"Will er uns umbringen?"

Mazepin-Zucken bringt Schumacher zum Kochen

Mick Schumacher beendete das Rennen in Baku vor seinem Haas-Rivalen Nikita Mazepin
Mick Schumacher beendete das Rennen in Baku vor seinem Haas-Rivalen Nikita Mazepin
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06. Juni 2021 - 19:05 Uhr

Schumacher überholt Mazepin kurz vor Ziel

Von den TV-Kameras fast unbemerkt, lieferten sich die Haas-Rookies Nikita Mazepin und Mick Schumacher beim Aserbaidschan-GP in Baku ein knüppelhartes Duell – mit dem besseren Ende für den Deutschen. Kurz vor der schwarz-weiß karierten Flagge saugte sich Schumi jr. auf der langen Geraden im Windschatten an Mazepin heran, raste letztlich vorbei und sicherte sich mit Rang 13 das bisher beste Ergebnis seiner Formel-1-Karriere.

Gefährliches Manöver bei über 300

Ganz ohne war das Manöver aber nicht – was vor allem an Mazepin lag. Als Schumacher bei Vollgas zum Überholen ansetzte, zuckte der Russe vor ihm gefährlich nach rechts rüber, um sich zu verteidigen. Es war nur ein kurzes Zucken – aber das kann in der Formel 1 bei Speed jenseits der 300 km/h über Strecke oder Mauer entscheiden.

Schumi jr. ließ sich nicht beirren, blieb trotz der nahen Mauer eiskalt auf dem Pinsel und schoss an seinem Stallrivalen vorbei. Die Mazepin-Aktion brachte den sonst so abgeklärten 22-Jährigen aber kurz aus der Fassung.

Zielflagge gesehen, Ziel erreicht

"Was zur Hölle war das? Ehrlich? Im Ernst? Will er uns umbringen?", schimpfte Schumacher im Team-Radio. So aufgebracht hat man den F1-Neuling selten erlebt.

Im Sky-Interview nach dem Rennen war Schumacher dann schon wieder gewohnt nüchtern. "Im Endeffekt waren wir im Rennen und haben die Zielflagge gesehen, das war das, was wir wollten. Ich hätte aber gerne ein paar Punkte mitgenommen, aber die anderen Jungs können besser mit den Reifen umgehen als wir. Aber Platz 13 ist unser bestes Finish des Jahres, das nehmen wir mit in den Triple-Header", sagte er. Zu Mazepin – kein Wort. (mar)