Schumacher sucht den richtigen Mittelweg

Mick-Boss erteilt Crash-Verbot: "So kann es unmöglich weitergehen"

 crash, accident, 47 SCHUMACHER Mick ger, Haas F1 Team VF-22 Ferrari, action during the Formula 1 Grand Prix de Monaco 2022, 7th round of the 2022 FIA Formula One World Championship, WM, Weltmeisterschaft on the Circuit de Monaco, from May 27 to 29,
Mick Schumacher und seiner zerlegter VF-22.
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Haas-Teamchef Günther Steiner hat seine Crash-Ansage an Mick Schumacher vor dem Großen Preis von Aserbaidschan erneuert. Sein Pilot stört sich derweil nicht am erhöhten Druck und sucht den richtigen Weg zwischen Risiko und Punkten.

Schumacher will Druck für sich nutzen

28 Formel-1-Rennen, keine Punkte. Der Druck auf Mick Schumacher nimmt merklich zu. Hinzu kommen neben der Punkte-Flaute mehrere Crashs und Unfälle, die gefährlich und fürs Team teuer sind.

Schumi jr stört sich nach seinen jüngsten Unfällen in der Formel 1 nicht am erhöhten Leistungsdruck. „Vielleicht hilft das auch manchmal dabei, schneller zu werden“, sagte der Haas-Pilot vor dem Grand Prix in Baku. Er bemühe sich, den Druck für sich zu nutzen. „Das motiviert mich und gibt dem Ganzen eine andere Dynamik“, erklärte der 23-Jährige.

Zuletzt in Monaco und Ende März in Saudi-Arabien hatte Schumacher bei schweren Unfällen seinen Rennwagen komplett zerstört. "Wenn ich mich für die Leistung belohnt hätte, dann sähe die Diskussion jetzt anders aus", sagte Schumacher, die ersten Punkte seien aber "nur eine Frage der Zeit".

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Von teuren Crashs hat sein Teamchef vorerst genug, „So kann es unmöglich weitergehen“, bekräftigte Haas-Teamchef Günther Steiner vor dem Großen Preis von Aserbaidschan. Wenn Schumacher Punkte holen wolle, dürfe er nicht in die Mauern fahren. „Das weiß er auch. Wenn er irgendwo in eine Mauer fährt, ist das ja auch nicht gesund“, sagte Steiner. Er werde aber Schumacher nicht immer wieder auffordern, Unfälle zu vermeiden. „Das macht es nur schlimmer. Das erzeugt nur eine Abwehrhaltung“, erklärte der Südtiroler.

Schumacher ist also auf der Suche nach dem perfekten Mittelweg – zwischen Risiko und Punkten. "Wir wollen Punkte holen, und dafür müssen wir in gewisser Weise ins Risiko gehen", sagte der Haas-Pilot. "Es liegt an mir, das richtige Maß zu finden." Er müsse in diesem Bereich "noch ein bisschen lernen", räumte der 23-Jährige ein. Ohne Risiko lande man im engen Mittelfeld allerdings schnell auf Rang 15.

Schumacher beteuerte, es sei „nur eine Frage der Zeit“, bis er und sein Team für ihre Bemühungen belohnt würden. Allerdings räumte Teamchef Steiner ein, dass durch die Kosten für Reparaturen und neue Teile das für Schadensfälle eingeplante Budget bereits überzogen sei. Zudem sei es schwierig, von den Zulieferern immer wieder rechtzeitig genug Ersatzteile zu bekommen, um den Rennbetrieb nicht zu gefährden. Umso mehr gilt: Crashen verboten! (msc/dpa/sid)