Stephanie Arnold aus Chicago war 37 Sekunden klinisch tot

Frau sieht eigenen Tod bei Geburt voraus und rettet so ihr Leben

23. Mai 2020 - 12:20 Uhr

Fruchtwasserembolie kann tödlich enden

"Unser Kind wird leben, aber ich werde sterben", sagt Stephanie Arnold zu ihrem Mann, als sie mit ihrem dritten Kind schwanger ist. Die 42-Jährige aus Chicago hat nach einer Routine-Untersuchung Visionen, dass sie die Geburt nicht überleben wird. Sie entschließt sich, offen damit umzugehen, doch ihr Mann Jonathan und die Ärzte glauben ihr nicht. Dann hört bei der Geburt tatsächlich ihr Herz auf zu schlagen.

"Der Kaiserschnitt. Überall war Blut"

Bis zur 20. Schwangerschaftswoche war alles glatt verlaufen. Nach zwei Mädchen erwartete Stephanie einen Jungen, die Freude war groß. Dann stellte ihr Arzt bei einer Untersuchung fest, dass die Plazenta direkt vor der Muttermundöffnung lag. Sollte sie sich dort nicht wegbewegen, müsste ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. "Die Ärzte betonten, dass alles in Ordnung sei und ich mich entspannen sollte", so Stephanie. Doch das konnte die werdende Mutter nicht. Sie bekam Visionen, sah immer wieder die gleichen Szenen von ihrer Beerdigung und ihren leeren Stuhl am Esstisch stehen. "Der Kaiserschnitt, überall war Blut. Ich habe mich dazu entschlossen, allen davon zu erzählen, auch meinen Ärzten. Doch die dachten, ich sei verrückt."

Alle hielten Stephanie für verrückt

Stephanie blieb hartnäckig, kontaktierte mehr Leute aus dem Ärzte-Team. "Ich war total übermüdet, weil ich mir ja sicher war, dass ich in drei Monaten sterben werde. Aber niemand außer mir wollte es wahrhaben", erzählt sie. Vor der geplanten Geburt schrieb sie Abschiedsbriefe und verschickte sie.

Dann kam der Tag, vor dem sich Stephanie so gefürchtet hatte. "Eine Woche vor dem geplanten Kaiserschnitt blute ich plötzlich den ganzen Küchenboden voll. Da wusste ich: Heute ist es so weit", erinnert sie sich. Ihr Mann war beruflich in New York, sie kam allein ins Krankenhaus und erlitt eine Frühgeburt.  Auf dem Weg in den Operationssaal rief sie ihren Mann an. "Ich sagte ihm, dass er mich zur glücklichsten Frau der Welt gemacht hat und ich ihn liebe und er sich bitte um unseren Sohn kümmern und ihn bedingungslos lieben soll."

Sieben Tage Koma

Tatsächlich trat genau das ein, was Stephanie niemand glauben wollte. Die Ärzte holen ihr Kind Jacob per Kaiserschnitt auf die Welt – der Junge ist gesund.  Doch noch während das Baby untersucht wird, verschlechtert sich der Zustand der Mutter. Sie erleidet eine Fruchtwasserembolie, das Fruchtwasser gerät in ihren Blutkreislauf. Eine seltene, aber lebensgefährliche Komplikation. 37 Sekunden lang ist Stephanie klinisch tot. Dass sie überlebt, hat sie der Anästhesistin zu verdanken, die ihre Vorahnungen ernst genommen und vorgesorgt hat. Neben Blutkonserven befindet sich auch ein Reanimationswagen im OP-Saal – die Ärzte können sofort handeln. Stephanie liegt sieben Tage lang im Koma, doch sie überlebt und erholt sich. Wie die Mediziner die dramatische Rettung beschreiben und was die Ärzte zu dem Fall sagen, sehen Sie im Video.