RTL News>Formel 1>

Formel 1 in Baku: Nach Reifenplatzer sieht Verstappen die Schuld bei Pirelli - Reifen-Boss Isola rätselt noch

Stimmen zum Chaos-GP von Baku

Reifenplatzer: Verstappen sieht die Schuld bei Pirelli - Reifen-Boss rätselt noch

Max Verstappen
Bis zur 47. Runde alles unter Kontrolle - danach nix mehr: Max Verstappen
R3667 ANTONIN VINCENT, picture alliance

Und Vettel schwebt auf Wolke Sieben

Während sich die derzeitigen Herrscher der Formel 1 beim spektakulären Aserbaidschan-GP der Reihe nach auf tragische sowie kuriose Weise verabschiedeten , war nicht nur der Weg für Sergio Perez frei. Erstmals seit dem Großen Preis der Türkei 2020 knatterte Sebastian Vettel wieder aufs Podium. Platz zwei in Baku – eine Wiederauferstehung des dreimaligen Weltmeisters, der nach Monaten in der Talsohle des Seins wieder im Konzert der Großen mitspielen durfte. Auch schon während des Rennens zeigte der Aston-Martin-Pilot längst vergessene Racer-Qualitäten. Während bei Vettel der Himmel voller Geigen hing, war Max Verstappen bedient. Er wittert nach seinem Reifenplatzer einen Fehler bei Pirelli – doch der Gummi-Lieferant wiegelt zunächst ab und vermutet herumliegende Trümmerteile auf der Strecke als Ursache für das Knall-Aus des Red-Bull-Piloten. Alle Stimmen aus Baku:

Max Verstappen (Red Bull | Ausfall in Runde 47)

„Es ist alles ok, war schon im Medical Center, alles, gut, vielleicht nicht im Kopf, aber das war schon vorher so. Es ist frustrierend, das Rennen bis dahin hatte ich komplett unter Kontrolle. Da Auto war sehr schnell, wir hatten die richtige Strategie für beide Autos. Eigentlich war alles ganz einfach. Pirelli wird sagen, da war ein Teil auf der Strecke, aber ich glaube, das kann nicht immer so sein. Stroll hatte auch keinen Crash. Da muss irgendwas am Reifen sein. Aber das ändert nichts am Rennausgang. Wenn wieder die normalen Strecken kommen, wird Mercedes wieder vorne sein, es ist ganz knapp. Man muss immer wieder neue Sachen am Auto bauen. Ich habe aber viel Vertrauen.“

Verstappens Hinterreifen
Verstappens linkem Hinterreifen gleicht eher einem verkohlten Nackensteak
picture alliance

Mario Isola (Pirelli-Sportchef)

„Es ist noch zu früh zu sagen, was passiert ist, wir warten noch auf die Reifen, um sie zu analysieren. Aber vermutlich war es ein Trümmerstück auf der Strecke. Wir haben am Reifen hinten links einen Schnitt gefunden – allerdings bei Lewis – der war eindeutig von einem Trümmerteil. Verstappens und Strolls Platzer sind auf dem gleichen Abschnitt passiert, vielleicht lagen da irgendwelche Trümmerteile. Ich sammle jetzt Informationen und auch die Telemetriedaten der Teams. Bis wir ein Ergebnis haben, dauert es vermutlich ein paar Tage. Gegen Ende nächster Woche sollten wir mehr wissen. Wenn so etwas passiert, muss man verstehen, woran es lag. Wir haben viele Sets von harten Reifen, die mehr als 30 Runden auf dem Buckel hatten, da haben wir nichts gefunden. Man kann nicht sagen, dass alle Reifen potentiell fehlerhaft sind.“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformtwitter, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Sergio Perez (Red Bull | Platz 1)

„Ich bin sooo happy, das Rennen war total verrückt. Es tut mir total leid für Max, der war großartig bis dahin, dann wäre es ein Doppelsieg geworden. Wir waren nahe dran, das Auto in die Garage zu fahren. Ich bin froh, dass ich es zu Ende fahren konnte. Ich hatte immer den Druck von hinten, Hamilton hat ständig gepusht. Der Sieg gibt riesiges Selbstvertrauen.“

Sebastian Vettel (Aston Martin | Platz 2)

Sebastian Vettel
Lange nicht mehr gesehen: Sebastian Vettel in Jubelpose
R3667 ANTONIN VINCENT, picture alliance

„Das bedeutet eine Menge. Wir hatten einen guten Start, hatten eine gute Pace. Der Schlüssel war, dass wir lange rausbleiben konnten mit dem neuen Reifen. Als alle an der Box waren, hatte ich auch eine gute Pace. Nach dem Restart konnte ich Positionen gutmachen. Ich bin auf Wolke Sieben, es ist ein toller Tag. Freitag waren wir im Nirgendwo, gestern hat es auch nicht so hingehauen.“

Pierre Gasly (AlphaTauri | Platz 3)

„Unglaublich, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das war ein super Rennen, auch die letzten beiden Runden. Am Ende hat es geklappt, das fühlt sich großartig an. Ich musste gegen Leclerc die Ellbogen ausfahren, hatte auf den Geraden immer wieder Leistung verloren. Jede Bremsphase war wichtig, ich wollte nichts wegschenken. Ich hoffe, wir können das richtig feiern heute Abend.“

Lews Hamilton (Mercedes | Platz 15)

„Es lief so gut, ich habe mich wohlgefühlt. Beim Restart, als Perez rübergezogen ist, hat es bei mir die Reifen abgeschaltet. Ich konnte nur geradeaus fahren. Break Magical? Keine Ahnung, ob ich da an den Knopf gekommen bin. Es ist schwer zu akzeptieren. Es tut mir auch leid für Max. Alles, was ich sagen kann: es war eine riesen Portion Pech. Es ist jetzt so, wie es ist. Wir kommen stärker zurück.“

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformtwitter, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Mick Schumacher (Haas | Platz 13)

„Es war definitiv nicht einfach. Am Anfang hatten wir höheren Reifenverscheiß als erwartet und mussten früher in die Box. Im Endeffekt waren wir im Rennen und haben die Zielflagge gesehen, das war das, was wir wollten. Beim Re-Start war es heikel vorne, dann habe ich mich rausgehalten und die Position an Nikita verloren. Ich hätte gerne ein paar Punkte mitgenommen, aber die anderen Jungs können besser mit den Reifen umgehen als wir. Aber Platz 13 ist unser bestes Finish des Jahres, das nehmen wir mit in den Triple-Header.“

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef)

„Es war ein hundsmiserables Rennen. Wir haben das Ergebnis wohl so verdient. Das Auto war das ganze Wochenende schlecht. Platz 3 wäre schon besser als erwartet gewesen. Dann hat das Karma Max und dann uns getroffen.“

Zu Hamilton: „Es hat irgendwie nur vorne gebremst, wir wissen noch nicht, was es war. In der Fahrer-WM hätten wir aufholen können, in der Konstrukteurswertung waren die letzten zwei Wochen katastrophal für uns.“

Zu Flexi Wings: „Die Sache ist grundsätzlich ärgerlich, wir werden jetzt nicht Sergio Perez attackieren und auf den neuen Test vertrauen.“

Christian Horner (Teamchef Red Bull)

„Das war eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Es sieht aus wie der erste Doppelsieg seit 2016, und dann peng, ist Max weg. Wir wissen nicht, was es war, da fällt eine Welt auseinander. Die Reifen sahen eigentlich gut aus. Max hat sie auch gut gemanagt. Vielleicht lag irgendein Teil auf der Strecke rum, wir müssen das jetzt mit Pirelli analysieren. Sergio hat Hydraulikdruck verloren, aber gerade noch so, dass wir zu Ende fahren konnten. Max fühlt sich jetzt schon ein bisschen besser, es war im Grunde sein Sieg bis fünf Runden vor Schluss.“

Franz Tost (Teamchef AlphaTauri)

„Die Formel 1 hat alles gezeigt, was sie zu bieten hat. Der dritte Platz macht uns glücklich, Gasly ist sensationell gefahren. Auch Tsunoda hat noch einen siebten Platz nach Hause gebracht. Wir sind super zufrieden. Wir können Tsunoda noch einiges beibringen und er wird in diesem Jahr noch einige sensationelle Rennen fahren.“