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Tierschützer rufen zum Boykott von Ostereiern auf

Fünf ungefärbte Wahrheiten über Ostereier

Ostereier
Ostereier
© dpa, Caroline Seidel, cas bsc dna wst

01. April 2021 - 15:31 Uhr

Tierschutzbüro startet Online-Kampagne

Achtung, diese Nachricht könnte Ihnen die Lust auf die Ostereier verhageln: Denn das Deutsche Tierschutzbüro hat jetzt eine Online-Kampagne gestartet und prangert in "5 ungefärbten Wahrheiten" Tierquälerei in der Geflügelwirtschaft an. Die zentralen Aussagen: Bei gefärbten Eiern ist die Herkunft nicht herauszufinden, und für den möglichst großen Ertrag am "Menstruationsprodukt Ei" würden die Tiere gequält – und das sei auch bei Bioprodukten der Fall. Deshalb rufen sie zum Ostereier-Boykott auf.

Jeder Bundesbürger verzehrt pro Jahr 240 Eier

Die Nachfrage nach Eiern ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2020 wurden 20 Milliarden Eier in Deutschland verzehrt. Der durchschnittliche Konsum pro Kopf und Jahr liegt laut Statistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bei knapp 240 Eiern. "Gerade bei verarbeiteten Eiern muss nicht auf der Verpackung angegeben werden, in welcher Haltungsform die Hühner leben und letztlich leiden. Der Verdacht liegt nahe, dass gerade hier die Käfigeier genutzt werden", kritisiert Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro e.V.

Die Zustände in der Geflügelwirtschaft und die Kritik daran fassen die Tierschützer in fünf Punkten zusammen. Wir haben den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft um eine Stellungnahme gebeten - die bislang unbeantwortet geblieben ist.

LESE-TIPP: Wann ist ein Bio-Ei wirklich "Bio"?

IM VIDEO: Streit um Bio-Eier: Ist Massentierhaltung Bio? (14. Oktober 2019)

Das sind die Vorwürfe der Tierschützer:

  1. Gefärbte Eier können Käfig-Eier sein: Eigentlich müssen Eier mit einem Stempel versehen sein, der zeigt, aus welcher Haltung sie kommen. Bei Ostereiern ist dieser meist nicht erkennbar oder gar nicht erst vorhanden. So verbergen sich dahinter oft Eier aus tierquälerischer Käfighaltung.

  2. Auch für Eier leiden und sterben Tiere: Für Eier werden Millionen Hennen ausgebeutet. Beinah täglich muss eine Henne ein Ei legen. An dieser schmerzhaften Höchstleistung gehen die Tiere kaputt. Mit gerade einmal zwölf Monaten werden sie geschlachtet, weil sie nicht mehr genug Eier legen.

  3. Bio-Eier sind auch keine Lösung: Auch in Bio-Betrieben werden zehntausende Hennen auf engstem Raum gehalten. Oft wird bei dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestauslauf getrickst, sodass sich nur sehr wenige Hennen aus dem Stall ins Freie begeben.

  4. Eier können die Gesundheit schädigen: Eier müssen vor dem Verkauf nicht gereinigt werden. In den Betrieben kommen sie mit Kot, Dreck und Bakterien, wie Salmonellen in Berührung und können somit eine Gefahr für die menschliche Gesundheit bergen. Hinzu kommt, dass nicht nur in der Hühnermast, sondern auch bei Legehennen Antibiotika und andere Medikamente verabreicht werden, da viele von ihnen die Qualen der Haltung nicht anders überleben würden. Das birgt auch beim Eierkonsum Risiken, denn immer wieder werden auch Rückstände von Medikamenten in Eiern nachgewiesen.

  5. Eier sind ein "Menstruationsprodukt": Hennen legen unbefruchtete Eier etwa einen Tag nachdem die Eizelle aus dem Eierstock in den Eileiter gelangt ist. Durch die unnatürlich häufige Eierproduktion von fast 300 Eiern pro Henne und Jahr, entzündet sich sehr häufig die Kloake (gemeinsamer Ausgang für Darm, Harnblase und Geschlechtsorgane) der Hennen, was zusätzlich schlimme Schmerzen für die Tiere verursacht.

GUT ZU WISSEN: Das bedeutet der Stempel auf dem Ei

Überlegen Sie beim Eierkaufen auch immer, welche Eier Sie nehmen sollen? Bodenhaltung, Freilandhaltung und Bio: Wo liegt der Unterschied – für Menschen und für das Tier? Der Code auf dem Ei gibt darüber Auskunft und ist überraschend leicht zu entschlüsseln.

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