Peter (58) nimmt die Herausforderung anSchützenverein für Blinde und Sehbehinderte in Düsseldorf-Bilk - Technik macht’s möglich

Peter (58) sieht nichts – und trifft trotzdem meistens ins Schwarze. In Düsseldorf-Bilk macht Technik das Schießen für Blinde möglich.

Er liebt die Herausforderung

Peter Joedecke spürt das Gewehr an seiner Schulter. Mit seinen Ohren hört er einen lauten Ton und irgendwann den Knall der Kugel, aber sehen kann er nichts. Der 58-Jährige ist ein blinder Schütze bei den Bilker Schützen in Düsseldorf. Schon vor seiner vollständigen Erblindung im Jahr 2002, welche die Folge einer Sehbehinderung war, sammelte der IT-Fachmann Schießerfahrung, aber das war ihm zu langweilig. Er mag die Herausforderung, nur mit Hilfe eines Tons ins Schwarze zu treffen.

Ton gibt die Richtung an

In der Zielferneinrichtung ist eine Highspeed-Kamera verbaut. Auf der Höhe der Zielscheibe klemmt ein LED-Sensor und die signalisiert der Kamera, wo man sich auf der Scheibe befindet. Diese Information wird dann in ein Audio-Signal umgemünzt. Zielt der Schütze auf den äußeren Bereich, ertönt ein dunkler Ton. Je näher er sich Richtung Mitte bewegt, desto heller wird der Ton.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Ein Ort der Begegnung

Für die blinden Schützen ist das Vereinsheim „Goldene Mösch“ nicht nur ein Sporttreffpunkt, sie ist vor allem ein Raum für Austausch und Beisammensein. Dort können Sehende und Nicht-Sehende zusammen auf dem Schießstand sein und eine Gemeinschaft bilden. Jeden zweiten Donnerstag kommen die Schützen hier zusammen. Sie alle zahlen für die Mitgliedschaft einen Jahresbeitrag von 84 Euro und freuen sich über das gemeinsame Schießen und Schmausen.