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Formel 1: Zukunft von Lewis Hamilton ist Jost Capito "vollkommen egal"

Williams-Teamchef im Exklusiv-Interview

"Könnte doch Platz machen für einen Jungen" - Capito ist Hamilton-Zukunft total egal

von Felix Görner und Martin Armbruster

Macht Lewis Hamilton weiter oder haut der Rekord-Champion in den Sack? Diese Frage treibt die ganze Formel 1 um. Die ganze Formel 1? Nein! Williams-Teamchef Jost Capito ist die Sache Jacke wie Hose. „Da kümmere ich mich nicht drum es ist mir eigentlich egal, ob er fährt oder nicht“, sagte Capito im Interview mit RTL/ntv.

Das Winter-Thema – echt total wumpe? „Vollkommen egal, wirklich vollkommen egal. Es heißt immer, es gibt nicht genügend Plätze für junge Fahrer und dann denke ich, wenn einer siebenmal Weltmeister war, der hat doch eigentlich genug gemacht und könnte doch Platz machen für einen Jungen, warum denn nicht?“

Capito würde Russell Sieg über Hamilton "gönnen"

Aus einem Grund hofft Capito aber doch, dass Sir Lewis 2022 in den Mercedes klettert und Gas gibt. „Von mir aus“ solle Hamilton weitermachen, sonst „wäre es schlecht für den George (Russell, Anm.d.Red.), weil dann könnte er ihn nicht schlagen und ich glaube, er würde ihn gerne schlagen. Das würde ich dem George gönnen“, sagte Capito mit Blick auf seinen Ex-Piloten.

Und dem traut der Williams-Chef in der kommenden Saison bei den Silberpfeilen einiges zu. Der Brite habe „absolut“ Weltmeister-Potenzial, sei „kein Rohdiamant mehr, sondern schon ein teilgeschliffener Diamant.“ Dennoch sei Russell noch immer „ein Stück von dem Potenzial entfernt, das er haben kann, er kann sich bei Mercedes sicher noch einmal weiterentwickeln und verbessern.“

Jost Capito ist bei Williams CEO und Teamchef in Personalunion
Jost Capito arbeitete bis Ende 2022 mit George Russell (r.) zusammen, der jetzt bei Mercedes Lewis Hamilton Beine machen will
Imago Sportfotodienst

Russells Nerven flattern nicht

Er traue dem 23-Jährigen zu, bei Mercedes auf Augenhöhe mit Hamilton zu fahren, so Capito. „Auch von seiner Nervenstärke, dass er sich nicht beeindrucken lässt, selbst wenn er Anfang der Saison nicht auf dem gleichen Niveau wäre.“ Russell sei „nervlich so stark, dass er sich weiterentwickelt, an der Herausforderung wächst und nicht zerbricht.“

Russell habe den Vorteil, dass Mercedes für ihn „nicht wirklich“ ein neues Team sei, „er ist ja schon Mercedes-Fahrer über Jahre“, merkte Capito an. „Er ist auch jemand, der sehr gut im Simulator ist und diesen sehr gut nutzt, um sich weiterzuentwickeln. Und er ist jetzt ja auch schon eine Zeit lang im Mercedes-Simulator. Er setzt sich nicht in das Auto und es ist komplett neu für ihn, er wird tausende Kilometer mit diesem Auto schon im Simulator gefahren haben.“

Russell bereite sich auch in puncto Fitness „so akribisch“ auf seine erste Mercedes-Saison vor. „Ich glaube, wenn er das erste Mal in das Auto steigt, dann ist er absolut top.“ Das werde auch für Hamilton eine Herausforderung, ist Capito sicher. „Der kann sich nicht hinsetzen und sagen: ‘Ich bin mir sicher, ich kann ihn schlagen von Anfang an’.“ Das Mercedes-Duell zu verfolgen – sollte Hamilton denn weitermachen – „wird sicher spannend“.

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Russell ganz anders als Verstappen

Russell habe zwar einen „komplett anderen Charakter“ als etwa Weltmeister Max Verstappen, sagte der Williams-Teamchef. Müsse er aber auch nicht. „In der Formel 1 braucht man nicht den gleichen Charakter, um schnell zu sein. Ich glaube, er kann mit Max Verstappen kämpfen, Davon bin ich überzeugt.“

Verstappen vs. Hamilton vs. Russell – die F1-Saison 2022 könnte einen heißen Dreikampf bieten.