25.000 Frankfurter mussten das Nordend verlassen

500 Kilo-Kriegsbombe kurz nach Mitternacht kontrolliert gesprengt

Stundenlange Evakuierung Bombenentschärfung in Frankfurt
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Bombenentschärfung in Frankfurt
Stundenlange Evakuierung

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Stundenlange Evakuierung

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in einem Wohngebiet im Frankfurter Stadtteil Nordend wurde der Blindgänger kurz nach Mitternacht kontrolliert gesprengt. Der Evakuierungsbereich hatte einen Radius von etwa 700 Metern. Insgesamt 25.000 Menschen mussten den abgesteckten Bereich im Nordend verlassen. Ob es Schäden gibt, werden Experten erst bei Tageslicht abschließend beurteilen.

Sprengung in der Nacht - Evakuierungszentrum in Eissporthalle

19.05.2021, Hessen, Frankfurt/Main: Zwei Bewohner des Frankfurter Nordends warten nach Einbruch der Dunkelheit darauf, in ihre Wohnungen zurückkehren zu können.  Bauarbeiter haben in Frankfurt eine rund 500 Kilo schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrie
Nach Mitternacht die Entwarnung: Alle Anwohner dürfen zurück in ihre Häuser.
fru wst, dpa, Frank Rumpenhorst

Die 500 Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Mittwochmittag bei Baggerarbeiten in der Schwarzburgstraße entdeckt. Der Fundort liegt in einem Wohngebiet mit Gründerzeit-Mehrparteienhäusern und unmittelbar neben einem ehemaligen Weltkriegsbunker.

Bewohnerinnen und Bewohner, die unterwegs waren, konnten nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren. In der Frankfurter Eissporthalle wurde ein größeres Evakuierungszentrum eingerichtet. Über Stunden wurden Häuser kontrolliert, ob sich darin noch Personen befinden. Rund 200 Menschen, die nicht gut zu Fuß waren, mussten mit Rettungswagen aus der Sperrzone gefahren werden.

Geräumt wurde auch teilweise das Bürgerhospital mit seiner Kinderintensivstation. Das Krankenhaus mit seinen großen Kreißsälen gehört zur Klinik mit den meisten Geburten in Deutschland.

Feuerwehr warnt: "Diese Bombe ist anders"

"Laut Kampfmittelräumdienst ist eine Entschärfung schnellstmöglich erforderlich. Der zu räumende Bereich wird noch festgelegt", schrieb die Feuerwehr auf Twitter. Man habe die Bombe wegen eines defekten Zünders nicht mehr entschärfen, sondern nur kontrolliert sprengen können.

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So lief die Sprengung ab

Der Kampfmittelräumdienst plante also eine Sprengung des Blindgängers. Dies war durch die Sprengstoffmenge und die Lage in einem der am dichtesten bewohnten Stadtteile Frankfurts eine besondere Herausforderung. Um die Bombe befestigten die Beschäftigten des Kampfmittelräumdienstes viereinhalb Kilo Sprengstoff. Eine unkontrollierte Detonation würde massive Schäden an Gebäuden und eine große Gefahr für Menschenleben bedeuten.

Die erfolgreiche Sprengung einer ähnlichen Bombe im Main vor gut zwei Jahren hatte eine 30 Meter hohe Fontäne ausgelöst. Notwendige Schutzmaßnahmen am Fundort der Bombe liefen an: Unter anderem wurde die Bombe mit 70 LKW-Ladungen Sand abgedeckt, um Schäden an umliegenden Gebäude möglichst gering zu halten.

Nach der Sprengung kontrollierten Feuerwehr und Statiker die umliegenden Gebäude in einem 100-Meter-Radius auf mögliche Schäden. Gegen 00.30 Uhr gaben die Einsatzkräfte Entwarnung und schrieben auf Twitter: „Nach ersten Erkenntnissen sind unmittelbar keine erkennbaren Schäden im Umfeld aufgetreten.“ Alle Anwohner konnten demnach zurück in ihre Häuser. Doch Einsatz ist noch nicht abgeschlossen: Man werde den Ort der Detonation bei Tageslicht genau überprüfen, sagte eine Sprecherin der Polizei.

Das ist der 700-Meter-Radius um den Fundort

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Evakuierung: Corona-Maßnahmen werden ausgesetzt

Die Stadt Frankfurt hatte wegen der Evakuierung die nächtlichen Corona-Ausgangsbeschränkungen für das betroffene Gebiet vorübergehend ausgesetzt. Eigentlich darf zwischen 22 und 5 Uhr niemand ohne Grund draußen herumlaufen. Mit der Ausnahme-Regelung konnten Anwohner nach der geplanten Sprengung wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

19.05.2021, Hessen, Frankfurt/Main: Eine Anwohnerin bekommt von der Polizei während einer Evakuierung Hinweise, nachdem im dicht besiedelten Frankfurter Nordend bei Baggerarbeiten eine Weltkriegsbombe entdeckt worden war. Bauarbeiter haben in Frankfu
Die Polizei hilft auch älteren Menschen, den Bereich um die Bombe zu räumen.
fru wst, dpa, Frank Rumpenhorst

Auch Corona-Infizierte oder Menschen in Quarantäne in dem Evakuierungsgebiet mussten wegen der Evakuierungsaktion ihre Wohnungen verlassen. Für sie wurde eine spezielle Betreuungsstelle eingerichtet.

(dpa/kmü/bho)