„Besonderes Rennen“

Mick Schumacher wünscht sich Imola-Regen

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16. April 2021 - 9:56 Uhr

Formel 1: Mick Schumacher schwärmt von Imola

Formel-1-Neuling Mick Schumacher steht vor einem emotionalen Rennen. Schumi jr. tritt am Wochenende erstmals als F1-Pilot an der Strecke an, auf der sein Vater Michael sieben Mal triumphiert hat und Rekordsieger ist. Geht es nach dem 22-Jährigen, dann darf es in Imola gerne auch nass werden, wie er im exklusiven RTL/ntv-Interview verriet.

Schumacher und Imola? Das passt

Mick Schumacher kennt sich bestens aus mit der Formel-1-Historie. Wie aus der Pistole geschossen antwortet er auf die Frage, wer auf dem "Autodromo Enzo e Dino Ferrari" sieben Mal triumphiert hat: "Mein Papa!". Und hat damit natürlich recht. Schumacher und Imola. Das passte einfach (Auch Onkel Ralf gewann hier übrigens 2001). Und die Erfolgsgeschichte soll am kommenden Wochenende weitergeschrieben werden – auch wenn für den jungen Piloten im unterlegenen Wagen noch keine Top-Platzierung drin ist. Die enorme Vorfreude ist dem Haas-Fahrer dennoch anzumerken.

Immer was los in Imola

"Natürlich ist es besonders. Mir gefällt die Strecke sehr", erklärt Schumacher, der aus den unteren Klassen des Motorsports gute Erinnerungen an Imola hat. Zuletzt war er 2016 hier unterwegs. "Auch recht erfolgreich", wie er betont. Sieg, Pole Position und P1 im Freien Training. Er schwärmt geradezu von der Traditionsstrecke. "Sie gefällt mir sehr gut und macht Spaß, weil sie technisch ist, schöne Kurven hat, eine Kurve fließt in die andere Kurve hinein. Wir haben wenig Ausruhezeit und kurze Geraden. Es passiert immer was."

Auf dem Zettel hat er wie schon vor drei Wochen vor allem: lernen, Erfahrung sammeln, verbessern. Im Vordergrund stehe zum Beispiel, die Reifen und das Reifenmanagement besser zu verstehen, erklärte Schumacher. Und vielleicht werden ja auch die Intermediate- oder Wet-Reifen ausgepackt. "Hoffentlich haben wir hier ein paar nasse Sessions, die wir im Regen fahren können", so Schumacher. "Das wäre spannend für mich. Zu fühlen, wie es sich im Regen fährt." Wir erinnern uns: Vater Michael bekam einst den Spitznamen "Regengott" zugeschrieben.

Video: RTL-Reporter berichtet aus Italien

„Das war ärgerlich“

Ob im Regen oder im Trockenen: Als Neuling darf man auch mal Fehler machen – wie vor drei Wochen, als er sich im Wüsten-Rennen früh drehte. "Es war sehr ärgerlich. Aber am Ende denke ich auch: Es ist positiv. Wir sind nicht unter den ersten drei. Ich kann mir solche Fehler erlauben und wir waren trotzdem wieder relativ nah dran. Konnten an Latifi rankommen und mitfahren."

So kennt man Schumacher: akribisch arbeiten, aufs Wesentliche fokussieren und mit Leistung überzeugen. Der Rookie habe nach eigener Aussage während des gesamten ersten Rennens eine "tiefe innere Ruhe" verspürt. "Das zeigt mir, dass ich mich mental davon abschotten kann, dass es mein erstes Rennen ist. Mich darauf fokussieren kann, was gefragt ist und auf den Moment konzentrieren und abliefern kann."

Mick profitiert von früheren Besuchen an den Rennstrecken

Vor und nach dem Rennen wird nüchtern analysiert. Kommunikation mit seinem Team hat für Mick höchste Priorität, dafür gab's vom Renningenieur auch schon großes Lob. "Für mich ist wichtig, dass jede Information, die ich habe, und fahrerisch etwas bringen könnte, auf den Tisch lege", sagte Schumacher. "Das wird uns weiter voranbringen. Kann sein, dass sie für mich unwichtig ist, aber fürs Team wichtig ist. Er habe schon früh festgestellt, dass diese Einstellung helfe. "Als Kind war ich öfter bei Rennen und Meetings dabei, zum Beispiel bei Ferrari und Mercedes. Ich habe mir das ein oder andere gemerkt und konnte das auch hierhin mitbringen."

Die besonderen Bullet Points von Mick Schumacher

Und alle wichtigen Dinge landen dann im Mick-Notizbuch. Das hatte Teamchef Günther Steiner schon vor einigen Wochen im RTL-Interview ausgeplaudert. Schumi jr. erklärt seinen Technik-Tagebuch-Ansatz: "Ich schreibe immer nur Punkte auf, an die ich mich nochmal wenden muss, wenn es wieder zum Rennen kommt. Also wenn ich zum Beispiel nächstes Jahr nach Bahrain gehe, hätte ich ein paar Bullet Points aufgeschrieben. Aber auch was ich fürs nächste Wochenende machen muss. Was war gut? Was war schlecht? Was müssen wir besser machen? Damit ich eine Übersicht habe, was ich erledigt habe und was ich noch machen muss."

Und so soll es Schritt für Schritt nach vorne gehen. Im limitierten Auto sind ohnehin keine Wunderdinge zu erwarten. Die Motivation sei trotzdem groß. "Wir können trotzdem die Ziele so setzen, dass man diese Motivation hat. Bei uns ist es jetzt, Punkte zu sammeln und Williams zu schlagen. Dafür arbeiten wir." Getreu dem Motto: Auch kleine Erfolge sind Erfolge.

Vielleicht ja schon am Sonntag auf der legendären Strecke in Italien. Zu Beginn der neuen Schumacher-Ära in Imola.

Das Interview mit Mick Schumacher sehen Sie am Sonntag ab 13.30 Uhr in der Vorberichterstattung zum Großen Preis der Emilia-Romagna – live bei RTL!

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