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FIA-Steward plaudert Strafe aus

Salo: Ferrari musste 2020 mit weniger Sprit fahren

Ferrari fuhr 2020 in der Formel 1 hoffnungslos hinterher
Ferrari fuhr 2020 in der Formel 1 hoffnungslos hinterher
© imago images/Motorsport Images, Mark Sutton via www.imago-images.de, www.imago-images.de

26. Februar 2021 - 15:36 Uhr

Ferrari bezahlte 2020 offenbar für Motor-Betrug 2019

2019 Topspeed-König der Formel 1, 2020 eine lahme Schnecke. FIA-Steward Mika Salo hat in einem Twitch-Stream womöglich ungewollt ausgeplaudert, warum Sebastian Vettel und Charles Leclerc in der Vorsaison der Konkurrenz im Ferrari hinterher krochen. Offenbar durften die Roten wegen ihrer Schummelei 2019 nur mit gedrosselter Leistung fahren.

Rotes Debakel im Vorjahr

Ferrari erlebte im Jahr 2020 eine schlimme Formel-1-Saison. Über dem stolzen, mit vielen Weltmeister-Titeln dekorierten Traditionsrennstall wurde kübelweise Spott ausgekippt, die Fahrer Sebastian Vettel und Charles Leclerc schoben Frust - und am Ende stand ein demütigender sechster Platz in der Teamwertung.

Nun scheint zumindest ein Faktor des Alptraumjahres geklärt: Ferrari musste offenbar als Strafe für seine Tricksereien an der 2019 verbauten Power Unit 2020 mit weniger Benzin als üblich ins Rennen gehen. Das plauderte F1-Steward Mika Salo in einem Twitch-Stream mit seinem finnischen Rallye-Kollegen Kristian Sohlberg aus. Der ehemalige F1-Pilot berichtete, dass Ferrari als Teil der Strafe für den "Betrugsskandal" 2019 dazu verdonnert wurde, "weniger Kraftstoff zu verbrauchen".

Mika Salo arbeitet seit einigen Jahren als Rennkommissar der FIA
Mika Salo arbeitet seit einigen Jahren als Rennkommissar der FIA
© Imago Sportfotodienst

Alfa Romeo "litt" unter Ferraris Betrug

Salo hatte ursprünglich gar nicht über Ferrari selbst gesprochen, sondern über das Kundenteam Alfa Romeo, das von Ferrari Motoren bezieht. Der Finne – 1999 für einige Rennen Schumacher-Ersatz bei den Roten - plauderte die brisante Information beiläufig in einem Nebensatz aus: "Sie haben im vergangenen Jahr unter Ferraris Betrug gelitten und mussten weniger Benzin verwenden."

Alfa Romeo schloss die Saison auf Platz acht ab, Haas, ebenfalls mit Ferrari-Motoren unterwegs, wurde sogar nur Neunter.

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2019 war Ferrari ein so starker Leistungssprung bei seiner Power Unit gelungen, dass die Entwicklung Misstrauen bei der Konkurrenz weckte. Red Bulls Max Verstappen sprach unverhohlen von "Betrug". Ferrari, so die Anschuldigung, trickse beim Benzindurchfluss, verschaffe sich so eine Art Einspritzhilfe und habe daher mehr Speed auf den Geraden.

Die FIA leitete eine Untersuchung ein, die dazu führte, dass technische Richtlinien bezüglich des Kraftstoff-Flusses und der Ölverbrennung erlassen wurden. Ferraris Motor verlor in der Folge an Leistung und die Scuderia - wie auch ihre Kundenteams - litten darunter.

Geheim-Deal zwischen FIA und Ferrari

Monate später, vor dem Start der Saison 2020, schloss die FIA nach einer, wie sie es nannte, "gründlichen technischen Untersuchung", einen umstrittenen Geheim-Deal mit Ferrari. Dieser lasse nur einen Schluss zu, hatte RTL-Experte Christian Danner vergangenes Jahr geurteilt: "Ferrrari hat betrogen, dass sich die Balken gebogen haben." Offiziell schuldig gesprochen wurde die Scuderia nie, Salos Enthüllungen dürfen aber durchaus als Schuldeingeständnis verstanden werden.

Die Auflage, mit weniger Benzin zu fahren, wirkt sich natürlich gravierend auf die Performance im Rennen aus. 2020 galt der Ferrari-Motor als der schwächste im gesamten Feld.

Salo: Ferrari 2021 wieder bei der Musik

Für 2021 rechnet Salo allerdings mit einem Comeback des Ferrari-Motors. Der Finne verriet nämlich weiter, dass er - mit Blick auf das im Alfa Romeo verbaute Ferrari-Triebwerk - davon ausgehe, dass "das Auto jetzt, wo sie wieder die volle Leistung abrufen dürfen, ziemlich gut" sei. 2021 darf man bei Ferrari also offenbar wieder mit vollen Tanks arbeiten - wenngleich natürlich ohne Tricks.

Salo bezieht Stellung

Salo ruderte inzwischen zurück: "Ich bin missverstanden worden. Ich möchte klarstellen, dass ich über keinerlei Details informiert bin, was das Abkommen zwischen Ferrari und der FIA angeht. Wir haben uns bei diesem Stream nur darüber unterhalten, was längst in den Medien veröffentlicht worden war, und das Ganze war vielmehr ein dummer Witz, in einem zwanglosen Gespräch zwischen zwei Kerlen. Ich habe keine Kenntnis über irgendwelche Abkommen, und selbst wenn ich etwas wüsste, würde ich gewiss nicht darüber reden", teilte er via Instagram mit.

Vielleicht hatte der 54-Jährige aber auch die Wirkweise von Social Media nicht im Kopf, als er mit Kumple Sohlberg quatschte.

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