weiter. "Und als Familie konnten wir nicht in den Urlaub oder auf Tagesausflüge gehen, da ich zu besorgt bin, wenn es im Flugzeug oder im Ausland passiert."

Die ersten Symptome traten mit fünf Jahren auf

Die ersten Symptome seiner Krankheit, Hautausschlag und ein geschwollenes Gesicht, traten im Alter von fünf Jahren auf, erinnert sich Abigail McDonald. Sie bemerkte einen winzigen Ausschlag auf Tommys Kopf, der sich am nächsten Tag auf seinen ganzen Körper verbreitet hatte. "Wir brachten ihn sofort ins Krankenhaus, und ihm wurden Anti-Histaminika und Adrenalin verabreicht."

Ein Dermatologe diagnostizierte bei dem Schuljungen dann Kälte-Urtikaria und ein Angioödem.

Wie viele Menschen leiden an Tommys Krankheit?

Ein Dermatologe diagnostizierte bei Tommy im Alter von 5 Jahren ein Kälte-Urtikaria und Angioödem.
Ein Dermatologe diagnostizierte bei Tommy im Alter von 5 Jahren ein Kälte-Urtikaria und Angioödem.
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Das "Urticaria Network", ein Zusammenschluss von Ärzten, der die Erforschung des Krankheitsbildes Urtikaria fördert, schreibt auf seiner Webseite über die Krankheit: "Die Begriffe Kälteurtikaria und Kälteallergie werden oft synonym gebraucht. Eine Kälteurtikaria macht zwar genau die gleichen Beschwerden wie eine Allergie, ist aber keine echte Allergie."

Weiter heißt es dort: Die Kälteurtikaria ist mit "etwa 15% nicht selten. In kalten Ländern (Skandinavien) kommt sie häufiger vor, in warmen etwas weniger. Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer, beide Geschlechter meist im jungen Erwachsenenalter. Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt etwa 5 Jahre. Der Schwerpunkt der jahreszeitlichen Verteilung liegt in unseren Breiten klar im Winter."