Auszeichnung für Menschenrechtskämpfer

Friedensnobelpreis geht nach Russland, in die Ukraine und nach Belarus!

06.10.2022, Schweden, Stockholm: Auf einem Bildschirm vor dem Nobelpreismuseum in Stockholm ist eine Ukraine-Flagge zu sehen mit dem Schriftzug "May peace come to this piece of our beautiful world". Am Vormittag wir der Friedensnobelpreisträger bekan
Der Friedensnobelpreis 2022 im Zeichen des Krieges in der Ukraine
pil, dpa, Steffen Trumpf

Den Friedensnobelpreis 2022 erhalten eine russische und eine ukrainische Menschenrechtsorganisation, sowie der Anwalt Ales Bialiatski aus Belarus. Auch er kämpft für Menschenrechte. Ein starkes Zeichen des Nobelkomitees am 70. Geburtstag des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Politik-Experte Albrecht von Lucke bewertet die Entscheidung angesichts der weltpolitischen Lage als "mutig". Wie er im ntv-Interview bewertet, dass nicht Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj den angesehen Friedesnpreis erhält, sehen Sie im Video.

Politik-Experte: "Eine mutige, politische Entscheidung" Nobelpreis setzt Zeichen gegen Putins Krieg
03:27 min
Nobelpreis setzt Zeichen gegen Putins Krieg
Politik-Experte: "Eine mutige, politische Entscheidung"

25 weitere Videos

Friedensnobelpreis für Belarussen und Organisationen in der Ukraine und Russland

Neben dem inhaftieren belarussischen Menschenrechtler erhalten den Friedensnobelpreis in diesem Jahr die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und das ukrainische "Center for Civil Liberties". Das teilte das Nobelkomitee am Freitag mit.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformtwitter, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

„Was? Memorial? Unser Memorial? Wie das denn, ist doch aufgelöst“

Die Mitgründerin der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Swetlana Gannuschkina, hat sich „überglücklich“ geäußert. „Was? Memorial? Unser Memorial? Wie das denn, ist doch aufgelöst“, sagte die 80-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Moskau.

„Das ist eine große Anerkennung für diejenigen Menschen in Russland, die diesen furchtbaren Krieg gegen unseren Nachbarn Ukraine nicht unterstützen. Es ist nämlich nicht so, wie oft dargestellt, dass die Russen für den Krieg sind. Viele schämen sich für ihr Land“, sagte die Menschenrechtlerin, die vom Nobelkomitee am Freitag in Oslo auch namentlich erwähnt wurde.

Gannuschkina sagte, dass Memorial zwar aufgelöst sei auf Anweisung der russischen Behörden. Die Strukturen und die Projekte gebe es aber noch. Sie würden weiter geführt. „Ich freue mich vor allem für Ales Bjaljazki, der das am meisten verdient hat, aber auch über die Preisvergabe an die ukrainischen Kollegen», sagte Gannuschkina, die in Moskau eine Flüchtlingshilfsorganisation leitet. Der Anwalt Bjaljazki ist Leiter der Menschenrechtsorganisation Wesna in Belarus. Ausgezeichnet wurde auch das Center for Civil Liberties aus der Ukraine.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Nobelpreise mit rund 980.000 Euro dotiert

„Sie haben einen außergewöhnlichen Einsatz gezeigt, um Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverstöße und Machtmissbrauch zu dokumentieren. Zusammen zeigen sie die Bedeutung der Zivilgesellschaft für Frieden und Demokratie“, begründete die Jury ihre Auswahl.

Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr erneut mit jeweils zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 980.000 Euro) pro Kategorie. Verliehen werden sie traditionell an Nobels Todestag, dem 10. Dezember. Der Friedensnobelpreis ist dabei der einzige der Preise, der nicht im schwedischen Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo überreicht wird.

Der Friedensnobelpreis gilt als der bedeutendste Friedenspreis der Erde. Insgesamt 343 Kandidaten - 251 Persönlichkeiten und 92 Organisationen - waren in diesem Jahr für ihn nominiert worden. Die Namen der Nominierten werden traditionell 50 Jahre lang geheim gehalten. Im vergangenen Jahr waren die Philippinerin Maria Ressa und der Russe Dmitri Muratow mit dem Preis geehrt worden. Die beiden Journalisten erhielten ihn für ihren Kampf für die Meinungsfreiheit. (swi, mit dpa)