Angepasste Anforderungen für Schwimmpässe

Für Seepferdchen und Co wird es schwieriger

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15. Januar 2020 - 13:26 Uhr

Die erste große Prüfung im Leben

Für viele ist es die erste große Prüfung im Leben: das Seepferdchen. Ins Wasser springen, einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser hervorholen, Schwimmen in Bauch- oder Rückenlage. Aufregung und Stolz pur, wenn die Herausforderung gemeistert wird! Aber ab jetzt muss sich jeder, der Seepferdchen oder die Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold erwerben will, mehr anstrengen. Denn der Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) hat zusammen mit der Kultusministerkonferenz der Länder die Anforderungen erhöht.

Bronze jetzt Standard für „Sicher Schwimmen können“

Die Anforderungsänderungen für die deutschen Schwimmabzeichen haben sich seit dem 1. Januar 2020 erhöht. "Nach über 40 Jahren war es an der Zeit, das System kritisch zu hinterfragen und an aktuelle Entwicklungen anzupassen", schreibt der BFS-Vorsitzende Helmut Stöhr im Vorwort der neuen Prüfungsordnung. Ziel des bereits vor sieben Jahren begonnenen Prozesses sei es gewesen, "die Definition des 'Sicher Schwimmen Könnens' zu präzisieren und in den Prüfungsbedingungen abzubilden", so Stöhr. Standard für sicheres Schwimmen ist jetzt das Bronze-Abzeichen mit gestiegenen Anforderungen. Beim Namen gibt es ebenfalls eine Anpassung. Denn der bisherige "Deutsche Jugend-Schwimmpass" heißt jetzt vereinheitlicht "Deutscher Schwimmpass". Er gilt jetzt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Die Änderungen im Detail

Alles in allem halten sich die Unterschiede zu den bisherigen Anforderungen in Grenzen, auch wenn sie insgesamt anspruchsvoller werden. An vielen Stellen wurden sie nur präzisiert. Hier die Änderungen im Überblick:

Seepferdchen:

  • dem Sprung vom Beckenrand müssen sofort 25 Meter Schwimmen folgen
  • Schwimmen in Bauch- oder Rückenlage muss in der Grobform beherrscht werden, bei Bauchlage muss ab sofort erkennbar ins Wasser ausgeatmet werden

Deutscher Schwimmpass in Bronze:

  • der Sprung vom Beckenrand muss nun zwingend kopfwärts erfolgen, daran anschließend Dauerschwimmen über 15 Minuten, bei dem mindestens 200 Meter zurückgelegt werden müssen - bisher waren insgesamt 200 Meter in weniger als 15 Minuten gefordert
  • der Schwimmstil ist dabei nicht mehr beliebig: es müssen 150 Meter in Bauch- oder Rückenlage und 50 Meter in der anderen Körperlage geschwommen werden
  • eine Schwimmart muss erkennbar sein
  • beim Sprung vom Startblock oder 1-Meter-Brett wird ab sofort ein Paketsprung, also die sogenannte Arschbombe, verlangt - bisher war es laut Anforderung "Sprung aus 1 m Höhe"

Deutscher Schwimmpass in Silber:

  • neu ist auch hier das Dauerschwimmen: 20 Minuten am Stück schwimmen und dabei mindestens 400 Meter zurücklegen - bisher waren 400 Meter in maximal 25 Minuten gefordert
  • der Prüfling ist ab sofort frei zu entscheiden, ob er oder sie 300 Meter in Bauch- und 100 Meter in Rückenlage oder andersrum absolviert
  • eine Schwimmart muss erkennbar sein
  • das 10-Meter-Streckentauchen erfolgt mit einem Abstoß

Deutscher Schwimmpass in Gold

  • Dauerschwimmen über 30 Minuten, mindestens 800 Meter - bisher waren 600 Meter in höchstens 24 Minuten verlangt
  • 50 Meter Brustschwimmen in höchstens 1:15 Minuten - bisher: 1:10 Minuten
  • 10-Meter-Streckentauchen ohne Abstoß - bisher: 15 Meter mit Abstoß

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