Theorie von Ex-Pilot Surer

Mazepin von Mercedes-Tests „verwöhnt“

Nikita Mazepin.
Nikita Mazepin.
© REUTERS, JENNIFER LORENZINI, sw

18. September 2021 - 12:54 Uhr

Waren die Mercedes-Tests von Mazepin kontraproduktiv?

Formel-1-Rookie Nikita Mazepin ist – vorsichtig ausgedrückt – nicht gerade der Überflieger der Saison 2021. Der Haas-Pilot schreibt immer wieder Schlagzeilen – durch Dreher, Kollisionen und Manöver. Ex-Fahrer und TV-Experte Marc Surer hat eine Theorie, warum der Russe nicht so wirklich in der Königsklasse angekommen ist.

"Mit einem Mercedes können viele schnell fahren"

Nikita Mazepin bei Testfahrten im Mercedes 2019.
Nikita Mazepin bei Testfahrten im Mercedes 2019.
© picture alliance

"Er ist verwöhnt worden", sagte der Schweizer bei Formel1.de und meinte damit die verschiedenen Testfahrten in älteren Mercedes-Rennern vor seinem Formel-1-Debüt. Vater Dmitri Mazepin (Hauptsonsor von Haas) ließ sich die Fahrten im Silberpfeil offenbar einiges kosten. Zudem testete Sohnemann Nikita bei weiteren F1-Teams. Eigentlich war der Nachwuchsfahrer also gut vorbereitet für die erste Saison in der Königsklasse.

"Tatsache ist auch, dass diese Testfahrten mit dem besten Auto im Feld vielleicht gar nicht so produktiv waren", erklärte Surer.

Die Runden im Weltmeister-Auto, so seine Theorie, könnten folgende Gedanken bei Mazepin ausgelöst haben: "Die Formel 1 ist gar nicht so schwierig. Dann steigt er vom besten Auto in das schlechteste. Das war schon hart."

Das Problem: "Mit einem Mercedes können viele schnell fahren."

Mazepin "überfordert"

Im Haas sah das dann schnell anders aus. Im unterlegenen Wagen des US-Teams fährt der 22-Jährige stets hinter, meist auch dem Stallrivalen Mick Schumacher. Zudem fiel er einige Male durch waghalsige Aktionen auf.

Allerdings ist Ex-Pilot Surer der Meinung, dass die F1 einen "Bad Guy" brauche – eine Rolle, die wie zugeschnitten für Mazepin scheint. Der 70-Jährige moniert aber auch, dass einige Mazepin-Manöver "ziemlich gefährlich" gewesen seien. Die Aktion in Zandvoort gegen Mick Schumacher, als er den Deutschen in Richtung eines Pollers drängte, zum Beispiel sei "unfair und gefährlich gewesen". Er glaube, dass Mazepin "überfordert" sei. (msc)