Ansage an Mick Schumacher

Mazepin will von einem "Vorfall" nichts wissen

Nikita Mazepin vor dem Frankreich-GP
Nikita Mazepin vor dem Frankreich-GP
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18. Juni 2021 - 13:20 Uhr

Mazepin: Gab keinen „Vorfall“

Das Baku-Manöver von Nikita Mazepin gegen Mick Schumacher ist auch vor dem Frankreich-Rennen noch ein großes Thema. Der Russe selbst will allerdings nicht von einem "Vorfall" ("incident)" sprechen. Für ihn sei die Angelegenheit geklärt, er wolle es lieber positiv sehen. Eine Nachricht an Schumi jr. ist ihm besonders wichtig.

"Bezeichnung nicht korrekt"

Vorfall, welcher Vorfall? Für Haas-Pilot Nikita Mazepin ist diese Bezeichnung für sein umstrittenes Zucken auf der Zielgerade in Baku deutlich drüber.

"Ich möchte hier ganz direkt sein: Die Bezeichnung ist nicht korrekt, es hat keinen Vorfall gegeben", sagte er in der Medienrunde in Frankreich. "Beide Wagen sind mit intaktem Frontflügel an die Box zurückgekommen und der Lack war so perfekt poliert wie vor dem Rennen. Deshalb würde ich das gerne lieber positiv sehen", so der Russe weiter.

"Er war ziemlich aufgebracht"

Vor knapp zwei Wochen hatte Mazepin am Ende des Rennens in Aserbaidschan durch ein kurzes Zucken bei über 300 km/h gegen den überholenden Mick Schumacher teils heftige Empörung ausgelöst. Viele Experte wie Ralf Schumacher schimpften und forderten eine Sperre für Mazepin. Rennleiter Michael Masi kündigte an, sich die Szene nochmal anzugucken. Eine Strafe gab es aber nicht.

Der 22-Jährige schilderte noch einmal seine Sicht der Dinge: "Ich dachte, er würde sich für die Innenbahn entscheiden, aber er hat es über die Außenbahn versucht. Als ich gesehen habe, dass er sich dazu entschlossen hat, habe ich zurückgezogen", erklärte er. "Schließlich haben wir nicht um Punkte gekämpft und für mich hat das Resultat des Teams Priorität. Ich denke, die Stimmung im Team ist immer noch gut."

Teamchef Günther Steiner hatte zuletzt im RTL-Interview erzählt, dass er sich die beiden nach dem Rennen zur Brust genommen habe. Mazepin habe sich bei Schumi jr entschuldigt, nun sei die Luft wieder rein.

Die Entschuldigung hätte Mazepin gerne intern gehalten. "Was wir innerhalb des Teams diskutieren, sollte im Team bleiben. Aber nachdem es ohnehin schon bekannt ist: Ja, ich habe mich bei ihm entschuldigt, wenn es sich für ihn so angefühlt hat (dass er es absichtlich getan habe, d.Red.). Und er war wirklich ziemlich aufgebracht."

"Er hat sich entschuldigt. Wir sind glaube ich okay", bestätigte auch Schumacher, fügte aber an: "Ich hätte das vom Teamkollegen nicht erwartet. Ich hätte das wohl nicht gemacht."

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Schumacher: Dann sehe ich die Bäume von oben

Gleich nach der Aktion in Baku hatte Schumacher am Funk geflucht und seine Box gefragt: "Will er uns umbringen?!" Wie Teamboss Steiner im RTL-Interview verriet, hatte Schumacher seine Emotionen aber schnell wieder im Griff, sei später absolut "professionell" gewesen.

Trotzdem beschäftigt Schumacher die Sache auch weiterhin: "Ich war erstaunt, weil wir zu dem Zeitpunkt um die 320 km/h schnell waren", sagte er in Le Castelletr: "Wenn ich da nicht schnell reagiere und auf das Hinterrad knalle, besteht die Gefahr, dass mein Auto Unterluft bekommt. Dann hebe ich ab, und sehe die Bäume von oben."

Schumachers Aussagen am Funk hat selbstverständlich auch sein Stallrivale gehört. "Im Auto kochen die Emotionen natürlich hoch", so Mazepin. "Und leider haben die Formel-1-Piloten heutzutage einen Funk, der in die Übertragung eingespielt werden kann. Ich kann nur sagen, dass die Situation aus meiner Sicht ziemlich eindeutig gewesen ist. Wir haben es zusammen besprochen und damit ist hoffentlich alles klar."

Dann liefert der 22-Jährige noch eine klare Ansage an den Teamkollegen. "Es ist mir sehr wichtig, dass er nicht erwarten soll, es mit mir einfach zu haben und dass ich mich nicht gegen ihn verteidigen würde." (msc)

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