Verstappen zwingt King Lewis zu neuer Arbeitsweise

"Alles mobilisieren, was das Waffen-Arsenal hergibt" - Hamilton fährt jetzt sogar im Simulator

Dass er auf seine 'alten' F1-Tage noch zum Simulator-Fahrer wird, hätte Lewis Hamilton sicher auch nicht gedacht
Dass er auf seine 'alten' F1-Tage noch zum Simulator-Fahrer wird, hätte Lewis Hamilton sicher auch nicht gedacht
© HOCH ZWEI/Pool/Daimler AG, HOCH ZWEI/Pool/Steve Etherington, ps

24. Juli 2021 - 22:42 Uhr

Nix mehr mit "Simulator interessiert mich nicht"

Im knüppelharten Formel-1-Titelkampf gegen Max Verstappen zieht Weltmeister Lewis Hamilton nicht nur auf der Strecke alle Register. Um den Holländer zu besiegen, tut Hamilton mittlerweile Dinge, auf die er in seinen Konkurrenzlos-Zeiten so gar keinen Bock hatte. Im Simulator fahren zum Beispiel.

Wolff: "Man muss jeden kleinen Vorteil packen"

In einem Interview mit Ex-Fahrer Martin Brundle zu Beginn der Saison hatte Saison Hamilton noch ganz unverblümt zugegeben, nicht sonderlich auf die virtuellen Tests abzufahren "Ich bin so gut wie nie im Simulator. Ich mache vielleicht 20 Runden im Jahr – vielleicht. Der Simulator interessiert mich nicht", sagte der Brite. Mit dieser Einstellung ist's vorbei.

Gewiss: Ein Manöver wie das gegen WM-Kontrahent Verstappen in Copse Corner lässt sich nicht simulieren. Vor seinem Heim-GP in Silverstone war Hamilton trotzdem zweimal in den Simulator geklettert, um seines Mercedes-Boliden besser zu verstehen und das Update-Paket für den W12 zu erproben.

Hamilton sehe neuerdings die "Vorteile" des virtuellen Fahrens, zitiert F1.com Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Der WM-Kampf sei "so hart, dass man jeden erdenklich kleinen Vorteil packen muss und deswegen haben wir zusammen Fortschritte gemacht, um durch das Werkzeug Simulator das Auto besser zu verstehen."

Mercedes-Teamchef vor Ungarn: Haben Auto besser verstanden

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Mercedes hat Rückstand auf Red Bull "halbiert"

Die Plackerei in der animierten F1-Welt zahlte sich aus. Die virtuell getesteten Teile kamen in Silverstone ans Auto und machten den Mercedes spürbar schneller. Im erstmals ausgetragenen Freitags-Qualifying schnappte Hamilton seinem Rivalen Verstappen gar Startplatz 1 für den Samstags-Sprint weg.

"Die Upgrades waren nichts Großes, aber wenn man sie zusammennimmt, können sie einen Unterschied machen", sagte Wolff: "Ich denke, wir sind in puncto Performance [gegenüber Red Bull] noch immer etwas zurück, kein Zweifel. Ich denke aber, in Sachen Rennpace wären wir ziemlich ähnlich gewesen."

Mercedes habe den Rückstand auf Red Bull "halbiert", so der Österreicher. "Man muss einfach alles mobilisieren, was das Waffenarsenal hergibt. Das macht Lewis als Fahrer und wir als Team." (mar)