Nach Sexismus-Skandal und Eintracht-Panne

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) tritt nicht zurück

Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann tritt nicht zurück Nach Sexismus-Skandal und Eintracht-Panne
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Nach Sexismus-Skandal und Eintracht-Panne
Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann tritt nicht zurück

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Alle Augen sind auf Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gerichtet. In jüngster Vergangenheit machte er durch eine Vielzahl peinlicher Aktionen auf sich aufmerksam. Zuerst schnappte er den Eintracht-Helden den Pokal weg, dann tauchte noch ein Handyvideo auf Twitter auf, welches ihn dabei zeigt, wie er im Flieger den Flugbegleiterinnen einen sexistischen Spruch drückt. In einer heutigen Pressekonferenz verkündete er nun, dass er während der Sommerpause auf repräsentative Termine verzichten möchte, von einem Rücktritt sprach er nicht.

Lese-Tipp: Frankfurts Oberbürgermeister blamiert sich mit sexistischem Spruch

„Ich war selbst erschrocken.“

Peter Feldmann trat am Mittwoch vor die Presse und entschuldigte sich dort für sein sexistisches Verhalten. Im Wortlaut sagte er: „Ich war selbst erschrocken, als ich das Video aus dem Flieger gesehen habe. Wie Sie wissen, bin ich Vater zweier wunderbarer Töchter. Ich tue alles dafür, damit das starke Frauen werden.“ Feldmann bittet um Entschuldigung. „Es kommt nicht mehr vor“, sagte er.

Auch beim Empfang der Frankfurter Eintracht verhielt sich Feldmann daneben, in dem er Spieler Sebastian Rode und Trainer Oliver Glasner den Pokal aus der Hand schnappte. „Es tut mir auch leid, dass beim Empfang der Eindruck entstand, dass es um mich ging und nicht um die Mannschaft. Als Eintracht-Fan sind mir die Gäule durchgegangen. Ich wollte den Pokal unbedingt anfassen“, sagt Feldmann. Für diese Aktion erntete er jede Menge Spott und Hohn im Netz.

FILE PHOTO: Soccer Football - Eintracht Frankfurt fans celebrate after winning the Europa League Final against Rangers - Frankfurt, Germany - May 19, 2022 Eintracht Frankfurt's Sebastian Rode, coach Oliver Glasner and major Peter Feldmann walk with t
Peter Feldmann schnappte sich den Pokal von Sebastian Rode und Oliver Glasner, dafür erntete er Spott und Hohn im Netz.
joh/, via REUTERS, POOL

Von Rücktritt keine Rede

Zum Thema Rücktritt hielt sich Frankfurts Oberbürgermeister bedeckt. In seinem Statement kündigte er an, während der Sommerpause nahezu vollständig auf repräsentative Termine zu verzichten und die städtische Medienarbeit ruhen zu lassen. In der Zwischenzeit wolle er Themen vorantreiben, an denen sein Herz hängt und die soziale Ungerechtigkeit in seiner Stadt bekämpfen. Zurücktreten wolle er aber allem Anschein nach nicht.

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Reaktion der Grünen: "Sehr irritierend"

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Derweil haben die Grünen im Römer eine klare Meinung zu Peter Feldmann. In einem Pressestatement teilen die Fraktionsvorsitzenden Tina Zapf-Rodríguez und Dimitrios Bakakis mit: „Es ist sehr irritierend, dass Peter Feldmann es weiterhin nicht für notwendig hält zurückzutreten und meint, sich trotz allem im Amt halten zu können.“

Feldmann sei nicht in der Lage, sein Amt auszuüben. Darüber hinaus habe er sowohl die Stadt als auch die Kommunalpolitik „beschädigt“ und „beschämt“.

Auch Linke und SPD gegen Feldmann

„Der heutige Auftritt des Frankfurter Oberbürgermeisters zeigt einmal mehr die dringende Notwendigkeit eines sofortigen Rücktritts. Peter Feldmann hat offenkundig den Bezug zur Realität verloren.“ – Mit diesen Worten straft die Frankfurter SPD das Handeln von Feldmann ab. Mit seinem Statement hätte er erneut bewiesen, dass „es ihm ausschließlich um seine Person geht“.

Ähnlich sieht es die Linken-Fraktion. In einer Pressemitteilung erklären Alex Gerntke und Martina van Holst: „Oberbürgermeister Peter Feldmanns Auftritt hat deutlich gemacht, dass er offensichtlich nicht mehr in der Lage ist, die Amtsgeschäfte zu führen. Er hat die Chance verpasst, daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.“

Stimmen nach seinem Rücktritt wurden lauter

Tatsächlich sorgten aber nicht nur die beiden peinlichen Fehltritte dafür, dass Feldmann in der Kritik steht. Der 63-Jährige steht auch im Verdacht, seiner Ex-Frau ohne sachliche Begründung zu einem überdurchschnittlichen Gehalt als Kitaleiterin und zu einem Dienstwagen verholfen zu haben. Das im Netz aufgetauchte sexistische Video hat nun aber das Fass zum Überlaufen gebracht.

Lese-Tipp: Nach Sexismus-Panne - Druck auf Oberbürgermeister Peter Feldmann wächst

Schon vor dem viralen Twitter-Video hatte Peter Feldmann bereits angekündigt, sich 2024 nicht erneut als Frankfurts Oberbürgermeister zur Wahl stellen zu lassen. Seine Amtszeit hätte so ohnehin auf absehbare Zeit ein Ende gehabt. Sowohl seine politischen Gegner als auch Parteikolleginnen und -kollegen forderten aber eine schnellstmögliche Reaktion seinerseits in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse. (kmü)